Oberhausener Rad-Spendenaktion läuft erfolgreich an

Na, stimmt auch alles: Grünen-Parteichef Sebastian Girrullis (links) und Geschäftsführer Peter Plew beäugen die gespendeten Räder genau.
Na, stimmt auch alles: Grünen-Parteichef Sebastian Girrullis (links) und Geschäftsführer Peter Plew beäugen die gespendeten Räder genau.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im ersten Schritt wurden am vergangenen Samstag, 20. Juni, immerhin 15 Drahtesel in drei Stunden eingesammelt.

Oberhausen.. „Werde Radgeber. Hilf Flüchtlingen in den Sattel“, hatten Bündnis 90/Die Grünen auch in Oberhausen die Bevölkerung aufgerufen. Die Bürger sollten Fahrräder abgeben, die sie nicht mehr brauchten. Damit sollen Asylsuchende, die sich keine Fahrkarten leisten können, ein Stück weit mobil werden. Nun nahmen sie die Spenden vor dem Technischen Rathaus in Sterkrade entgegen. Die Räder sollen auf die fünf Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt aufgeteilt werden. In drei Stunden wurden 15 Fahrräder abgegeben.

Schon von weitem war das grüne Elektroauto, der Renault Twizzy, als Blickfang am Stand der Grünen sichtbar. Dorthin brachten Iwona Jarc­zewski und Andreas Knizik aus Dümpten ein lilafarbenes Pegasus-Herrenrad mit 21-Gang-Schaltung und ein schwarz-weißes Jugend-Mountainbike. „Eine tolle Aktion. Wir hatten die beiden Räder in der Garage“, sagte Iwona Jarczewski. „Sie zu verschrotten, wäre schade gewesen. Wenn man doch anderen Menschen damit eine Freude machen kann.“

Räder werden durchgecheckt

Zu diesem Zeitpunkt hatten Sebastian Girrullis, der Vorstandssprecher der Grünen, und Peter Plew schon acht Fahrräder neben dem Elektroauto aufgereiht. Beim einen fehlte etwas Luft, beim anderen war die Bremse rostig. Mit freiwilligen Helfern, auch mit Männern aus den Reihen der Flüchtlinge, wollen die Grünen die eingesammelten Räder durchchecken und bei Bedarf auf Vordermann bringen. Größere Reparaturen schienen nirgendwo nötig. Außerdem sollen die Rahmennummern notiert werden. Schließlich würde es gerade noch fehlen, wenn ein Asylbewerber irrtümlich beschuldigt würde, mit einem gestohlenen Rad unterwegs zu sein.

Ein Herr mit Vollbart schob ein silbernes Damenfahrrad heran. „Das stand bei meiner Schwiegermutter in der Garage. Die ist 85. Es ist noch voll in Ordnung“, erklärte er den beiden Grünen. Schließlich tauchte Ratsherr Andreas Blanke mit einem sportlichen Mountainbike auf, das er abgab. Ein Handwerker fuhr mit seinem Lieferwagen vor und lud ein weiteres Geländefahrrad aus. Und dann kam noch ein Vater mit einem Kinderfahrrad. „Mein Sohn möchte gern sein Fahrrad spenden“, erklärte er.

Ausgegangen ist die Aktion der Grünen von Rheinland-Pfalz. Sie wurde dann bundesweit publik gemacht. Vor einer Woche veröffentlichten auch die Oberhausener ihren Sammelaufruf.

„Wir haben außerdem an den Bahnhöfen Hinweise darauf an Fahrradlenker gehängt“, erklärte Peter Plew. Er leitet die Parteigeschäftsstelle. Dort wurden auch schon zwei Räder abgegeben. Ein weiteres konnten die Grünen in Osterfeld abholen.