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Osterfeld braucht mehr Tatkraft

18.01.2012 | 17:25 Uhr
Osterfeld braucht mehr  Tatkraft
Osterfeld aus der Vogelperspektive: In Osterfeld liegt noch einiges im Argen, es braucht mehr Tatkraft, sagt Walter Paßgang, ehemaliger Vorsitzender des Osterfelder Bürgerringes.Foto: Hans Blossey

Oberhausen.Viele Jahrzehnte nahm Walter Paßgang als Vorsitzender des Osterfelder Bürgerringes Einfluss auf die Entwicklung des Stadtteils. Vor wenigen Monaten trat er von diesem Amt zurück. Die Geschicke Osterfelds beschäftigen ihn dennoch auch im ersten Jahr ohne Amt. Im Gespräch mit „Unsere Stadt“Astrid Knümann sprach Walter Paßgang über Osterfeld.

Wie sehen Sie die Situation für Osterfeld derzeit?

Walter Paßgang: Ich laufe auch mit meinen 66 Jahren mit offenen Augen durch den Stadtteil. Was ich sehe, erfüllt mich in mancher Hinsicht mit Sorge. Mir fehlt ein Leitbild der Politik für Osterfeld, aber auch die Stabilisierung des Stadtteils durch Institutionen wie die Kirche kommt zu kurz.

Wie gehen Ihrer Ansicht nach die Beteiligten und Verantwortlichen damit um?

Paßgang: Wenn zum Beispiel Gottesdienste ersatzlos gestrichen werden, lässt die Bistumsleitung nicht nur die katholischen Geistlichen vor Ort allein, sondern sie nimmt gerade den älteren Bürgern einen wichtigen Raum der Begegnung. Die Lokalpolitik lässt das Thema „Zukunft Osterfeld“ vermissen. In Neujahrs-Grußworten wird fast schon traditionell vom „Jahr der Weichenstellungen“ gesprochen. Dann hören wir, dass bei Gartendom und Freiligrathstraße, bei der Nutzung der Eislaufhalle und dem Waisenhausgelände ein Happy End in Sicht sei. Doch es passiert zu wenig. Allein die Tatsache, dass alle Stadtteile die Straßenreinigung umstellen, dieses aber in Osterfeld wegen der desolaten Verkehrsregelung nicht möglich ist, ist ein Armutszeugnis höchsten Grades.

Sehen Sie Hoffnungsschimmer?

Paßgang: Es liefern qualifizierte, engagierte Gruppen wichtige Impulse für die Kirche in Osterfeld oder für die Politik. Ich habe aber den Eindruck, zu vieles bleibt ungehört. Es gibt einen Mangel an Kompetenz und Umsetzung, an Diskussionen in Gestaltungsgremien. Wir brauchen den Dialog - nicht nur als Ankündigung. Uns fehlen Leute, die den Menschen bei ihrem Handeln und der Ideenfindung den Rücken stärken, die Stabilität in unsicheren Zeiten vermitteln.

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Was bedeutet das für Osterfeld?

Paßgang: Osterfeld ist überschaubar und doch unübersichtlich. Wir brauchen Tatkraft auf dem Weg zu mehr Lebensqualität. Leerstände und Ruinen haben wir genug. Wenn aber die Osterfelder selbst mitten in der Stadt ohne plausiblen Grund neue Schandflecke wie bei der Immobilie am Marktplatz Osterfeld schaffen, ist das mehr als kontraproduktiv.

Was wünschen Sie sich für 2012?

Paßgang: Der Einzelne kann nur wenig bewegen. Ein Gestaltungsbeirat könnte das Bunkerquartier Bottroper Straße/Wiedemhof überplanen. Aber das Geld für einen „Rat der Architekten“ fehlt. Wir brauchen mehr Disziplin und einen Dialog, den die Bezirksvertretung zu führen nicht imstande ist, zumindest im Jahr 2011 nicht geführt hat. Fassadensanierung, Bäume und Beleuchtung reichen nicht, um Lebensqualität, Kaufkraft und Attraktivität zu erreichen. Aber das Vereinsleben ist intakt, auch wenn sich die Osterfelder Schützen diskriminiert fühlen. Hier finden Gespräche statt. Es müsste nur mehr Druck gemacht werden. Überhaupt hat Osterfeld eine vitale Bürgerschaft, der man in der Vergangenheit viel zugemutet hat, die aber dennoch gute Ideen entwickeln kann. Wir Osterfelder sollten uns öfter und deutlicher von denen abgrenzen, die allein die öffentliche Verwaltung zum Vormund der Bürger machen wollen.

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Kommentare
19.01.2012
21:01
Osterfeld braucht mehr Tatkraft
von Rabbel-Rothebusch | #1

Aus der Warte eines Schützen kann ich nur sagen das wir uns nicht diskriminiert fühlen. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall.
In den letzten 2 Jahren ist es uns gelungen durch akribische Kleinarbeit ein hohes Maß an Vertrauen zum einen zu den großen Parteien in der Bezirksvertretung als auch zum Bürgerring / WEGO zu schaffen. So wurde das Engagement der Schützen auf dem Stadtfest von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut und ist heute schon, halt auf Grund des gegenseitigen Vertrauen und Miteinander, auf einem so hohen Niveau das wir bei der Entscheidungsfindung mit ins Boot genommen werden. Auch von den großen Parteien fühlen wir uns nicht diskriminiert. Kooperatives Miteinander, Absprachen in Detailfragen, hier wird etwas auf den Weg gebracht was lange Zeit eingeschlafen war. Nur, diese Dinge brauchen Zeit. Von Heute auf Morgen funktioniert so etwas nicht. Eine solche Veröffentlichung von Herrn Paßgang ist mit Sicherheit nicht förderlich.
Des weiteren haben wir gerade im Ortsteil Rothebusch den Zusammenschluss „Vereine in Rothebusch“ auf den Weg gebracht. Hier engagieren sich die Rothebuscher Institutionen zusammen um nicht nur für den Ortsteil, sondern letztendlich für ganz Osterfeld neue Impulse zu geben.
Diskriminierung? Hier, aus unserer Sicht mit Sicherheit nicht.
So ist es leider nur vorstellbar das Herr Paßgang diese Äußerung nur auf Grund eines im letzten Jahr erschienen Zeitungsartikels der die gesamte Lage der Schützen beurteilte, als Grundlage genommen hat. Leider weißt dieser Artikel auch aus meiner Sicht einige Defizite auf.
Ich bedauere es zu tiefst, das Herr Paßgang nicht im Vorfeld sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch gesetzt hat um entsprechende Hintergrundinformationen aus erster Hand zu bekommen. Ein dann daraus resultierender Artikel hätte mit Sicherheit einer positiven Zukunftsgestaltung gut getan.

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