Oberhausens Ferienspiele bieten Mau-Mau statt Playstation

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Was wir bereits wissen
300 Helfer betreuen 1900 Kinder während der großen Sommerferien in 16 Einrichtungen. Spiel und Spaß abseits des Computers. Das Angebot ist ausgebucht.

Oberhausen.. Das Gesicht ist schwarz und blau verziert: Im Saal der Markuskirche visiert eine Gruppe Knirpse den Waffelstand an. Das leckere Gebäck aus Buttermilch bietet einen Aha-Effekt. Der Teig schimmert dank Lebensmittelfarbe in einem knalligen Grün. Fazit der Ferienspiel-Kinder: „Seeehr lecker!“

Ferienspiele. Die Betreuung von Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ist wieder gefragt. 1900 Kinder sind es in den Sommerferien. „So viele wie im Vorjahr“, sagt Martin Glowka, Koordinator bei der Stadt. Die Räume der Markuskirche sind nur eine Station im wuseligen Ferienspiel-Kosmos. 16 Betreuungsorte gibt es im Stadtgebiet in den ersten drei Ferienwochen, acht in der zweiten Hälfte.

Trendsportarten wie „Slackline“

Die Markuskirche an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße im Oberhausener Osten bietet einen weiten Garten: Hier wuseln die Kinder beim Fangen spielen. Balancieren auf einer dünnen Schnur, „Slackline“ heißt die Trendsportart. Beim Mädchenmobil „Flotte Lotte“ treten Jungs und Mädels bei einer Haushaltsrallye gegeneinander an. „Dürfen wir Fußball spielen?“ – „Klar!“

300 Honorarkräfte betreuen die Kindertreffs, deren Zeiten in drei Pakete aufgeteilt sind: 9 bis 13 Uhr, 7.30 bis 14 Uhr oder 7.30 bis 16 Uhr (Gesamtkosten zwischen 20 bis 75 Euro). Kinder aus dem offenen Ganztag dürfen sich zuerst einen Platz sichern. Danach folgt der Rest. Glowka: „Alle Plätze sind belegt.“

Lukas Poersch greift zur Feuerjonglage, der Hobbyartist zeigt den Kindern in sicherer Entfernung seine Tricks. Ein brennender Schwenkstab dreht sich. Die Kinder quittieren es mit lautstarkem: „Uihhhhh!“ Poersch gehört zu den Helfern, die mit Kursen und Seminaren auf die Betreuung der Kinder vorbereiten wurden. Renate Schwarz ist seit 1988 dabei und im Leiterkreis erfahren. „Die Helfer lernen vorher den Umgang mit Konfliktsituationen oder Grundlagen wie die erste Hilfe.“ Renate Schwarz bereitet es Freude, den Kindern Spaß zu vermitteln. „Wir fördern mit Spielen die Teamfähigkeit.“ Die Ansprüche haben sich verändert. Fingerspitzengefühl ist manchmal nötig. „Nicht jeder ist an Regeln gewöhnt“, sagt Martin Glowka. Spaß bieten Klassiker: Kartenspiele oder Mensch-Ärger-dich-Spiel sorgen heutzutage für Staunen. „Wir bieten eine Betreuung abseits des Computers.“

Auch wenn viele Schulen Ort der Ferienspiele sind, soll sich der Ablauf klar vom Schulalltag unterscheiden. „Es sind Ferien und die sollen Spaß machen.“ Wer in den kommenden Sommerferien dabei sein möchte, sollte sich schon Ende Februar 2016 für seinen Wunschstandort anmelden.