Personalmangel an Kliniken kein Einzelfall
02.11.2010 | 18:32 Uhr 2010-11-02T18:32:00+0100
Oberhausen.Die Beschwerden über Pflegemängel wegen Personalmangels am Evangelischen Krankenhaus (EKO) lösen eine Welle von Reaktionen aus. Auch an anderen Häusern beklagt man den Mangel an Personal. Die Gewerkschaft Verdi sieht die Situation kritisch.
Die Reaktionen auf unseren Artikel zu den Arbeitsbedingungen am Evangelischen Krankenhaus Oberhausen (EKO) sind vielfältig. „Ich bin im EKO auf viel Freundlichkeit und Kompetenz getroffen, aber auch auf völlig überbelastete und infolgedessen weniger motivierte Mitarbeiter“, sagt etwa Hans-Willi Konrad, dessen Lebensgefährtin mehrfach in diesem Jahr im EKO behandelt wurde. Ein Mitarbeiter des Hauses, der sich in einem anonymen Schreiben an die Redaktion gewandt hat, ergänzt: „Überlastunganzeigen der Stationsleitungen werden von der Geschäftsführung nicht ernst genommen, die Leitungen keineswegs unterstützt.“ Stellung dazu wird die Geschäftsführung des EKO am Mittwoch beziehen.
Ein Einzelfall? Auch an anderen Häusern in unserer Stadt beklagt man den Mangel an Personal. „Frustriert sind meine Kollegen deshalb aber nicht“, meint Florian Suchland. Der 26-jährige Personalvertreter und Krankenpfleger am St.-Clemens-Hospital beruft sich auf den Teamgeist „durch alle Betriebsteile und Ebenen“ und erklärt, dass personelle Engpässe zweigleisig aufgefangen werden.
Den kurzen Dienst etwa, der am „Haus F“ des EKO zur Folge hat, dass (anders als berichtet) bis zu 30 Betten temporär von nur einem Pfleger versorgt werden können, gibt es auch am St.-Clemens-Hospital: „Wir setzen Teilzeitkräfte zu Stoßzeiten für einige Stunden zusätzlich ein. Bei uns ist morgens zwischen sechs und acht aber niemand allein auf Station.“ Sollte es zu Engpässen kommen, gebe es darüber hinaus einen Personalpool, über den Krankenpfleger kurzfristig an Stationen vermittelt werden können.
„Überall problematisch“
„Grundsätzlich ist die Situation des Pflegepersonals an allen deutschen Krankenhäusern problematisch“, urteilt Tjark Sauer von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Der Druck im Arbeitsalltag, befürchtet der Fachmann für Gesundheitspolitik im Verdi-Bezirk Mülheim/Oberhausen, werde weiter steigen, sollten die von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) angestrebten Einsparungen umgesetzt werden: Bis 2012 sollen allein an deutschen Krankenhäusern rund 500 Millionen Euro weniger ausgegeben werden.
Birgit Florichs-Hantel (36) bestätigt diese Angst: Die Oberschwester ist für die Pflegeleitung am Johanniter-Krankenhaus zuständig und sagt, dass „keine Krankenschwester so arbeiten kann, wie sie sich das wünscht oder wie sie das einmal gelernt hat.“ Eine Folge der hohen Arbeitsdichte sei eine zunehmende Abwanderung von Fachkräften – vor allem in skandinavische Länder. „Auffangen kann man das nur, indem man den Nachwuchs fördert“, sagt Florichs-Hantel. Im Johanniter-Krankenhaus werden deshalb in diesem Jahr erstmals 60 statt 50 neue Pflegekräfte ausgebildet.

17:04
Vielleicht liegen hier neue Perspektiven brach...
www.arbeitinderschweiz.ch
23:03
Was ich an Ihrem Bericht seltsam finde, ist das die geschilderte Situation in fast allen deutschen Krankenhäusern ähnlich aussieht, sie allerdings dieses Thema lokal auf ein einzelnes Krankenhaus beziehen. Es ist aber leider Realität in vielen Kliniken. Auch das Clemens Hospital ist da keine glorreiche Ausnahme. Hier stellt sich für mich die Frage warum eine unvoreingenommene Berichterstattung nicht möglich war und wieso dieses doch sehr wichtige Thema in einem Lokalteil unterkommen musste.
12:36
Man sollte aber auch mal nicht vergessen, wie groß der Wettberwerb in Oberhausen ist und dass es zu viele Planbetten für eine Stadt dieser Größe gibt. Da müssen die Kliniken doch sparen und darauf warten, dass die Konkurrenten in die Knie gehen.
Nicht schön, aber wahr.
10:10
Gefällt mir Ihr letzter Satz @r.bärmlich!
ABER!
Durch ehrliche Arbeit ist so gut wie niemand
Reich geworden! :-))
08:15
Tja und die eingesparten Euros landen dann bei den
lieben Managern des Krankenhauses im Geldbeutel.
23:11
Und später bei Plasi, dann bei Illni bis zur Will: Speziell Grüne und FDP werden wieder davon schwätzen, dass Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz doch soooo viel wichtiger als Geld sei. Und das sozial sei, was Arbeit schafft.
Quasseln stets welche,denen man persönlich mit ehrlicher Arbeit bloß nicht kommen soll.
20:18
Hat sich schon jemand gefragt warum soviele Deutsche aus dem medizinischen Bereich ins Ausland wechseln ? Zum Bsp. im konkreten Fall in die Schweiz. Tolle Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichlkeiten, wesentlich weniger Streß, mehr Zeit für den einzelnen Patienten, excellente medizinische Ausstattung, wesentlich besseres Einkommen, nur 7 Prozent Steuerlast darauf, höher Freizeitwert im Sommer wie im Winter (42 Stundenwoche). Herz, was willst Du mehr................
20:13
Ist doch in fast jeden Betrieb so, Hauptssache die Geschäftsleitung hat genug Personal damit die nicht son Stress haben.