Das aktuelle Wetter Oberhausen 11°C
Freizeit

Oberhausener Mini-Züge locken Touristen an

12.07.2011 | 19:11 Uhr
Oberhausener Mini-Züge locken Touristen an
Investor Jens Kürvers (MWO) und Betriebsleiterin Linda Böttner freuen sich über den frischen Schwung in der Oberhausener Miniaturwelt. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Oberhausen  Der Start 2008 war mehr als holprig, die Modelleisenbahn-Landschaft des Ruhrgebiets der 60er Jahre lockte halb so viel Besucher wie erwartet; das Ding, aufgebaut in einer nüchternen Halle an der Marina von Hobby-Eisenbahnern ging in die Insolvenz.

Der Start 2008 war mehr als holprig, die Modelleisenbahn-Landschaft des Ruhrgebiets der 60er Jahre lockte halb so viel Besucher wie erwartet; das ganze Ding, aufgebaut in einer nüchternen Halle an der Marina für gut anderthalb Millionen Euro von begeisterten Hobby-Eisenbahnern ging in die Insolvenz .

Doch zwei Jahre nach dem Einstieg des neuen Investors Jens Kürvers in die Modellbahnwelt (heute Miniaturwelt) Oberhausen (MWO) läuft vieles rund: Die Besucherzahl stieg von 80 000 im Jahr in sechsstellige Bereiche, die MWO entpuppte sich als viert-attraktivste Sehenswürdigkeit des Ruhrgebiets, die mit der Ruhrtop-Card besucht werden kann.

Leidenschaft und Liebhaberei

Kürvers hat es offenbar geschafft, Leidenschaft und Liebhaberei für feine Modelleisenbahnen und exakte Landschaftsbauten mit wirtschaftlichem Kalkül erfolgreichen zu verbinden: Er ist Inhaber von Modellbahn-Läden und der schon seit 2000 existierenden Großanlage „Deutschland-Express“ in Gelsenkirchen (Nordstern).

„In Oberhausen haben wir stetig steigende Besucherzahlen: Im ersten Halbjahr 2011 kamen wieder mehr als im Vorjahreshalbjahr – vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, ist Kürvers zufrieden.

Sein Erfolgsrezept: Mit Betriebsleiterin Linda Böttner hat er die Anlage attraktiver für Familien gemacht – interaktiver, spannender. Es fahren mehr Züge häufiger und dichter auf den Gleisen; auf der Gästestrecke können vier verschiedene Züge durch Handregler gesteuert werden.

Insgesamt sind auf der 420 Quadratmeter großen Anlage 80 Miniaturzüge mit bis zu 30 Waggons auf 4800 Gleisen zu verfolgen.

Touristenzentrum
Zu wenige Hinweisschilder

Oberhausen will das Touristenzentrum des westlichen Ruhrgebiets sein – doch manchmal fehlt es an Kleinigkeiten. Immer noch vermissen die MWO-Macher eine ausreichende Zahl an Hinweischildern. „Viele Besucher klagen, wir finden Euch einfach nicht“, meint Kürvers. Man habe privat einige Schilder aufgestellt, doch mehr Hilfe durch die Stadt wäre schön.

Selbst der ICE fährt mit

Und auch der moderne ICE, beliebt bei fortschrittsbegeisterten Kindern, fährt mit. Wenngleich mit der Erfindung der 80er Jahre aus Sicht strenger Modellbahnfreunde das Hauptmotiv des Aufbaus, die 60er Jahre des Ruhrgebiets nachzubilden, zu sehr durchbrochen wird.

Auf der gesamten Strecke blinkt und leuchtet es mehr als zu Beginn. Durch Aktionsknöpfe lassen sich Drehscheiben, Bagger, Kräne und Straßenfahrzeuge bewegen.

Video
In der Modellbahnwelt Oberhausen schnurren die Züge durch das Ruhrgebiet der 60er.

Böttner hat auch die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert: Im Gegensatz zu den Anfängen gibt es nun ein kleines Bistro mit durchaus bezahlbaren Getränkepreisen (0,3-Liter-Cola 1,60 Euro). Und so können auch ganze Klassen oder Kindergruppen beim Geburtstag versorgt werden. Jeder Teilnehmer der Geburtstagsrunden (Kosten: Je Kind 13,90 Euro inklusive Essen) darf sogar einen eigenen Hausbau-Satz zusammenbasteln und mitnehmen.

Recht preisgünstig

Insgesamt können sich nach Ansicht von Kürvers und Böttner Familien mehr als zwei Stunden in der Miniaturwelt aufhalten und Spaß haben. Zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern müssen dafür rund 20 Euro Eintritt bezahlen. „Im Vergleich zu anderen Freizeitattraktionen wie etwa ein Besuch im Kino ist das recht preisgünstig“, finden die beiden Macher.

Die einstige Idee der früheren Betreiber, auch noch eine Anlage fürs Ruhrgebiet im 21. Jahrhundert zu bauen, ist von Kürvers verworfen worden. Da würde sich vieles nur wiederholen, wie die aufwendig zu bauende Villa Hügel. Lieber habe man direkt zur Anlage der 60er Jahre Fotos aus der heutigen Zeit gestellt.

Peter Szymaniak

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
13.07.2011
20:31
Oberhausener Mini-Züge locken Touristen an
von Schantall | #1

Klasse!

Ich freue mich auf jeden Besuch dort!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4864646/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Bald beginnt die Sterkrade Fronleichnamskirmes
Volksfest
Das Volksfest sei nicht weniger bedeutsam als Crange, finden Schausteller. Am Mittwoch geht’s los.
Rot-Grün: Hallenbäder bleiben offen
Kommunalpolitik
Oberhausener Regierungskoalition beerdigt Sparplan der Stadtverwaltung. Schließung von Sterkrade und Alt-Oberhausen sollte 2,7 Millionen Euro bringen