Osterfeld - einfach eine Heimat
16.11.2010 | 12:00 Uhr 2010-11-16T12:00:00+0100
Oberhausen.Drei Jahre lang hat sie mal in Oberhausen-Mitte gewohnt, aber dann hat Susanne van Stralen die Sehnsucht nach Osterfeld gepackt. Die Sehnsucht nach dem nur wenige Kilometer entfernten Stadtteil, in dem sie geboren wurde, aufgewachsen ist.
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Die Sehnsucht nach Familie. Freunde und Bekannt wohnen nebenan. Nun ist die 45-jährige Leserbeirätin der WAZ nicht mehr aus ihrer Heimat wegzubekommen. Und dafür gibt es gute Gründe, findet die Arzthelferin, die in der Geburtshilfe-Abteilung des Evangelischen Krankenhauses (EKO) arbeitet.
„Hier ist man einfach zu Hause“, sagt sie überzeugt und überzeugend. Ein Satz, der schon stark genug ist. Aber es gibt ja noch die anderen Argumente. Da wären nicht nur die Orte, die sowieso auf der offiziellen Liste der Sehenswürdigkeiten stehen — wie zum Beispiel die Burg Vondern an der Arminstraße, die berühmte Siedlung Eisenheim, der Revierpark Vonderort, der Olga-Park an der Vestischen Straße oder die St.-Antony-Hütte als Wiege der Stahlindustrie. An diesen Vorzeigeobjekten werden wir bei unserem Rundgang gar nicht vorbeikommen.
Susanne van Stralen zeigt uns ihr Dorf Osterfeld, und „Dorf“ ist hier überhaupt nicht abwertend gemeint. Die Mutter eines 18-jährigen Sohnes schätzt die kurzen Wege in ihrem Stadtteil und das nahe Grün mit Erholungswert. Ihre ganz persönliche Oase haben Susanne van Stralen und ihr Mann in einer Gewo-Wohnung an der Ostmarkstraße gefunden: Der große Innenhof mit Gärten, parkähnlichen Wegen, kleinen Plätzen zum Plauschen ist ein Traum. Hier wird unser Rundgang enden, der gut zwei Stunden vorher an der Koppenburgstraße gestartet ist.
Von da aus laufen wir die Nürnberger Straße entlang, die den Revierpark streift und bis an St. Pankratius führt, wo Susanne van Stralen getraut wurde. Den Turm der Probsteikirche im Blick geht’s vorbei an gutbürgerlichen, gepflegten Häusern. „Das war vor 25 Jahren mein Schulweg zur Gesamtschule“, erzählt die Leserbeirätin, die in Osterfeld so verwurzelt ist.
Und sie beschreibt ein Gefühl, das den Osterfelder bisweilen beschleicht: „Die Menschen hier fühlen sich allein gelassen von der Stadt.“ Also vom übrigen Oberhausen, von der Verwaltung. Städtebaulich wurden das Centro und das Sterkrader Tor realisiert, für Osterfeld blieb nichts übrig. Susanne van Stralen zählt auf, wo es hakt: Was sei mit der Eislaufhalle, mit dem vor sich hin rottenden Gartendom, mit dem Hallenbad an der Westfälischen Straße?
Derweil kommen wir am St.-Marien-Hospital vorbei, in dem die 45-Jährige geboren wurde, und machen Halt an der St.-Pankratius-Kirche, Zentrum des Gemeindelebens mit Pfarrhaus, Pfarrsaal, Bücherei. Und einer Gastsstätte, die Susanne van Stralen sehr empfiehlt: den alteingesessenen Probstei-Keller mit gutbürgerlicher Küche.
