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Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt

09.08.2010 | 14:59 Uhr
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt

Oberhausen.Weil er gegen den Zölibat verstoßen und in einer Kontaktbörse für Schwule im Internet nach einem Partner gesucht haben soll, hat Bischof Franz Josef Overbeck den Oberhausener Pfarrer Bernward Mezger beurlaubt.

Für viele Gläubige kam die Kunde am Sonntag aus heiterem Himmel: Propst Bernward Mezger (51) soll nicht enthaltsam leben und auf einer Schwulen-Kontaktbörse im Internet Partner zum Sex gesucht haben. Daher wird er auf eigenen Wunsch von Bischof Franz Josef Overbeck mit Wirkung vom 14. August 2010 beurlaubt.

„Die Beurlaubungszeit wird ihm eingeräumt, um seine Lebenswirklichkeit im Dienst als Priester und die mit der priesterlichen Lebensform verbundenen Konsequenzen in Ruhe überdenken zu können“, heißt es in einer Erklärung des Generalvikars Hans-Werner Thönnes, die am Sonntag in den Gottesdiensten der acht Gemeinden der Propsteipfarrei St. Clemens verlesen wurde.

„Hexenjagd auf Schwule“

Für die unter akutem Priester-Nachwuchsmangel leidende Kirche sind schwule Pfarrer kein Problem, solange es eine Neigung ist und die Priester keusch leben. Tun sie dies nicht, sind sie als Pfarrer einer Gemeinde nach katholischem Denken nicht mehr tragbar.

Erst im Frühjahr sah sich der Halveraner Pfarrer Volker Ziegenhagen gezwungen, auf sein Pfarramt zu verzichten, nachdem bekannt geworden war, dass er sich auf der Online-Plattform „gayromeo“ anderen Männern zum Sex angeboten haben soll. Reporter einer Boulevard-Zeitung hatten Ziegenhagen mit Ausdrucken seines Auftritts im Internet konfrontiert. Homosexuelle kritisierten dies als „Hexenjagd auf Schwule“.

Homosexualität als Sünde bezeichnet

Nach Informationen dieser Zeitung soll Bernward Mezger den gleichen Weg gegangen sein – unter dem Pseudonym Turtur. Ausdrucke, die das belegen sollen, wurden bereits Anfang Mai bei einem Oberhausener Notar hinterlegt. Zusammen mit einer eidesstattlichen Versicherung, der Propst habe eindeutig sexuellen Kontakt gesucht.

Gleichzeitig wurde der „Fall“ Bischof Overbeck gemeldet. Der Bischof hatte erst im Frühjahr bei Anne Will Homosexualität als „Sünde“ bezeichnet und gesagt: „Das widerspricht der Natur.“

Mehrere Stellen nicht besetzt

„Ja, es gibt Anschuldigungen und Vorwürfe gegen Pfarrer Mezger“, bestätigte Bistumssprecher Ulrich Lota Anfang vergangener Woche. „Er ist aufgefordert worden, Stellung zu beziehen.“ Zu den Vorwürfen „in der laufenden Personalangelegenheit“ gab es kein Wort. Nur soviel: „Es geht nicht um ein Strafverfahren.“

Hatten es die Verantwortlichen im Bistum bis dahin nicht besonders eilig, so beschleunigten die Recherchen unserer Zeitung das Verfahren, am Sonntag folgte die Offensive mit der Verkündigung der traurigen, verklausulierten Botschaft in den Kirchen des Stadtnordens.

Verstoß schade der Glaubwürdigkeit eines Priesters

Vom Tisch ist vermutlich eine andere Personalie, die in Essen vorbereitet wurde. Pfarrer Ziegenhagen sollte nach unseren Informationen in Oberhausen als Krankenhausseelsorger eine neue Aufgabe finden. „Der Einsatzort von Volker Ziegenhagen ist meines Wissens noch nicht festgelegt“, sagt der scheidende Stadtdechant Michael Dörnemann. Richtig sei, dass in Oberhausen mehrere Stellen nicht besetzt seien.

