Oberhausener Taschengeldbörse sucht noch Senioren

Über die Website der Taschengeldbörse können sich Jugendliche gegen kleines Taschengeld anbieten, haushaltsbezogene Unterstützungsleistungen für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen auszuführen.Hier wurde die Webseite im Rathaus vorgestellt: vl. Elke Münich (Beigeordnete Familie, Bildung, Soziales), Maren Piunno (stellv. Vorsitzende des Jugendparlaments) und Jochen Kamps (AWO).
Über die Website der Taschengeldbörse können sich Jugendliche gegen kleines Taschengeld anbieten, haushaltsbezogene Unterstützungsleistungen für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen auszuführen.Hier wurde die Webseite im Rathaus vorgestellt: vl. Elke Münich (Beigeordnete Familie, Bildung, Soziales), Maren Piunno (stellv. Vorsitzende des Jugendparlaments) und Jochen Kamps (AWO).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Initiative von Jugendparlament und Arbeiterwohlfahrt ist gut angelaufen. Aber: Starkes Ungleichgewicht zwischen Jugendlichen und Rentnern.

Oberhausen.. Das im Januar dieses Jahres gestartete Oberhausener Projekt „Taschengeldbörse“ sucht noch ältere Menschen, die Hilfe im Alltag benötigen. Derzeit sind in dem Jobvermittlungsportal nur 21 Senioren registriert – im Gegensatz zu rund 50 Jugendlichen, die gegen kleines Geld ihre hilfreichen Dienste anbieten.

Rasen mähen, Einkaufstüten schleppen oder mit dem Hund Gassi gehen – bei der Tabo-Ruhr gehen Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren älteren Menschen bei Arbeiten rund um Haus und Hof und Alltag zur Hand. Dafür erhalten sie ein Taschengeld von mindestens fünf Euro. Die genauen Einzelheiten zur Bezahlung klären die Jugendlichen und Senioren unter sich. Knausern möchte bei der Bezahlung aber niemand. „Viele ältere Menschen sagen in den Gesprächen, dass sie auch gerne ein bisschen mehr drauf legen“, sagt Michael Kirschner, Verantwortlicher für die Koordination der Tabo-Ruhr.

Noch geringe Nachfrage

Bei den Jugendlichen ist die Online-Börse bisher schon gut angelaufen: Mara schreibt dort zum Beispiel, dass sie im Haushalt helfen möchte oder mit Hunden um den Block gehen würde. Hannah bietet das Tütentragen an.

Doch die vielen motivierten Schüler stoßen noch auf zu wenig Nachfrage bei der älteren Generation. Die Gründe dafür sieht Kirschner ganz klar in der unterschiedlichen Internetnutzung. „Die älteren Leute sind natürlich nicht so computeraffin, wie die Jugendlichen.“ Deswegen wollen Kirschner und sein Team in Zukunft verstärkt auf die Rentner eingehen. „Wir stehen für Leute, die nicht so fit mit dem Internet sind auch telefonisch oder auch persönlich zur Verfügung.“ Außerdem startet die Taschengeldbörse Ruhr noch einmal eine große Plakat- und Postkartenkampagne, um die Rentner zu aktivieren. Um das Projekt ans Laufen zu bringen, hatte das Jugendparlament schon mal 20 000 Werbe-Karten für die Jugendlichen in Oberhausen drucken lassen, weitere 20.000, um die Senioren mit grundsätzlichen Informationen zur Aktion und den Kontaktmöglichkeiten zu versorgen.

Altersgrenze ist nicht strikt

Die Altersgrenze, um Jobangebote ins Internet einzustellen, ist nicht besonders strikt. „Man muss nicht zwangsläufig Rentner sein“, sagt Kirschner. „Wir sprechen auch die mittleren Altersgruppen an. Wichtig ist nur, dass wir den Handwerksbetrieben nicht die Kunden abgraben.“

Für den Erfolg der Taschengeldbörse spielt das Vertrauen auf beiden Seiten eine zentrale Rolle. „Nicht jeder möchte fremde Menschen in sein Haus lassen. Deswegen gibt es im Vorfeld immer ein sehr ausführliches Gespräch mit beiden Parteien.“

Kirschner möchte mit der Taschengeldbörse auch dem negativen Klischee von der „Kein-Bock-Generation“ entgegenwirken. „Die Jugendlichen wollen Geld verdienen, aber auch etwas für die Gesellschaft tun.“