Oberhausener Mieter seit Mitte November ohne Heizung

In der Siedlung an der Kampstraße/Auf der Höchte fällt seit Mitte November immer wieder die Heizung aus.
In der Siedlung an der Kampstraße/Auf der Höchte fällt seit Mitte November immer wieder die Heizung aus.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
In der Siedlung Kampstraße fällt weiterhin immer wieder die Heizung aus. Das Leitungsnetz ist marode. Der Eigentümer stellt Heizlüfter zur Verfügung.

Oberhausen.. Bei etlichen Bewohnern der Siedlung Kampstraße ist mehr als nur die Stimmung auf dem Nullpunkt: Ihre Wohnungen sind kalt, es gibt kein heißes Wasser, mal für ein paar Stunden, mal für einen Tag, mal auch deutlich länger. „Unsere Wohnung wird seit Mitte November nicht mehr warm, auf mehr als 16 Grad Celsius kommt kein Zimmer“, sagt Mieterin Ramona Geisler. Sie ist verzweifelt. Ihre kleine Tochter sei permanent erkältet, zum Duschen und Aufwärmen müsse die Familie Freunde aufsuchen.

Politik will Druck machen – aber die Mittel sind begrenzt

Für Bezirksbürgermeister Thomas Krey, der in dieser Woche die Siedlung besucht hat, ist dieser Zustand unhaltbar. Anfang Dezember hatten Mieter erstmals das Heizungsproblem öffentlich gemacht. „Im Prinzip hat sich seither nichts geändert“, stellt Krey fest. Er will versuchen, dass die Politik Druck auf die Eigentümer, die Adler Real Estate, und die Peloton-Hausverwaltung macht. Er weiß allerdings, dass die Mittel dazu sehr beschränkt sind.

Mietrecht Mitte des Monats traf sich der Mieterbeirat mit Vertretern der Eigentümer und der Hausverwaltung. Folgende Fakten wurden festgestellt: Einer von zwei Heizungskesseln war defekt. In den beiden Hauptkreisläufen gab es auch immer wieder Rohrbrüche, was den Wasserdruck senkte und damit zum Ausfall von Heizung und Warmwasser in zahlreichen Wohnungen führte. Erdreich gelangte durch die gebrochenen Rohre in das Leitungssystem, die Filter an den Hausleitungen verstopften. Die Rohrbrüche wurden repariert, die Filter gesäubert und auch immer wieder Wasser in den Kesseln nachgefüllt. Allerdings: „Ein nunmehr sechster Rohrbruch in dem immerhin rund zwei Kilometer langen Leitungssystem bereitet uns neue Sorgen“, teilte jetzt der Pressesprecher der Adler Real Estate, Jörg Bretschneider, auf Anfrage mit. „Die Leckage konnte noch immer nicht eindeutig identifiziert werden. Es ist technisch extrem schwierig, eine Lösung herzustellen, die gerade in der aktuellen Heizperiode ohne zusätzlichen Ausfall von Heizwärme und Warmwasser umgesetzt werden muss.“

Adler Real Estate will 45 Heizlüfter stellen

Für das Unternehmen steht fest, dass die Probleme sich nicht schnell und leicht lösen lassen. Fachleute seien sofort vor Ort, wenn etwas zu reparieren sei. Aber „es ist nicht vorhersehbar, wann und wo es das nächste Mal passiert“, so Bretschneider. Daher habe man auch mit diversen Spezialisten sowie einem Gutachter Kontakt aufgenommen, um eine grundlegende Lösung der Probleme zu erreichen. „Die entsprechenden Termine und Prüfungen sind in Kürze beziehungsweise haben begonnen.“

Den frierenden Mietern hat das Unternehmen versprochen, Heizlüfter zur Verfügung zu stellen, 45 an der Zahl. „Vor allem in Wohnungen, in denen kleine Kinder und kranke Menschen leben, müssen die ganz schnell zum Einsatz kommen“, betont Nicole Kopp-Czech vom Mieterbeirat.