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Polarforscher Arved Fuchs zu Gast im Oberhausener Gasometer

19.09.2012 | 12:00 Uhr
Polarforscher Arved Fuchs zu Gast im Oberhausener Gasometer
Polarforscher Arved Fuchs segelte mit der „Dagmar Aaen“ in Polarregionen. Foto: dapd

Oberhausen.  Polarforscher und UN-Botschafter Arved Fuchs erkundet seit über 30 Jahren die Polarregionen. Im September spricht er im Gasometer über seine Expeditionen. Er war der erste Mensch, der innerhalb eines Jahres den Nord- und Südpol zu Fuß erreichte.

Arved Fuchs erkundet seit 35 Jahren die Polarregionen, er war der erste Mensch, der innerhalb eines Jahres den Nord- und Südpol zu Fuß erreicht hatte. Am 21. September spricht er im Gasometer über seine Expedition zur Nordwestküste Grönlands – auf den Spuren des Entdeckers Adolphus Greely, der 1881 zu einer Polarexpedition aufbrach, die im Unglück endete.

Herr Fuchs, machen Sie manchmal auch Urlaub am Strand?

Arved Fuchs: Schon, allerdings nicht, um mich am Strand auszustrecken, das ist mir zu langweilig. Ich segle oder unternehme etwas. Mehr interessiert mich aber die Polarregion, wobei es da sicherlich nicht um die Kälte geht.

Sondern?

Fuchs: Es gibt dort grandiose Naturlandschaften zu entdecken, menschenleere Regionen und man wird mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Das sind ja keine Urlaubsreisen, allein mit der Kälte umzugehen, das muss man lernen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, auf den Spuren Greelys nach Grönland zu segeln?

Fuchs: In den 90er Jahren hatte mich eine ältere Dame aus Hannover angerufen und mir erzählt, dass ihr Onkel zu Greelys Expeditionsteam gehörte. Er war einer der Teilnehmer, die umgekommen sind. Die Frau schlug vor, ich solle nach Grönland fahren, so entstand die Idee, die Fahrt Greelys an den Originalschauplätzen zu dokumentieren.

Was unterscheidet den Abenteurer von 1881 von dem des Jahres 2012?

Fuchs: Früher ging es um territoriale Neuentdeckungen, man ist für König und Vaterland in unbekannte Regionen aufgebrochen. Das ist heute anders, vieles ist entdeckt und ich fahre nicht für nationales Pathos hinaus, sondern für mich und mein Team. Wissen und technische Mittel haben sich verändert. Der Umgang mit der Materie, die Faszination für diese Naturlandschaft, ist aber die gleiche.

Eine Landschaft, für deren Schutz Sie sich als UN-Botschafter einsetzen. Wie hat der Klimawandel die Polarregionen verändert?

Fuchs: Wir hatten bei der Expedition Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts an Bord, mit denen wir auf dem Schiff überwintert haben. Sie haben während der Polarnacht die Auswirkungen des Klimawandels erforscht. Aktuell haben wir dort einen Negativrekord. Die Eisdecke des Arktischen Ozeans ist so weit geschmolzen wie noch nie. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Tierwelt und auf das Leben der Menschen dort. Letztlich auf den ganzen Planeten, wenn der Meeresspiegel durch die Eisschmelze steigt.

Was halten Sie dann davon, dass Shell in der Arktis nun nach Öl bohren darf?

Fuchs: Das ist eine Katastrophe. Die Auswirkungen eines Unfalls wie wir ihn bei der Deepwater Horizon am Golf von Mexiko erlebt haben, will ich mir gar nicht ausmalen. Wir haben dort oben nicht die gleiche In-frastruktur, im arktischen Winter ist es 24 Stunden lang dunkel, kalt und stürmisch.

Was wollen Sie da Ihren Besuchern im Gasometer mitgeben?

Fuchs: Eine gesunde Stadt braucht eine lebendige Natur. Ein Stück möchte ich Lobbyarbeit für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur machen. Meine Zuhörer bekommen aber vor allem Einblicke in die Entdeckungsgeschichte Grönlands, auch ins Leben der Menschen dort.

Sie gelten als Kritiker des Massentourismus – stacheln Sie die Abenteuerlust mit Ihren Vorträgen und Entdeckungen nicht auch an?

Fuchs: Da stehe ich sicher in der Verantwortung. Ich kritisiere auch nicht, dass sich jemand einen Rücksack aufsetzt und durch den Thüringer Wald streift, sondern den spektakulären Tourismus. Heute lassen sich die Leute bis auf 100 Kilometer an den Nordpol heran fliegen, weil sie den ganzen Weg nicht aus eigenen Kräften schaffen. Das ist doch Humbug. Man muss nicht am Nordpol gewesen sein.

Schon in Oberhausen gewesen?

Fuchs: Ich bin einmal nur durchgefahren. Jetzt freue ich mich auf den Besuch und darauf, die Ausstellung zu sehen.

Am kommenden Freitag, 21. September, endet die Sommerreihe der „Magischen Nächte“ im Gasometer mit Arved Fuchs’ multimedialem Vortrag über seine Expedition nach Grönland.

Einlass ist um 18.30 Uhr, der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr; Karten zum Preis von 15 Euro (10 Euro erm.) gibt es im Vorverkauf am Gasometer,  850 37 33 oder unter: info@gasometer.de

Stephanie Weltmann



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