Osterfeld ist seit 1929 ein Stadtbezirk von Oberhausen, der sich in die Stadtteile Eisenheim, Klosterhardt, Osterfeld-Heide, Osterfeld-Mitte, Rothebusch, Stemmersberg, Tackenberg, Vondern und Vonderort gliedert. Er grenzt im Norden und im Osten an die kreisfreie Stadt Bottrop, im Süden an den Stadtbezirk Alt-Oberhausen (wobei die Emscher die Grenze markiert) und im Westen an den Stadtbezirk Sterkrade. Ein Ort namens Osteruelde wurde erstmals im Jahr 1047 erwähnt. Der Ort blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Bauerschaft aus Einzelhöfen ohne überregionale Verkehrsanbindung. In Osterfeld leben heute 38 503 Menschen, davon sind 6196 Einwohner nicht-deutscher Herkunft, was einem Ausländer-Anteil von 16,1 Prozent entspricht. Arbeitslos gemeldet sind derzeit 2338 Menschen in Osterfeld.
An der Kirche geht’s vorbei zur Bottroper Straße, eine der Hauptverkehrsadern von Osterfeld. Gegenüber die Unterführung der Osterfelder Straße Richtung Centro. Dass das Mega-Einkaufszentrum quasi um die Ecke liegt, empfindet die Osterfelderin als Vorteil. „Ich gehe dort durchaus einkaufen. Es ist ja nun mal da“, sagt sie lächelnd mit Blick auf Centro-Kritiker, von denen es bei den Einheimischen eine ganze Menge gibt, der Riss geht gar quer durch die Familie von Susanne van Stralen, in der es auch Centro-Verweigerer gibt.
Wir biegen in die Einkaufs-Gildenstraße ein und schlendern zum Wappenplatz. Traditionsgeschäfte (Haushaltswaren, Buchhandlung, Metzger) finden sich hier neben Laden-Ketten, Pizzabäckern, den unvermeidlichen Frisören. „Fehlen tut hier nichts“, so Susanne van Stralen, der auch der Markt dienstags und freitags gefällt. Einen „Schandfleck“ zeigt sie uns beim Rundgang: In der Nähe des Marktplatzes mit teilweise sehr schönen Altbau-Fassaden steht an der Bergstraße 4 ein Ladenlokal leer. Früher gab es hier einen Schuhladen, „meine Mutter hat hier für fünf Kinder die Schuhe eingekauft“. Aber die Zeiten sind vorbei, die Geschäftsräume verkommen. Auch andere Fachhändler wie eine Sporthandlung sind „Schrabbels“-Geschäften gewichen.
Dafür hat der „Froschkönig“ aufgemacht, ein Deko-Laden mit ausgesuchten, ausgefallenen Artikeln. Osterfeld ist eben ein lebendiger Stadtteil.

18:05
Jau, lieber ex Osterfelder, du scheinst dich ja gut in der Drogenszene auszukennen. auch das Nachtleben auf der Vestischen Straße. vielleicht hast du ja zu viel mitgemacht und eins auf die Birne bekommen. ja, auch ich bin verwundert, das es in Kneipen Musik gibt (Ironie). auch ich ärgere mich über so einiges (Hundehaufen in der Allee). trotzdem kenne ich Hundhalter, die die Häufchen ihrer Haustiere wegmachen. leider sind das auch zu wenige. deinem Nick nach bist du ein ex-Osterfelder. Gut, das du Konsequenz gezogen hast. Nun suche bitte in deine neuen Umgebung nach den schlechten Seiten. ich sehe weniger schlechtes denn gutes.
10:25
Ja, da kommen wehmütige Erinnerungen hoch: Schön war es , oft schmutzig durch die Kokerei,
Aber Osterfeld hatte Charakter. Westfälischen, wenn ich bitte daran erinnern darf!
Durch das, was die Weggezogenen beschönigend Osterfeldeffekt nennen, hat die Stadt leider verloren. Weniger übrigens durch das Centro!
Nur noch wenige wissen es: Ein Osterfelder pflegte zu sagen: Ich gehe in die Stadt, wenn er Osterfeld meinte. Fuhr er nach Oberhausen, dann sagte er das auch: Ich fahre nach Oberhausen.
Ins Rheinland...
Das nenne ich Heimatbezogenheit!. Wie sollen diese die Zugezogenen erwerben, wenn der Heimatkundeunterricht auf breiter Basis abgeschafft wird oder sprachlich gar nicht verstanden wird?
