Plaudern bei der Stadt-Party in Oberhausen

Rund 450 geladene Gäste kamen zum Jahresempfang der Stadt Oberhausen.
Rund 450 geladene Gäste kamen zum Jahresempfang der Stadt Oberhausen.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Oberbürgermeister Klaus Wehling war zum letzten Mal der Gastgeber beim Jahresempfang der Stadt Oberhausen. Von Wehmut und Friedenssicherung.

Oberhausen.. Beim ersten Blick in die Luise-Albertz-Halle am Dienstagabend konnten die Gäste des Jahresempfangs der Stadt glauben, auf eine Friedensdemo geraten zu sein: Weiße Luftballons schwebten im Saal, weiße Kerzen leuchteten, Grüppchen von Leuten standen ins Gespräch vertieft herum und neben dem Stadtwappen an der Stirnseite des Raumes prangte das Logo des neuen Oberhausener Jugendfriedenspreises „Youth for Peace“ (Jugend für Frieden).

Aber für eine Friedensdemo waren die 450 geladenen Gäste dann doch zu festlich gekleidet, und bei einer Demo wird man auch nicht per Handschlag vom Oberbürgermeister persönlich begrüßt. Klaus Wehling stand – mit der Amtskette geschmückt – am Ende eines Roten Teppichs am Saaleingang und schüttelte unermüdlich und freundlich die Hände von Vertretern der Stadtgesellschaft aus Parteien, Vereinen, Verbänden, Institutionen, Unternehmen. Die stellten sich alle brav in der Schlange an, um dem Gastgeber die Ehre zu erweisen.

Amtszeit endet im Oktober 2015

Eine traditionelle, aber durchaus anstrengende Zeremonie, wie sich bei der anschließenden Rede des Oberbürgermeisters zeigte. „Meine Hand hat gehalten, aber meine Stimme hält vielleicht nicht“, sagte Wehling ein wenig heiser. Sie hielt aber doch, Disziplin ist eben alles.

Besonders herzlich begrüßte das Stadtoberhaupt noch einmal den 89-jährigen Sally Perel, der an Oberhausener Schulen aus seinem Buch „Hitlerjunge Salomon“ liest. „Ein sichtbares Zeichen gegen Krieg und Gewalt“ soll der neue Jugendfriedenspreis sein, den der Oberbürgermeister bei seinem letzten Jahresempfang (seine Amtszeit endet im Oktober 2015) ins Leben gerufen hat und für den er um Spenden warb.

Pizza, Döner und Nudeln

Der musikalische Gast des Abends, Nyassa Alberta, Hauptdarstellerin im Oberhausener Musical „Sister Act“, singt sonst sicher vor einem aufmerksameren Publikum, aber die Profi-Sängerin stimmte ihre beiden Lieder souverän gegen die Plauder-Kulisse an. Emotional wurde es beim Auftritt von 19 Kindern aus dem Friedensdorf, die den Benefizsong „We are the world“ vortrugen – die Gäste im Saal klatschten mit, zum Mitsingen waren die meisten zu vorsichtig.

„Das Buffet ist eröffnet“, kündigte Wehling um zwanzig nach acht nach Interviews mit Vertretern des Jugendparlaments und der „Multi“ auf der Bühne an. Die Geladenen konnten an vier Tischen ihre Teller mit Pizza, Dönerfleisch, Nudeln mit Bolognese-Sauce, kleinen „Cordon bleu“-Schnitzeln oder Salat füllen – fürs Essen sorgte der Stadthallen-Wirt Imhoff. Hauptsponsor des Abends war die Energieversorgung Oberhausen (EVO).

Noch nach 23 Uhr standen unentwegte Bürger zusammen und redeten miteinander. Meistens freundlich – auch über sonst gepflegte Gegnerschaften hinweg.