Zu den Vorwürfen gegen Propst Mezger, der als Pfarrer der Großgemeinde St. Clemens mit rund 38 000 Katholiken zumindest ein geborener Kandidat für das Dechantenamt gewesen wäre, wollte sich Dörnemann nicht äußern. Zum Zölibat schon. „Der Zölibat ist eine wichtige Lebensform in der katholischen Kirche.“ Jeder Verstoß schade der Glaubwürdigkeit eines Priesters.

Folgendes Schreiben von Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes wurde am Sonntag in den Oberhausener Kirchen verlesen:

... mit großer Betroffenheit wende ich mich heute mit einer Information an Sie, die sicher bei vielen von Ihnen Besorgnis und Verunsicherung auslösen wird.

Herr Propst Bernward Mezger hat aufgrund von Anschuldigungen, die ihn hinsichtlich der Erfüllung der priesterlichen Lebensform infrage stellen, unseren Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck gebeten, ihn bis auf Weiteres zu beurlauben.

Der Bischof hat der Bitte von Herrn Propst Mezger entsprochen und ihn mit Wirkung vom 14. August 2010 beurlaubt. Die Beurlaubungszeit wird ihm eingeräumt, um seine Lebenswirklichkeit im Dienst als Priester und die mit der priesterlichen Lebensform verbundenen Konsequenzen in Ruhe überdenken zu können. Ebenso wird der Bischof in dieser Zeit die gegenüber Herrn Propst Mezger erhobenen Anschuldigungen überprüfen lassen. Damit wird die Entscheidung des Bischofs über den weiteren Einsatz von Herrn Propst Mezger vorbereitet.

Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen, weise ich darauf hin, dass sich die gegen Herrn Propst Mezger erhobenen Anschuldigungen nicht auf eine Straftat beziehen.

Der Vertreter des Pfarrers von St. Clemens, Herr Pastor Martin Cudak, wird während der Beurlaubungszeit die Leitung Ihrer Pfarrei übernehmen. Ihn wie auch die anderen Herren Pastöre und die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich darum gebeten, Ihnen diesen Brief zur Kenntnis zu geben.

Verbunden mit der Bitte um Ihr Gebet für Herrn Propst Mezger verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans-Werner Thönnes

Generlavikar

Thomas Schmitt

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Kommentare
15.11.2010
16:36
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von Hier | #48

Hier geht es nun mal darum, dass man einem Glauben abgeschworen hat. Man mag davon halten, was man will, aber der Pfarrer wusste ja vorher, worauf er sich einlässt. Trotzdem natürlich wieder eine traurige Geschcihte der Institution.

11.08.2010
22:35
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von Blanc | #47

Einige Anmerkungen zur Berichterstattung der Altenaer Lokalredaktion der WR über den Fall Metzger. Im überregionalen Teil der WR war u.a. zu lesen, Probst Metzgers angebliche Aktivität in der Schwulen-Kontaktbörse sei durch ausgedruckte Protokolle belegt, die bei einem Notar hinterlegt worden seien. In dem wesentlich ausführlicheren Bericht im Altenaer Lokalteil fehlt diese Information völlig, es wurde nur über Metzgers Dementi in dieser Sache berichtet.
Diese Art von Berichterstattung, die nur diejenigen Informationen berücksichtigt, die der Redaktion, vor allem ihrem Leiter Hüls, in den Kram passen, ist in letzter Zeit schon mehrfach zu beobachten gewesen, zum Beispiel bei der Artikeln über die Schulleitung am BGA und über die Beurlaubung leitender Mitarbeiter des Vinzenz-Hospitals im letzen Jahr.
Bei Herrn Hüls entsteht immer wieder der Eindruck, dass er allein seine persönlichen weltanschaulichen und politischen Vorlieben zum Maßstab seiner Berichterstattung erhebt. Kritischer Journalismus, der die Öffentlichkeit umfassend und ohne Vorbhalte informiert, um den Lesern die Bildung einer eigenen Meinung zu ermöglichen, sieht anders aus. Man sehnt sich zurück zu den Zeiten des Altenaer Redaktionsleiters Klaus Maliga, der uneingeschränkt für Sachverstand, Ausgewogenheit, kritische Distanz und Unabhängigkeit stand.

