Patient mit gefährlichem Keim in Oberhausen isoliert

Ein Patient in Oberhausen ist auf die Isolierstation verlegt worden, weil er Träger eines gefährlichen Bakteriums ist.
Ein Patient in Oberhausen ist auf die Isolierstation verlegt worden, weil er Träger eines gefährlichen Bakteriums ist.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Ein Patient des Oberhausener St.-Josef-Hospitals wurde auf der Intensivstation isoliert. Er ist Träger eines Bakteriums , das zum MRSA-Erreger gehört.

Oberhausen.. Die Redaktion erreichte am Dienstag der aufgeregte Anruf eines Oberhauseners: „Am St.-Josef-Hospital ist eine ganze Abteilung wegen MRSA-Keimen (Multiresistenter Staphylococcus aureus) geschlossen worden.“ Dr. Holger Ernst, Arzt am St. Josef, erzählt, was wirklich passiert sei. Eine Station oder Abteilung sei nicht geschlossen worden. Man habe aber bei einem Patienten auf der Intensivstation einen sogenannten gramnegativen Keim festgestellt. Gramnegative Keime sind Bakterien, die etwa Lungen- oder Rachenentzündungen, im schlimmsten Fall eine Sepsis (Vergiftung) auslösen können. Einige von ihnen sind ähnlich gefährlich und multiresistent wie die zur Gruppe der grampositiven Bakterien gehörenden MRSA-Erreger.

Der betroffene Patient sei bereits vor der Diagnose am vergangenen Freitag in einem Zimmer auf der Intensivstation isoliert worden. „Wir hatten schon den Verdacht, dass sich bei dem Mann so etwas entwickeln könnte“, erläuterte Dr. Ernst die Vorsichtsmaßnahme. „Um welches Bakterium es sich in diesem Fall genau handelt, wird noch ermittelt“, erklärte der Arzt. Gleichzeitig würde im Labor geprüft, auf welche Antibiotika dieser Keim reagiert. Das müsse für eine bestmögliche Behandlung ständig neu ausgetestet werden.

Keime erst beim Monitoring festgestellt

Bei einem Test auf Keime wie MRSA, den das Krankenhaus bei allen Patienten vor ihrer Aufnahme macht, sei das Bakterium nicht aufgefallen. Es wurde erst bei einem Monitoring festgestellt. Patienten der Intensivstation würden regelmäßig auf ein Spektrum von Keimen untersucht. „Gramnegative Keime tauchen immer wieder auf Intensivstationen auf“, versichert Ernst.

Grundsätzlich müssen weder gramnegative-, noch positive Erreger keine Beschwerden verursachen. Auch Menschen, die MRSA Erreger in sich tragen, sie siedeln normalerweise auf der Nasenschleimhaut, müssen nicht krank werden. Die Erreger werden erst dann zu einem Problem, wenn der Körper eines Menschen durch eine Krankheit geschwächt ist.

Damit sich im St.-Josef-Hospital niemand sonst mit dem gramnegativen Erreger infiziert, führt zu dem Zimmer des betroffenen Patienten nun eine Schleuse. Es gibt Pflegepersonal, das nur für ihn da ist und spezielle Schutzkleidung trägt.