Oberhausener muss für drei Ohrfeigen sechs Monate in Haft

Die Anklage hatte zunächst deutlich mehr Vorwürfe umfasst
Die Anklage hatte zunächst deutlich mehr Vorwürfe umfasst
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Was wir bereits wissen
Ein 42-jähriger Maurer hat die Kinder seiner Partnerin geschlagen. Zu den 22 Vorstrafen des Verurteilten zählten auch Gewalttaten.

Oberhausen.. Wenn die Kinder seiner Lebensgefährtin frech zur Mutter waren, schlug ein 42-jähriger Maurer aus Oberhausen schon mal mit der flachen Hand zu. Mindestens sechs Monate muss er nun für drei Ohrfeigen hinter Gitter.

Ein heftiges Strafmaß für drei Züchtigungen der zur Tatzeit 2012 und 2013 neun bis 14 Jahre alten drei Söhne der Freundin. Doch das Amtsgericht hatte triftige Gründe, das Urteil im Juli 2014 so deutlich ausfallen zu lassen: Der Angeklagte hat 22 Vorstrafen, darunter auch Gewaltdelikte, und stand zur Tatzeit bereits zweifach unter Bewährung.

Die Anklage hatte zunächst deutlich mehr Vorwürfe umfasst: So soll der 42-Jährige ein Kind mit einem Ledergürtel geschlagen haben, bei anderen Gelegenheiten zwei Jungen mit einer Softair-Pistole beschossen haben. Um den Kindern eine Aussage vor Gericht zu ersparen, waren diese Anklagepunkte eingestellt worden, nachdem der Angeklagte die drei Ohrfeigen eingeräumt hatte.

Zeit hinter Gittern könnte sich erhöhen

Dennoch zog er in die Berufung. Ziel sei es, eine Bewährungschance zu erhalten, sagte der Verteidiger gestern. Viel hatte er für eine günstige Sozialprognose aber nicht vorzutragen. Sein alkoholkranker Mandant hatte sich zwar um Therapien bemüht, zwei Behandlungen aber abgebrochen. Am vergangenen Wochenende war er nach fünf Tagen in einer Therapieeinrichtung rückfällig geworden und hinausgeflogen.

Die Berufungskammer des Landgerichts kam nach kurzer Zwischenberatung zu dem Schluss, dass sich der Angeklagte keine Hoffnung auf Bewährung machen dürfe. Zudem bestehe die Gefahr, dass man die gesamte Anklage, einschließlich der vorläufig eingestellten Punkte, noch einmal aufrollen werde und einen psychiatrischen Gutachter einschalte, der möglicherweise eine Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt befürworte.

Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt zog der 42-Jährige die Berufung zurück. Er muss nun fürchten, dass auch die Bewährungen für drei Strafen, die gnädige Richter ausgesprochen hatten, widerrufen werden. So könnte sich seine Zeit hinter Gittern im schlimmsten Falle noch um weitere 14 Monate verlängern.