Paar soll Zehnjährige zum Sex gezwungen haben

Oberhausen..  Wegen eines ekelhaften Verbrechens müssen sich seit gestern ein 47-jähriger Oberhausener und seine ehemalige Lebensgefährtin (31) vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Zwischen Februar und April 2014 soll das Paar die zu Beginn der Taten erst zehn Jahre alte Tochter der Frau gemeinsam sexuell missbraucht haben.

Die Anklageschrift listet insgesamt 36 Fälle auf, in denen die Angeklagten mit dem Kind Sexspielchen getrieben haben sollen. Taten, die sich meist auf einer großen Luftmatratze in der Wohnung des 47-Jährigen in Klosterhardt ereignet haben sollen. In zwei weiteren Fällen soll das Paar das Mädchen auch dazu aufgefordert haben, ihm beim Sex zuzuschauen.

Der 47-jährige Angeklagte ist bereits einschlägig vorbestraft, saß schon fünf Jahre wegen sexuellen Missbrauchs hinter Gittern. Zur Tatzeit stand er noch unter Führungsaufsicht, hätte überhaupt keine Beziehung zu einer Frau mit Kind eingehen dürfen. Nach seiner Darstellung hatte er die Mitangeklagte, die damals als Prostituierte arbeitete, im Frühjahr 2013 kennen gelernt. Es sei bald eine Liebesbeziehung daraus entstanden.

Auf ihren Wunsch hin habe es zunächst Sex-Treffen zu Dritt mit einer weiteren Prostituierten gegeben. Doch das habe er nicht gewollt. „Sie hat dann vorgeschlagen, ihre Tochter zu Sexspielen heranzuziehen“, so der Angeklagte. Die Frau habe damals gesagt, das Mädchen habe die ersten Lektionen schon bei ihrem früheren Zuhälter gelernt. Der Angeklagte räumt ein, dass es in zwei Fällen zu sexuellen Kontakten zu dem Kind gekommen sei. Seine damalige Freundin sei die treibende Kraft dazu gewesen. „Ich wollte das schließlich nicht mehr.“ Nachdem die Mitangeklagte ihn auch noch bestohlen habe, habe er sich von ihr getrennt.

Die 31-Jährige stellt die Sache genau anders herum dar, spricht allerdings auch von nur zwei Vorfällen. „Beim ersten Mal hat er meine Hand geführt. Ich habe geweint und wollte das nicht.“ Bei dem zweiten Vorfall habe der Angeklagte sie zuvor bedroht und geschlagen.

Das Ergebnis des Prozesses wird vor allem von der für kommende Woche geplanten Vernehmung der jungen Hauptbelastungszeugin abhängen. Und davon, ob eine Psychologin ihre Aussage für glaubhaft hält.

Für das Verfahren sind bis Mitte Juli insgesamt drei weitere Verhandlungstage geplant.