Oberhausener Stadtteil Lirich erstrahlt zum zehnten Mal

Am offenen Feuer sein Stockbrot zu backen, ist für Kinder und Erwachsene immer wieder ein schönes Erlebnis.
Am offenen Feuer sein Stockbrot zu backen, ist für Kinder und Erwachsene immer wieder ein schönes Erlebnis.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wieder gemeinsam einem kalten Januarabend Festwärme entgegen gesetzt. Massen strömen ein, die Stimmung ist prächtig, der Erfolg beflügelt.

Oberhausen..  Leuchtende Hasenöhrchen, Riesenbrillen, Ohrringe, Halsketten, Gürtel, Armbänder, Kopfbedeckungen – zum Liricher Lichterfest kommen viele Besucher mottogerecht aufgehübscht und mit den passenden Utensilien ausgestattet: Blinkende Stäbe, Propeller, Schlangen, Schmetterlinge setzten Akzente auf dem mit Fackeln geschmückten Festgelände, wo gestern Abend besonders prächtig das zehnte Jubiläum dieses Ausnahme-Events im Herzen des Stadtteils gefeiert wurde. Motto: Drei Stunden lang legen wir uns richtig ins Zeug und begrüßen anschließend das noch recht junge neue Jahr mit einem zünftigen Feuerwerk. Sowas kommt an bei Jung und Alt. Massen strömen ein.

Das honoriert Petrus und sendet, wie die Liricher sagen, Katharinenwetter. „Das sind wir auch bei Pfarrfesten so gewohnt“, sagt „Cheforganisatorin“ Angelika Brixa. „Vor zehn Jahren hätten wir nicht gedacht, dass unsere Idee derartig gut ankommen würde. Der Grundgedanke war, Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. Beim ersten Mal feierten wir noch im Zentrum Altenberg und beschlossen danach, das Fest nach Lirich zu verlegen. Es läuft super, die Stimmung ist gut. Wir sind zufrieden. Feuervogel und Igel begleiten das Fest von Beginn an.“ Hingucker sind sie beide. Während der Igel, der auf die das Fest federführend organisierende Interessengemeinschaft Lirich (Igl) aufmerksam macht, Luftballons an die Kinder verteilt, balzt Feuervogel im roten Federgewand über den Festplatz stolzierend um Bewunderung.

Was bringt Licht ins Leben, was macht Hoffnung? In der Kirche malen nicht nur Liricher Kinder auf Tücher, was ihnen Freude macht. Moritz (9) kommt aus Alstaden, Josefine (9) sogar aus Mülheim.

Das Lichterfest ist weit über die Stadtteilgrenzen hinaus beliebt und bekannt. Dass man hier in kurzer Zeit etwas Schönes an Liebhaber bringen kann, hat sich auch unter den Kunsthandwerkern herumgesprochen. In der Unterkirche, wo sie ihre Stände aufgebaut haben, sind Kreative aus Bottrop und Gelsenkirchen ebenso vertreten wie die Strick-Initiative des Sterkrader Arbeitslosenzentrums Kontakt. „Der Verkauf läuft hier gut, die Leute wissen zu schätzen, dass wir ausschließlich Wollspenden verarbeiten“, sagt Monika Stara.

Kaum zu überbieten ist die kulinarische Vielfalt: Von Grünkohl über Champignons, Matjes, Börek und Döner reicht die Auswahl über Poffertjes, Waffeln, Hühnersuppe bis hin zu Grillspezialitäten.

Am Stand der Niebuhrg wird Stockbrot am Feuer zubereitet und auch die Getränkeauswahl übertrifft das Angebot von Weihnachtsmärkten. Die KFD-Frauen punkten mit Schoko-Kirschlikör und Eierpunsch, heißer und blauer Engel getauft. Die Bühne im Park sendet nicht nur flotte Rockmusik des Party-Orchesters Superzeit ins Publikum. Sie bietet auch den Kindergartenkindern ein Podium fürs Schattenspiel, lässt die Taiwan Do Akademie Kampfkunst und die Tanzgruppe Happy Girls ihr Können zeigen.

Schon heute steht fest, dass am 29. Januar 2016 das elfte Lichterfest gefeiert wird.