Oberhausener Netzwerk spricht über Zuwanderung

Premiere hat das Stück „Die Schutzbefohlenen“ bereits gefeiert. Jetzt wird es für NIL aufgeführt. Im Bild Dramaturg Tillmann Rabke.
Premiere hat das Stück „Die Schutzbefohlenen“ bereits gefeiert. Jetzt wird es für NIL aufgeführt. Im Bild Dramaturg Tillmann Rabke.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Veranstaltungsreihe „Willkommen in Oberhausen“ gestartet. Vorträge, Lesungen und Theater sollen den Bürgern das Thema näher bringen.

Oberhausen.. Flüchtlinge, Zuwanderung und Integration – das sind Themen, die Menschen bewegen. Das Netzwerk Interkulturelles Lernen (NIL) startet deswegen dieses Jahr die Veranstaltungsreihe „Willkommen in Oberhausen“, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, Ängste abzubauen und für mehr Toleranz zu werben. Es ist die dritte Reihe, die sich mit dem Thema beschäftigt. Der Auftakt war das Stadtgespräch am Montag im Bert-Brecht-Haus.

„Es war uns wichtig, dass wir über das Stadtgespräch hinaus bei diesem wichtigen Thema in die Tiefe gehen“, sagt Barbara Kröger vom Verein „Arbeit und Leben“. Das wollen die 15 Mitglieder des Netzwerks und zehn weitere Organisationen das ganze Jahr über mit verschiedenen Veranstaltungen machen. Es geht darum, Begegnungen zwischen verschiedenen Menschen und Kulturen zu ermöglichen. “Das zieht sich als Prinzip durch die ganze Reihe“, so Ralf Langnese von der Ruhrwerkstatt.

„Zu Gast bei Nachbarn“

Ein Paradebeispiel ist hier das Format „Zu Gast bei Nachbarn“, das von Desbina Kallinikidou vom städtischen Büro für Interkultur organisiert wird. Das Netzwerk lädt dabei regelmäßig in unterschiedliche Geschäfte und Gaststätten ein. Als erstes öffnet der Weinhandel „Le Baron“ an der Marktstraße 146 am heutigen Mittwoch, von 18.30 bis 21 Uhr seine Türen für Gäste. Bei Essen, Trinken und Musik sollen die Menschen locker und ungezwungen ins Gespräch kommen. „Ob es ein Programm gibt und wie es aussieht“, sagt Desbina Kallinikidou, „das entscheiden die Inhaber selbst.“

Die Veranstaltungsreihe auf Begegnungen zu reduzieren, das würde ihr aber nicht gerecht werden. So soll auch über Zuwanderungs-Themen ganz nüchtern informiert werden, die die Menschen oftmals sehr emotional diskutieren. „Unterschiedliche Bürger sollen ohne große Hürden einen Zugang finden“, sagt Ralf Langnese, „deswegen haben wir uns sehr unterschiedliche Formate entschieden.“

Programm wurde ohne finanzielle Mittel auf die Beine gestellt

Das kann Kunst sein, wie im Theater Oberhausen. Dort wird am Sonntag, 14. Juni, um 19.30 Uhr das Stück „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek aufgeführt. Aber es kann auch der Stadtrundgang am Donnerstag, 25. Juni, von 17 bis 19 Uhr sein, der über „die Geschichte der Migration in Oberhausen“ aufklärt. Die meisten Veranstaltungen sind kostenlosen.

Das Programm haben die Organisatoren ohne zusätzliche finanzielle Mittel auf die Beine gestellt.

Zivilgesellschaftliche Basis

„Ohne unser breites Netzwerk wäre es nicht möglich gewesen“, so Matthias Ruschke, Fachbereichsleiter für politische Bildung an der Volkshochschule (VHS). Das zeigt aber auch, „dass es eine breite zivilgesellschaftliche Basis in Oberhausen gibt“, so Ralf Langnese, die vor Problemen nicht die Augen verschließt.

Gerade über die Flüchtlingsthematik wird häufig kontrovers und vorurteilsbelastet diskutiert. Hier will die Reihe zu einer sachlicheren Diskussion beitragen.