11.08.2010
22:10
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von Blanc | #46

Es ist ein Witz, dass die katholische Kirche einen Mitarbeiter aus dem Verkehr zieht wegen einer Angelegenheit, die allein ihn persönlich angeht.

Aber: Probst Metzger ist nicht in erster Linie ein Opfer der katholischen Kirche, sondern einer ihrer Vertreter, und zwar als Probst in einer nicht unwichtigen Position. Das heißt, Herr Metzger gehört in einer leitenden Funktion zu derjenigen Institution, die genau jene verquere und heuchlerische Sexualmoral vertritt, deren Konsequenzen Metzger jetzt selbst zu tragen hat. Sowohl die Handlungen des Bischofs als auch Metzgers eigene Stellungnahme zu den Vorwürfen,die ihm gemacht werden, sind ein typisches Beispiele für die heuchlerische Doppelmoral der katholischen Kirche.

10.08.2010
23:49
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von Gemeindemitglied | #45

Rachezug von Bürgermeister Bross erfolgreich abgeschlossen . . .
Herr Broß, sind Sie jetzt zufrieden?
Sie haben sich keine Freunde mit dieser Aktion gemacht.
Treten Sie lieber als Bürgermeister zurück bevor Sie schweren Zeiten entgegensehen.
Als Bürgermeister sind Sie bei den Bürgern unten durch.
Die haben Verständnis für den Probst und werden ihn unterstützen.

10.08.2010
17:29
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von Kirchenleitung verschuldet Priestermangel | #44

Warum kann die Katholische Kirchenleitung nicht von den Lutheranern und Anglikanern lernen.

Dort dürfen Frauen Pastorin und Bischöfin sein. Dort sind homosexuelle Menschen offen im Dienst als Pastoren und Bischöfe tätig. Bei den Anglikanern in den USA arbeiten offen homosexuell lebende Bischofe wie Gene Robinson oder Mary Glasspool und im lutherischen Schweden gibt es mit Eva Brunne eine offen lesbisch lebende Bischöfin in Stockholm, die mit ihrer Partnerin gemeinsam im Bischofssitz lebt und arbeitet.

NUR bei den Katholiken wird derart rumgeeiert anstatt endlich das Pflichtzölibat zu öffnen und es den Priestern freizustellen, ob sie als Single oder in einer Beziehung leben wollen. Das Pflichtzölibat war im Mittelalter sinnvoll, aber im 21. Jhd. schwächt es die Katholische Kirche und führt in westlichen Industriestaaten zu einem Priestermangel. Überall stehen die katholischen Pfarrhäuser leer oder werden verkauft in ländlichen Dorfgemeinden.

Und es ist an der Zeit, endlich Frauen als Priesterin bei den Katholiken zuzulassen. Wie lange noch versucht Ratzinger die Katholische Kirche ins Mittelalter zurückzudrehen ?

10.08.2010
17:17
Pfarrer wegen Partnersuche im Internet beurlaubt
von scheinheiligen | #43

wieso hauen alle auf die WAZ?veröffentlicht wurde doch durch den General Vikar...das die WAZ dann recherchiert das muss doch wohl so sein...finde auch dass der Denunziant Herr Polizeibeamter Klaus-Dieter Bross (bin ein freund der namensnennung) der das Outing ja anscheinend deshalb gemacht hat um den ihm unliebsamen propst loszuwerden, (wären es moralische gründe versteh ich nicht wie er sich mit seinem schwulen sohn versteht), der also gehört doch wohl an den Internetpranger gestellt..was anderes ist das hier nicht. also soll der Propst machen was er will der allergrößte Hund im land ist immer noch der Denunziant!

10.08.2010
17:03
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von Agnostiker2 | #42

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10.08.2010
16:20
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von ich | #41

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10.08.2010
16:03
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von Agnostiker2 | #40

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10.08.2010
16:02
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von ichbins | #39

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