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Kriminalität

Pfadfinder brutal verprügelt

27.12.2009 | 17:35 Uhr
Pfadfinder brutal verprügelt

Vor einer Mülheimer Disko kam es zu einem Streit. Der 23-jährige Christian H. aus Oberhausen wollte lediglich helfen und liegt nach einer Not-Operation nun im Krankenhaus.

Es sollte der Ausklang des Weihnachtsabends werden und endete mit schweren Verletzungen. Drei junge Oberhausener im Alter von 18, 19 und 23 Jahren wurden brutal am frühen Morgen des ersten Weihnachtstages auf der Sandstraße in Mülheim zusammengeschlagen. Alle drei mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden; der 23-jährige Christian H. wurde noch am gleichen Tag operiert und wird nach ersten Diagnosen voraussichtlich weitere zehn Tage in einer Essener Klinik verbleiben müssen. Der Vater ist nach der Tat fassungslos und empört zugleich. „Man muss heute fast schon sagen: Leider hat er versucht zu helfen und wurde daraufhin selbst zum Opfer.”

Der Tatort: Vor dem Ballermann an der Sandstraße in Mülheim-Styrum fand die Schlägerei statt. Gegen 4.45 Uhr schritt die Polizei ein. In direkter Nähe warten nachts Taxen auf Kunden. Foto: Stephan Glagla

Es waren Jugendliche aus der Pfarrgemeinde St. Katharina in Lirich, die den schrecklichen Morgen erleben mussten. Sie gehören dort zu der Pfadfindergruppe, die an Heiligabend mit Kindern aus sozial schwachen Familien ein wenig Weihnachten gefeiert und Geschenke verteilt hatte.

Getrennt aufgebrochen

Sechs der Pfadfinder fahren am späten Abend wie viele andere Jugendliche nach Mülheim in die Diskothek „Ballermann” an der Sandstraße. Gegen halb fünf macht sich dann der erste aus der Gruppe auf den Heimweg. „Es war ein Fehler, nicht zusammen den Heimweg angetreten zu sein”, heißt es später.

Vor der Tür der Diskothek hält sich zu dem Zeitpunkt eine Gruppe von fünf jungen Männern auf, die auf Streit aus gewesen sein sollen. Als der 23-jährige Christian die Disko verlässt, sieht er, wie sein Kollege von der Gruppe zusammengeschlagen wird, auf dem Boden liegt. Er schaltet sich spontan ein, will seinem Freund helfen. Daraufhin soll sich die Gruppe auf ihn gestürzt haben. Immer wieder schlagen sie auf ihn ein, zielen immer wieder auf den Kopf. Ein weiterer Jugendlicher bekommt ebenfalls einen Schlag mit und wird verletzt. Nach Meinung der Pfadfinder könnte es sich bei den Angreifern um Kampfsportler handeln.

Mit dem Taxi geflohen

Kommentar
München ist überall

Ein Mann zeigt Zivilcourage und wird selbst Opfer.

Der Fall, der sich in München ereignete und mit dem Tod des Helfers endete, erregte die Gemüter. Christian H. aus Oberhausen lebt, doch er liegt schwer verletzt im Krankenhaus, weil er mutig eingriff, weil ein Freund in Not war. Die Täter sind geflüchtet. Doch selbst wenn sie aufgegriffen, angeklagt und verurteilt werden – was der junge Mann erlitt, kann lebenslange physische, aber auch psychische Folgen haben. Und wirft die Frage auf, wann und wie es sinnvoll ist, einzugreifen. gu

Gegen 4.45 Uhr erreicht die Polizei ein Hilferuf von der Sandstraße. Als das Martinshorn zu hören ist, flüchten die Täter. Ein Zeuge beobachtet, wie sie in zwei in unmittelbarer Nähe wartende Taxen einsteigen und davonfahren.

Die Polizei konnte bislang die Täter nicht ermitteln. „Wir werden weitere Zeugenaussagen auswerten”, erklärt eine Sprecherin der Polizei. Auch die Suche nach den Taxi-Fahrern hatte bisher noch keinen Erfolg. „Warum”, fragt der Vater ratlos, „ist keiner von den Taxifahrern eingeschritten, die müssen doch gesehen haben, dass die Jungs Hilfe brauchten.”

1000 Euro Belohnung

Inzwischen liegt eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vor. Der Vater von Christian H. hat zur Ergreifung der Täter eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Während der 18-Jährige und 19-Jährige nach ärztlicher Versorgung das Krankenhaus wieder verlassen können, muss Christian H. in der Klink bleiben. Er hat Verletzungen am ganzen Körper. Der Kiefer ist zertrümmert. Einmal wurde bereits operiert, eine weitere OP soll in den nächsten Tagen erfolgen.

Erinnerungen an München

Es hätte, so der Vater, noch schlimmer kommen können, und mit großer Furcht denkt die Familie an die Ereignisse von München, wo ein Mann, der helfen wollte, zu Tode geprügelt wurde.

Andreas Heinrich

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Kommentare
11.01.2010
14:20
Pfadfinder brutal verprügelt
von Martin P. | #16

wieso gibt´s in dem Artikel keine Täterbeschreibung? Wie soll man die Täter finden, wenn nähere Angaben dazu verschwiegen werden... ich möchte endlich gern mal wissen, ob so was tatsächlich absichtlich verschwiegen wird (gibts da Verordnungen/Richtlinien?) oder ob detaillierte Informationen in den Fällen wirklich fehlen. Bei Angriffen von Neonazis wird sowas ja (Gott sei Dank!) auch nicht verheimlicht.

11.01.2010
12:39
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von Matthias.Kiesel | #15

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11.01.2010
12:39
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von Matthias.Kiesel | #14

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09.01.2010
15:56
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von Moers Sued | #13

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09.01.2010
14:18
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von Moderation | #12

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09.01.2010
13:29
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von Carl Martell | #11

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02.01.2010
20:19
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von keinEsel | #10

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01.01.2010
12:27
Pfadfinder brutal verprügelt
von Sebi 2010 | #9

Meiner Meinung nach müsste man den Laden umgehend seitens der Stadtverwaltung schleßen; es kann nicht sein, dass solche Schuppen eine Konzession etc. besitzen.

Wer versäumt, zu handeln, muss eben fühlen.

28.12.2009
17:23
Pfadfinder brutal verprügelt
von vantast | #8

Die Täter: welch ein ********! Hoffentlich kriegt man diese Versager. Es kann einem Bange werden vor der Rohheit und Gefühllosigkeit dieser Soziopathen. Es ist ja kein Einzelfall. Jetzt macht sich die Vernachlässigung der Sozialisation in Elternhaus, Krippe,Kindergarten, Schule bemerkbar. Das Sparen an den falschen Stellen wird uns teuer zu stehen kommen.

28.12.2009
14:11
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von | #7

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