Oberhausener Schüler sind in Gedanken bei den Opfern

Drücken ihre Betroffenheit in einem Kondolenzbuch und mit Kerzen am Gedenktisch aus: Die Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiumssind außerdem beunruhigt, weil eine Austauschgruppe mit dem Flugzeug aus Ungarn zurückkehrt.
Drücken ihre Betroffenheit in einem Kondolenzbuch und mit Kerzen am Gedenktisch aus: Die Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiumssind außerdem beunruhigt, weil eine Austauschgruppe mit dem Flugzeug aus Ungarn zurückkehrt.
Foto: Elsa-Brändström-Gymnasium
Was wir bereits wissen
Oberhausener Schüler gedenken mit Kondolenzbuch und Schweigeminute. Austauschgruppe des „Elsa“ kehrt mit Germanwings aus Ungarn zurück.

Oberhausen.. Die Betroffenheit ist in den Stimmen deutlich zu hören, wenn der Begriff „Flugzeug-Absturz“ fällt. Die Schulleiter und Lehrer der hiesigen Ausbildungsstätten atmen allesamt tief durch, bevor sie über das Unglück des Airbus A320 in Südfrankreich und die Auswirkungen auf ihre Schützlinge sprechen. Besonders belastet sind wohl die Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiums.

Aufgewühlt berichtet Schulleiterin Brigitte Fontein: „Einige unserer Schüler sind gerade zum Austausch in Ungarn. Der Rückflug ist mit Germanwings gebucht.“ Ein mulmiges Gefühl ließe sich da gar nicht verhindern, auch wenn klar ist, dass sich ein solches Unglück zu allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht ein zweites Mal in so kurzer Zeit ereignen wird. „Aber die Schüler denken natürlich trotzdem nach, was wäre wenn...“

„Kinder sind stark beunruhigt“

Weil sich die Betroffenheit auch unter den daheimgebliebenen Kindern und Jugendlichen breitgemacht hat, liegt am gestrigen Tag ein Kondolenzbuch im Eingangsbereich aus. Schüler zünden Kerzen an, verfassen kleine Texte. Im Unterricht wird das Thema am „Elsa“ angesprochen. „Viele Kinder sind stark beunruhigt“, berichtet Fontein. Die Mottowoche finde zwar statt, sei aber in andere Räumlichkeiten ausgelagert worden.

Auch im Bertha-von-Suttner-Gymnasium wurde die Aktionswoche der Abiturienten nicht abgeblasen. Lehrer Wolfgang Flik erklärt, dass es keine klassenübergreifende Vorgabe zur Handhabung der Tragödie gebe. „Wenn die Kinder Redebedarf haben, wird im Unterricht auf den Absturz eingegangen, ansonsten finden normale Schulstunden statt.

Fasia-Jansen-Gesamtschule nimmt an Schweigeminute teil

So ähnlich ist auch die Vorgehensweise an der Theodor-Heuss-Realschule. Schulleiter Norbert Terlaack betont: „Wir wollen so gut wie möglich zum Alltag zurückkehren.“ Glücklicherweise sei keiner der Schüler verwandtschaftlich von dem Unglück betroffen. „Wenn sich Kinder bedrückt fühlen und über das Thema reden wollen, steht ihnen jederzeit unser Beratungslehrer-Team zur Verfügung, außerdem haben wir eine Schulsozialarbeiterin und selbstverständlich sind auch immer die Klassenlehrer Ansprechpartner der Schüler“, so Terlaack. Mit einer Schweigeminute wurde der Absturzopfer bereits gestern gedacht. „Die Schülervertretung hat im Zuge dessen auch einen Gedenktext vorgetragen.“ Ob die Schule an der heutigen landesweiten Schweigeminute um 10.53 Uhr, zu der die Landesregierung aufgerufen hat, teilnimmt, steht deshalb noch nicht fest.

Eine Schweigeminute gab es auch bereits an der Fasia-Jansen-Gesamtschule. „Wir werden uns der landesweiten Gedenkminute trotzdem anschließen“, so die stellvertretende Schulleiterin Sabine Meder. In den nächsten Tagen will sich die Schülervertretung noch einmal mit dem Absturz befassen.