Offene Türen in Pfarrei Herz-Jesu

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Es ist kein leichter Aufstieg. Wer auf den Turm der Herz-Jesu-Kirche will, muss mit Strapazen rechnen. Enge Gänge, ohrenbetäubende Glocken, viel Staub. Doch am Ende wartet die Belohnung: Der Ausblick ist beeindruckend. Und dort oben wird klar: Altmarkt und Herz-Jesu – das gehört zusammen.

Stockbrot und Gedächtnistraining

Genau dieses Gefüge will Stadtdechant Peter Fabritz mit der Pfarrei Herz Jesu stärken. Die Kirche will auf sich aufmerksam machen. Sie will raus. Unter Leute. Vor Ort. Auf den Altmarkt. Helfen soll dabei ein großer „Tag der offenen Tür“. Am Samstag, 25. April, nimmt die Pfarrei – bestehend aus den Gemeinden St. Antonius in Alstaden, St. Josef in Styrum und Herz-Jesu in der Innenstadt – den Altmarkt von 11 bis 17 Uhr in Beschlag.

„Wir wollen zeigen, was Kirche im Alltag bedeutet, wie kreativ die Köpfe in der Gemeinde sind und wie viel Spaß Glaube macht“, sagt Martina Stodt-Serve (44), Gemeindereferentin seit über 20 Jahren. Sie ist Ideengeberin des Projektes.

„Ich gehe oft mit meiner Familie zu solchen Angeboten“, sagt Stodt-Serve. „Da dachte ich, das wäre auch etwas für uns.“ Zwei Jahre dauerte es vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung. Sieben Gemeindemitglieder befassten sich intensiv mit der Organisation, die ganze Gemeinde half mit. So werden vom Kindergarten bis zum Seniorenheim alle Altersgruppen vertreten sein.

„Wir wollen uns nicht verstellen, sondern einfach zeigen, was wir immer machen“, sagt Martina Stodt-Serve. Auf einer Bühne werden biblische Musicals aufgeführt, das Vincenzhaus lädt zu „heiterem Gedächtnistraining“ ein und eine „Jugendmeile“ bietet Mitmachangebote für Kinder. Dort backen zum Beispiel die Pfadfinder Stockbrot und gestalten einen Erlebnisparcours.

Turmführung und Weihrauchdiplom

In der Kirche wird es Turmführungen und Mitsing-Angebote der Chöre geben. Stodt-Serve: „Man kann sich sogar als Messdiener versuchen und ein Weihrauchdiplom machen.“ Ziel des Tages sei es, unabhängig von christlichen Großereignissen auf das aktive Gemeindeleben aufmerksam zu machen. „Die Schlagzeilen über Kirche betonen meistens, was schlecht läuft. Wir wollen zeigen, was toll ist“, sagt die 44-Jährige.

Dem Image-Problem versucht die Pfarrei auch mit dem Angebot eines „Versöhnungszeltes“ auf dem Altmarkt entgegenzuwirken. „Hier können die Menschen beichten, sich informieren und auch wieder in die Kirche eintreten“, sagt Stadtdechant Peter Fabritz. Überhaupt sei der „Tag der offenen Tür“ ein Schritt, „die Mitte wiederzugewinnen, die wir verloren haben“. Niederschwelliges Angebot sei das Stichwort.

Wie erfolgreich die Veranstaltung wird, ist offen. Doch vielleicht ist es wie mit dem Kirchturm. Am Ende der Strapazen folgt die Belohnung.