Oberhausener sind nicht nur Nachbarn, sondern Freunde

Die Bewohner der Wohnanlage Mattlerstraße sitzen gemeinsam  beim Quartiersfrühstück.
Die Bewohner der Wohnanlage Mattlerstraße sitzen gemeinsam beim Quartiersfrühstück.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gemeinsam leben 90 Menschen mit und ohne Behinderung im Wohnquartier des Alsbachtals am Mattlerbusch. Hier zählt besonders das Miteinander

Oberhausen.. Die Sonne scheint, der Duft von Kaffee liegt in der Luft. Es wird erzählt, gelacht und gemeinsam gegessen. Wenn sich die Bewohner des Wohnquartiers am Mattlerbusch einmal im Monat zum gemeinsamen Frühstücken treffen, geht es eben nicht nur ums Essen. Es geht um die Gemeinschaft.

90 Menschen mit und ohne Behinderung haben hier am Revierpark Mattlerbusch ein Zuhause gefunden. In insgesamt vier Siedlungshäusern werden die Anwohner entweder rund um die Uhr, ambulant oder gar nicht betreut. Auch ältere Menschen, manche mit, manche ohne Einschränkungen leben dort. Corinna Depenbrock vom Quartiersmanagement erzählt: „Die Nachbarschaft hier ist wirklich bunt gemischt.“ Breite Türen, Aufzüge, und angepasste Bäder: Alle Häuser sind barrierefrei gestaltet. Weniger praktisch aber umso schöner: Alle Wohnungen haben einen Garten oder einen Balkon.

Viele Aktivitäten

Das Frühstück ist nicht die einzige Veranstaltung für die Bewohner. Aktivitäten wie Fahrradfahren, Spazierengehen oder Grillen stehen regelmäßig auf dem Plan. „Wir sind immer sehr dankbar, wenn die Leute unsere Angebote annehmen“, sagt Depenbrock.

Auch Jonas lebt im Quartier. Trotz Behinderung hat er hier eine eigene Wohnung mit Garten. Nur ab und zu schauen Mitarbeiter bei ihm vorbei. „Ich finde es wunderschön hier zu wohnen. Hier habe ich meine Freunde“, sagt er. „Es macht sich jeder füreinander stark.“ Gemeinsam mit seiner Mutter hat er zwei Pferde. Der Mattlerhof, wo die Tiere untergestellt sind, ist zu Fuß zu erreichen. Und auch sonst liegen die Wohnungen zentral. Busse nach Duisburg und Oberhausen sorgen für Anschluss, der Revierpark Mattlerbusch für Entspannung.

Tolle Gemeinschaft

Das genießen auch Kurt und Irmgard Blecking. Die Beiden haben 2011 als erste eine der neuen Wohnungen bezogen. „Ich bin damals mit dem Fahrrad an der Baustelle vorbeigefahren und habe mich einfach mal erkundigt. Wir haben die Zusage sofort bekommen“, erinnert sich Kurt Blecking. Seiner Frau ist vor allem der Umgang mit den anderen Menschen sehr wichtig. „Wir haben hier eine ganz tolle Gemeinschaft.“ Und dazu gehören mittlerweile nicht mehr nur die Bewohner der Anlage. Immer öfter gesellen sich auch Gäste zu den Treffen dazu. „Dafür sind wir sehr offen. Genau so soll es ja auch sein“, findet die Quartiersleiterin.

Das Café, in dem das Frühstück stattfindet, ist Begegnungsstätte und Treffpunkt. „Besonders im Sommer spielt sich vieles draußen auf der Anlage ab“, erklärt Depenbrock. Von der Terrasse kann man auf den Innenhof und viel Grün schauen. Ein Treff ist auch der Sinnesgarten mit Kräutern und Gemüse. „Gemeinsam pflegen die Anwohner den Garten, jäten Unkraut oder helfen beim Pflanzen. Jeder hilft“, sagt Depenbrock. Und das gilt nicht nur für den Sinnesgarten.