Plattenteller statt Anton - DJ Ötzi legt in Bottrop auf

Gerry Friedle, der Mann, der DJ Ötzi ist: Der Österreicher singt am 13. Juni bei „Oberhausen Olé“. Am Freitag (9. Januar) legt er in Bottrop auf.
Gerry Friedle, der Mann, der DJ Ötzi ist: Der Österreicher singt am 13. Juni bei „Oberhausen Olé“. Am Freitag (9. Januar) legt er in Bottrop auf.
Foto: Oliver Müller
Geburtstagskind DJ Ötzi spricht über sein Vorbild Elvis Presley. Am Freitag legt er in Bottrop auf. Im Sommer kommt er nach Oberhausen.

Oberhausen/Bottrop.. Gerry Friedle wirkt Mittwochmorgen am Telefon müde. Es ist sein Geburtstag, am Abend zuvor hat der Österreicher ein wenig gefeiert. 16 Millionen verkaufte Platten mit frischen 44 Jahren, nicht schlecht. Am 13. Juni führt ihn sein Weg wie so oft nach Oberhausen. Am Freitag (9. Januar, ab 22.30 Uhr) legt er in der Bottroper Diskothek Nina auf. Gerry Friedle, der Mann, der DJ Ötzi ist.

Glückwunsch, wie feiern Sie heute?

DJ Ötzi: Familie und Freunde sind bei mir. Wir wollen vielleicht noch Fußball spielen gehen. Ich trau’ mich aber noch nicht so ganz, weil ich mir einen Wirbel verschoben habe.

Wer ist eigentlich „Anton aus Tirol“ aus Ihrem ersten großen Hit?

DJ Ötzi: Ich habe ihn selbst nicht getroffen. Aber er ist ein toller Typ. Alle haben gesungen: „Ich bin so schön, ich bin so toll!“ Jeder hat das zu sich selbst gesagt. Das ist kein Saufsong, das ist ein Motivationssong.

Sie sind als Jugendlicher von zu Hause ausgerissen, haben später eine Lehre als Koch angefangen. Hat Ihnen die Musik geholfen?

DJ Ötzi: Ich glaube schon. Es hilft, um zielstrebig seinen Weg zu gehen und aus der Situation herauszupreschen. Das war damals gut so, Musik hat mich aufrechterhalten.

Hatten Sie Vorbilder?

DJ Ötzi: Seit meiner Kindheit bin ich ein Fan von Elvis Presley. Darum heißt meine Tochter Lisa Marie. Und, das habe ich noch niemandem verraten, Thomas Gottschalk war ein Vorbild. Mir hat es gefallen, wie er mit Leuten umgehen konnte und sich von keinem hat hineinreden lassen. Ich habe ihm das nie gesagt.

Bedauern Sie es, dass er „Wetten, dass...“ letztlich verlassen hat?

DJ Ötzi: Es war ein Muss, dass er gegangen ist. „Wetten, dass“ hat man immer nur mit ihm verbunden, was für einen nicht immer cool ist.

Nervt es Sie, wenn alle Ihre alten Hits hören wollen?

DJ Ötzi: Nein. Ich verstehe Künstler nicht, die ihre alten Hits nicht spielen wollen. Das ist für mich Hochmut. Ich singe sie nicht unter der Dusche, aber auf meinen Konzerten.

Müssen Musiker zwangsläufig redegewandte Entertainer sein?

DJ Ötzi: Du musst das Talent angeboren haben, wie du durch eine Party oder ein Konzert führst. Jede Sekunde spüren die Leute, ob du gut drauf bist oder nicht. Das kann man nicht lernen. Ich habe das nie trainiert. Ich bin ein Autodidakt.

Am Freitag legen Sie in der Bottroper Diskothek „Nina“ einmalig wieder als DJ auf. Warum?

DJ Ötzi: Der Manager von Michael Wendler, Markus Krampe, ist ein Freund von mir. Ich habe ihm das vorgeschlagen. Und er hat sofort zugesagt. Seit mehr als 20 Jahren bin ich im Musikgeschäft und wollte etwas machen, was es sonst nicht mehr gibt. Genau so habe ich damals ja zunächst mein Geld verdient.

Sie singen häufig auch in Oberhausen. Ist das Zufall?

DJ Ötzi: Ich bin fast gar nicht in Unterbayern, viel zu selten in Österreich und dafür häufig im Norden und Westen unterwegs. Ich mache mir darüber nie Gedanken. Ich fühle mich aber mit den Leuten im Ruhrgebiet verbunden, weil ich denke, dass ich auf dem Teppich geblieben bin.

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