Oberhausener Schüler legen NS-Schicksale frei

Bei ihren Recherchen besuchten die Bertha-Schüler auch das Landesarchiv am Duisburger Innenhafen.
Bei ihren Recherchen besuchten die Bertha-Schüler auch das Landesarchiv am Duisburger Innenhafen.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt wieder Stolpersteine in Oberhausen. Jugendliche vom „Bertha“ recherchieren die Geschichten von sieben Menschen mit der Gedenkhalle. Sie suchten auch Sponsoren dafür. Einen der Steine verlegt die Partei Die Linke.

Oberhausen.. „Ein Stein. ein Name. ein Mensch“ – seit 1997 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig unter diesem Motto zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus sogenannte Stolpersteine. Inzwischen findet man in mehr als 1000 Orten in Deutschland und anderen Ländern über 46 000 davon. In Oberhausen sind es inzwischen über 150. Am Montag, 2. März, werden sieben neue Gedenktafeln aus Messing in Gehwege eingelassen – dort, wo das jeweilige NS-Opfer seinen letzten Wohnort hatte.

„Hier wohnte Wilhelmine Alvine Preuer, geb. Weiher, Jahrgang 1899. Eingewiesen 1941, Heilanstalt Meseritz-Obrawalde. Ermordet 25. 4. 1944“. So lautet die Inschrift eines der Stolpersteine, die Gunter Demnig verlegen wird. Begleitet wird der preisgekrönte Künstler von 27 Schülern des Zusatzkurses Geschichte der Jahrgangsstufe 12 des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums. Sie haben die Schicksale der verfolgten und ermordeten Oberhausener recherchiert und zusammengetragen.

Weltweite Recherchen

„Die Schüler sehen ihre Heimatstadt jetzt mit anderen Augen“, sagt Lehrer Nico Wolf, der die Jugendlichen angeleitet hat bei ihrer Arbeit: Besuche in Archiven, Blicke ins Melderegister, Suche in der Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Wolf: „Das Erforschen der Schicksale war spannend und bewegend.“

Unterstützung erhielten die engagierten Schüler von Sophie Koch von der Gedenkhalle, der Anlaufstelle und Vermittlungsinstanz für das Stolpersteine-Projekt. „Wir haben noch hunderte von Menschen in der Opferdatenbank, für die man die Patenschaft übernehmen kann“, ermutigt Koch Interessierte (Infos: 60 70 53 114). Die aktuellen Kosten von 120 Euro pro Stein übernehmen Sparkasse, Spar­dabank und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Den Stein für Bruno Blank sponsert Thomas Haller von der Linkspartei.