Oberhausener Weihnachtsbäume werden zu 60-Kilo-Briketts

Und weg damit: Zehntausende Tannenbäume ließ die Stadt Oberhausen in nur einer Woche einsammeln. Die Firma Remondis entsorgt sie.
Und weg damit: Zehntausende Tannenbäume ließ die Stadt Oberhausen in nur einer Woche einsammeln. Die Firma Remondis entsorgt sie.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Firma Remondis kompostiert und presst die Tannenbäume, bevor sie als Bodensubstrat wiederverwendet werden. Dieses Jahr wurden 170 Tonnen verarbeitet.

Oberhausen.. Nur eine Woche hat es gedauert, bis die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) die meisten Tannenbäume vom Straßenrand aufgesammelt haben: 170 Tonnen ausrangierter Weihnachtsschmuck sind zusammengekommen – doch die Bäume landen nicht etwa im Sterkrader Biomasseheizkraftwerk, aus dem der kommunale Energieversorger EVO sein umweltschonendes Fernwärmenetz speist.

Die Stadt Oberhausen verkauft die Bäume an das privatwirtschaftliche Unternehmen Remondis, das auch 49 Prozent an der Liricher Müllverbrennungsanlage hält.

Remondis kompostiert die Bäume. In einem Werk am Niederrhein werden sie zerkleinert, gehäckselt und zu 50 bis 60 Kilogramm schweren Briketts verpresst. Bei bis zu 70 Grad Celsius rotten die Briketts vor sich hin. Vier bis sechs Wochen dauert es, bis die Tannenbäume kompostiert sind – dann erleben sie als Bodensubstrat eine Renaissance.

Fürs Recycling der Oberhausener Weihnachtsbäume zahlt die Stadt bei einem Preis von 57,83 pro Tonne in diesem Jahr genau 9831,10 Euro inklusive Steuern an die Firma Remondis.

Beitrag zum Klimaschutz

„Mit der Kompostierung leistet der Verbraucher quasi als Nebeneffekt der zurückliegenden Weihnachtszeit einen sehr schönen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, meint Remondis-Sprecher Michael J. Schneider. „Durch die Kompostierung wird aus dem alten Weihnachtsbaum auf klimaschonende Weise ein wichtiges Bodensubstrat, das wiederum neues Pflanzenwachstum im Landschafts- und Gartenbau fördert.“

Warum aber können die Nadelbäume nicht im Sterkrader Biomassekraftwerk verbrannt werden? „Die Nadelbäume sind in Biomassekraftwerken nicht sehr beliebt“, sagt Markus Werntgen-Orman, Leiter des Bereichs Umwelt im Rathaus. Grund sei der hohe Harzgehalt. Denn darauf ist der Kessel des Sterkrader Werks nicht ausgerichtet, teilt die EVO mit.