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Oberhausener Schlecker-Frauen erhalten keine Abfindung

31.10.2012 | 06:00 Uhr
Der Drogerie-Discounter hat seine Läden geschlossen.Foto: Oliver Müller

Oberhausen.  Die mehr als 50 Frauen, die in Oberhausen für die Drogeriemarktkette Schlecker gearbeitet haben, werden höchstwahrscheinlich keine Abfindung erhalten. Das Amtsgericht Ulm entschied, dass die Insolvenzmasse dafür nicht reiche. Zudem konnte nicht mal die Hälfte der Betroffenen in neue Arbeit vermittelt werden.

Schlechte Nachricht für die über 50 Frauen, die in Oberhausen für die Drogeriekette Schlecker gearbeitet haben: Sie werden höchstwahrscheinlich keine Abfindung aus der Insolvenzmasse erhalten.

Das Amtsgericht Ulm – wo Schlecker im Februar dieses Jahres die Insolvenz beantragt hatte – hat den Insolvenzverwalter nun bestätigt: Die Masse reiche für Abfindungen nicht aus. Für die ehemaligen Angestellten ist dies ein hoher Verlust, so hätte etwa eine Vollzeitkraft Anspruch auf eine Abfindung von 2,5 Monatsgehältern und damit von über 5000 Euro.

„Der Anspruch verjährt zwar nicht“, sagt Günter Wolf, Verdi-Sekretär im Bezirk Oberhausen/Mülheim. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass die so genannten Schlecker-Frauen jemals eine Abfindung erhalten werden, obwohl die meisten von ihnen bis zur letzten Minute im Geschäft verkauft haben. „Sie haben immer darauf gehofft, dass es weitergehe“, so Wolf.

Dreifach im Stich gelassen worden

Während Lieferanten, Vermieter und Kreditversicherer mit relativ geringen Verlusten aus der Insolvenzmasse ausgezahlt wurden, sind die Mitarbeiterinnen nach Ansicht der Gewerkschaft gleich dreifach im Stich gelassen worden: „Man hat politisch den Transfer blockiert, sie erhalten keine Abfindung“, kritisiert Wolf eine mangelnde soziale Verantwortung im Umgang mit der Insolvenzmasse.

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Schlecker ist pleite. Das denkt man in Essen über die Insolvenz von Deutschlands größter Drogeriekette.

Zudem müssten die Frauen auf dem Arbeitsmarkt mit den teils sittenwidrigen Löhnen im Einzelhandel kämpfen. „Immer mehr Einzelhändler haben sich aus den Tarifverbänden verabschiedet. Die meisten Jobs sind auf Teilzeitarbeit umgestellt oder auf 400-Euro-Basis mit entsprechend vielen Überstunden“, berichtet Wolf aus der täglichen Praxis.

Lediglich 20 Frauen konnten vermittelt werden

Die Vermittlungsbilanz ist zudem erschreckend: Lediglich 20 Frauen konnten in Oberhausen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden – das ist nicht einmal die Hälfte der Betroffenen.

Dabei sollten sie schnell eine Arbeit erhalten, sogar zu Erzieherinnen umgeschult werden. Doch was ist geblieben von den politischen Zusagen? „Nicht viel. Das öffentliche Interesse hat spürbar nachgelassen“, kritisiert Verdi-Pressesprecherin Christiane Scheller, das Schlimmste sei, dass den Frauen nunmehr sogar vorgeworfen werde, sie seien durch die Tarifverträge bei Schlecker „verwöhnt“, und fänden daher keine Arbeit.

Dennis Vollmer


Kommentare
01.11.2012
21:26
Oberhausener Schlecker-Frauen erhalten keine Abfindung
von Xavinia | #3

Schlimme Nachrichten.
Die nächste Rentengeneration wird zu einem großen Teil Hilfe vom Amt benötigen.
Dank jetziger 400 Euro-Jobs und Niedriglöhne.
Die Ärmsten aller Armen sind dann wohl eher Frauen.
Das weibliche Geschlecht verdient nicht nur weniger; sie erhalten natürlich auch nichts aus der Insolvenzmasse. Erst die Männer? Sieht für mich ganz so aus...

01.11.2012
15:10
Oberhausener Schlecker-Frauen erhalten keine Abfindung
von Stukkadierta | #2

Wo sollten die Schlecker-Frauen in Oberhausen auch einen neuen Job finden- in einer Spielhalle? Das ist doch das einzige, wofür sich unser Oberbürgermeister in den letzten Jahren eingesetzt hat. Spielhallen und Schulden anhäufen.

31.10.2012
13:20
Oberhausener Schlecker-Frauen erhalten keine Abfindung
von Musashi | #1

Ja, soviel dann mal zum "Jobwunder"!!!

Das ist dann die traurige Realität.

Ich frage mich eigentlich, warum Niemand mal auf die Idee kommt, mit Schlecker & Konsorten irgendwas zu tun, wofür man ............... !!!! ;-);-)

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