10:43
Dürfte schlichtweg an der Tatsache liegen das das Einwohnerverhältnis 10:1 ist.
23:53
hallo xyz
du hast mit vielen dingen recht!
aber eins habe ich in meinem leben erfahren,
wenn du in osterfeld um hilfe schreist,
dann sind 10 türken da und helfen dir
und die deutschen schauen meistens zu!
15:26
Ich bin geboren in Osterfeld und lebe immer noch dort; mittlerweile habe ich dort nur noch meine Wohnung. Leben tue ich woanders. Grund: Geh doch mal in die City!!!!! Frisör, Dönerbude, Netto (ist mehr als verkommen), Woolworth (war früher mal ein Anlaufpunkt zum Einkaufen - heute nur noch ein Laden, der Tedy oder ähnlichen Geschäften entspricht. Den Metzger? Kann sich kein normalsterblicher mehr leisten. Schlecker direkt zwei Mal und große, leerstehende Geschäfte. Interessengemeinschaft? Wovon denn bitte! Der Wochenmarkt ist mittlerweile die zweite Heimat von den gleichen Händlern geworden, die man auch gerne auf Flohmärkten mit den Neuwaren trifft (geh hier nicht weiter ins Detail). Wie schön wäre es (wie es in der Kindheit war), sich auf den Marktbesuch zu freuen. Dies geht leider nur noch tlw. in Sterkrade. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Und wenn man als Frau evtl. noch spät Abends in die City möchte (Geld abholen oder ähnliches), geht das nicht mehr ohne Begleitschutz. Ich finde, die Interessengemeinschaft könnte auch mal dafür Sorge tragen, dass es einen kleinen Weihnachtsmarkt gibt (s. Sterkrade). Auch wenn es nur zwei Buden sind - aber dann kann man sagen: Hier wohn ich gern - hier will ich bleiben.
00:14
hallo leute, ihr müßt nicht immer nur das schlechte sehen!
die gewo hat einiges getan um osterfeld attraktiver zu machen. nur müßen andere wohnungseigentümer mitziehen!
das es ein migrantenproblem in osterfeldmitte gibt, das wissen auch die verantwortlichen(hallo karl heinz) aber es gibt auch die schönen seiten und die sind sehr gut beschrieben worden!
ich persönlich habe mich gewundert, wie schön manche hinterhöfe sind (greenstrasse) na ja nur parkplätze bekommt man dort schlecht!
es gibt überall vor und nachteile und das in jedem stadtteil...mfg akkus
21:44
woanders ist auch osterfeld!
auf stemmersberg geboren sechzig jahre in oberhausen gelebt.
jetzt bin ich im schwarzwald in einem dorf mit knapp 900 einwohnern.
und siehe da auch hier gibt es mord und totschlag
spielhöllen im keller und jede menge kriminalietät.
also fazit: wonders ist auch sch...e.
19:25
O tempora o mores. Trifft auf Osterfeld glaub ich gut zu. Wie schon weiter oben sicher mal ein schöner Stadtteil gewesen (genauso wie Hochfeld, Hochheide und Marxloh) aber inzwischen schlichtweg nur noch ein Schatten seiner selbst. Wer das toll findet, viel Spass. Aber Leute, die abends auch gerne mal rausgehen würden ohne Angst zu haben oder ohne vorher absolvierten Verteidigungskurs sollten doch eher ruhigere Gegenden wählen.
15:50
So, ich möchte mal was über mein Osterfeld erzählen. Ich kenne es sehr lange und entspricht mehr der Wahrheit als diesem verklärten Artikel.
Es gibt viel Schönes, die Olga, der Revierpark, das Solebad, Eislaufhalle, Krankenhaus, Markt, Sportplätze, Bahnhof, Multikulti u.v.m.
Aber, leider gibt es auch überdurchschnittlich viele Alkoholiker, Müll, Gewalt und sozial benachteiligte Familien, der Lärm des Rangierbahnhofs mitten in der Nacht u.v.m. Ich kenne Osterfeld und ich will dort unbedingt weck !!!
07:13
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