Oberhausener Ruprechtstraße bleibt Problemherd

Gleich drei Müllwagen mussten anrücken, um das Chaos vor den zwei Mietshäusern an der Ruprechtstraße zu beseitigen.Foto:
Gleich drei Müllwagen mussten anrücken, um das Chaos vor den zwei Mietshäusern an der Ruprechtstraße zu beseitigen.Foto:
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Erneut musste die WBO Berge von Sperrmüll vor den Mietshäusern abholen. Die Nachbarn sind mit ihrer Geduld am Ende. Abfall neben und hinter dem Haus.

Oberhausen.. Auf der Straße vor den Häusern 51 und 53 an der Ruprechtstraße liegen die Überreste eines unglaublich großen Sperrmüllbergs im Rinnstein. Ein muffiger Geruch macht sich aus den offenstehenden Eingangstüren breit. Ein Blick hinein: Die Flure sind verdreckt. An einzelnen Postkästen hängen sechs verschiedene Namensschilder auf Papierzettel gekritzelt, viele sind überschrieben worden.

Ganze drei Müllwagen der WBO waren nötig, um am bekannten Problemhaus der Stadt Massen an Unrat zu beseitigen. Doch einige Meter weiter rechts gleicht die Häuserseite in Richtung Bahntrasse weiter einer kleinen Müllhalde. Plastikflaschen, Dosen, Holzstücke und Metallteile liegen in der Böschung und am Mauerwerk. In einem Baum hängen ein Lattenrost und ein Weihnachtsbaum.

Thomas Walter, ein Notar aus Leipzig, vermietet die 18 etwa 52-Quadratmeter-Wohnungen zum großen Teil an Zuwanderer aus Rumänien. Die Nachbarn beschweren sich seit Monaten über Müll, Ruhestörung und immer wechselnde Mieter. Die WAZ berichtete.

Anwohnerin hat Angst

„Das Publikum hat sich wieder komplett geändert“, sagt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Hier tauchen ständig neue Gesichter auf.“ Ihre Söhne ließe sie nicht mehr auf die Straße – sie spricht von verbalen Bedrohungen. „Wir haben hier kein schönes Zuhause mehr.“

Die Nachbarn sind am Ende mit ihrer Geduld. Ines Hiltrop besitzt ein Haus an der Ruprechtstraße und sorgt sich um ihre Immobilie. „Wir befürchten ein Wertminderung unserer Häuser, wenn es so weiter geht. Die Straße ist doch bereits als Ghetto verschrien“, sagt sie aufgebracht.

Auch Nachbar Hans Böttcher ist sauer: „Der Eigentümer dieser Häuser sitzt in Leipzig und den interessiert das nicht“, behauptet er. „Gerade am Wochenende ist hier oft Theater.“ Der Rentner lässt einen Blick über seine Gartenmauer zu: Müllhaufen liegen verteilt auf einer Fläche, die nur noch entfernt an einen Rasen erinnert. In der Mitte ein ausrangierter Kühlschrank – Verwahrlosung. Auf dem Dach und hinter dem Haus stehen Satellitenschüsseln, deren Kabel nur notdürftig verlegt an der Hauswand entlang in die Fenster führen.

Wer aber wohnt in diesen Häusern? Auf das Klingeln reagierte niemand.

Ordnungsamt täglich vor Ort

Ordnungsamtsleiter Horst Ohletz kennt die Probleme seit Monaten nur zu genau. „Das Ordnungsamt ist täglich vor Ort und schaut nach dem Rechten“, sagt er. Die Ordnungshüter sorgten dafür, dass die Kinder in die Schule gehen. Er widerspricht den Nachbarn: „Der Großteil der Mieter wohnt dort schon länger.“

Im Gespräch mit der WAZ stellt sich der Leipziger Vermieter Thomas Walter als Kümmerer da. Und sagt überraschend deutlich: „Einige Mieter würde ich gerne loswerden.“ Walter gehören die Häuser seit März 2014. Sechs Altmieter aus der Zeit davor seien noch da , viele neue Mieter lebten seit dem Sommer dort. Aber: „Viele der Anwohner ziehen einfach aus, ohne etwas zu sagen, und geben die Wohnung an Familienmitglieder weiter.“ Das sei auch nicht in seinem Interesse. Um dem Herr zu werden, hat Walter die Mietverträge an die Stadt gegeben, damit sie diese mit Meldelisten abgleicht.

Außerdem sei er momentan monatlich vor Ort, erzählt Walter, und will auch an diesem Wochenende wieder kommen, um Anweisungen zu geben. Zudem soll sich ab Februar ein neuer Hausmeister um die Verschmutzung kümmern. Ein Dolmetscher sei ebenso organisiert, der den Anwohnern deutlich machen soll, wo die Grenzen ihres Verhaltens liegen und dass sie sich an den Mietvertrag halten müssen, versichert Walter.