Oberhausener kritisieren auf Facebook das Busnetz der Stoag

Auch im Sommer 2014 gab es einen neuen Busfahrplan – das Netz würde mehr und mehr ausgedünnt, ärgern sich Oberhausener auf Facebook.
Auch im Sommer 2014 gab es einen neuen Busfahrplan – das Netz würde mehr und mehr ausgedünnt, ärgern sich Oberhausener auf Facebook.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Oberhausener ärgern sich auf Facebook über das Busnetz der Stoag, das mehr und mehr ausgedünnt wurde. Sie nennen Beispiele aus ihrem Alltag.

Oberhausen.. Das Nahverkehrsunternehmen Stoag hat seit 2009 rund vier Millionen Fahrgäste verloren. Warum fahren die Oberhausener immer seltener Bus und Straßenbahn, das haben wir auf der Facebook-Seite der WAZ Oberhausen gefragt. Zahlreiche Leser nennen Beispiele aus ihrem Alltag, mit denen sie das aus ihrer Sicht zunehmend schlechte Busnetz in der Stadt beklagen.

„Vor drei Jahren kam der Bus vor meiner Haustüre alle 20 Minuten. Heute kommt er nur noch jede Stunde. Wie soll man da pünktlich (nicht viel zu früh oder zu spät) zur Uni oder Arbeit kommen? Umso glücklicher bin ich, dass ich mit dem Auto mobil und nicht auf die Stoag angewiesen bin.“ Jula Marie

"Zu voll, zu teuer"

„Die Verbindungen sind eine Katastrophe. Ich muss morgens um 5 Uhr los, um dann 20 Minuten vor verschlossener Tür bei meinem Job zu stehen. Später fahren ist nicht, denn der nächste Bus kommt erst 20 Minuten später. Vom Wochenende wollen wir mal gar nicht sprechen. Hab ich Frühschicht, stellt sich nicht die Frage, wann fahre ich. Ich muss laufen. Der Nachtexpress erreicht meine Stelle gar nicht. Als Frau im Winter allein vom Hauptbahnhof zu laufen ist echt toll. Die Planung und Taktung hinkt. Aber man kann ja Kosten sparen. Ganz toll.“ Melanie Stumm

„Ich vermeide es auch, mit dem Bus zu fahren. Viel zu voll, viel zu teuer, Taktung bei vielen Strecken miserabel und auch noch unpünktlich.“ Martina Kerkhoff

"Busse sind ständig überfüllt"

„Habe gemeldet, dass der Fahrkartenautomat an der oberen Marktstraße nicht funktioniert. Kümmert sich keiner drum! Straßenbahn kommt nicht, keine Durchsage, kein Ersatz! Aber die Preise steigen! Werde wohl auch bald kündigen, da fahre ich lieber mit dem Fahrrad.“ Heike Ahrens

„Weniger Busse, längere Wartezeiten, schlechtere Vebindung zwischen Oberhausen und Sterkrade (auf drei Busse nach Osterfeld kommt einer nach Sterkrade), kleine Busse während der Feierabend-Zeiten. Hauptgrund: Busse sind ständig überfüllt!“ Susanne Foese

Mit dem Auto geht es viel schneller

„Die meisten können sich selbst das Busfahren nicht mehr leisten, weil die Ticketpreise fast jedes halbe Jahr immer weiter steigen.Das Einzige, was ich an der Stoag wirklich mal positiv sehen muss, ist das Vier-Stunden-Ticket. Dieses Ticket kann man wirklich gut ausnutzen. Also da haben sie sich wenigstens was gutes einfallen lassen.“ Alexander Jankovic

„Für die Kosten der Tickets kann ich ebenso gut mein Auto unterhalten. Zudem bin ich mindestens viermal schneller aufgrund der schlechten Verbindung und Taktung. Von Zuhause brauche ich mit dem ÖPNV bis zu meinen Job in Mülheim knapp 90 Minuten, mit dem Auto 20-30 Minuten. Aber baut ihr mal eure 105 Straßenbahnlinie, damit das Centro noch besser erreicht wird. Lisa Kempkes

"Unfreundliches Personal"

„Bei den Preisen und unfreundlichem Personal, denen man einfach ansieht, dass es ihnen keine Freude bereitet zu fahren und dann noch solche Dienstpläne und einigen Kunden...“ Reinhardt Wolf

„Das liegt auch zum Teil an den sehr unfreundlichen Fahrern. Kurzes unschönes Beispiel: Sonntagmittags Gleis 1, der Bus Richtung Centro, Fahrgäste alle eingestiegen, der Fahrer fuhr an, hatte aber Rot, zwei Jugendliche wollten noch mit und klopften an die Tür. Der gute Mann aber schaute stur und brummig nur zur Ampel. Es hätte ihm nicht den rechten Finger gebrochen kurz die Tür zu öffnen!“ Michael Gürtel

"Schwarze Schafe gibt es überall"

„Da ich selber mal bei Stoag als Fahrer tätig wahr, kenne ich diese Situation zur genüge. Der Fahrer soll nur ein Mal die Tür öffnen und ist sie einmal offen, bleibt es nicht bei den zwei Jugendlichen, dann kommen noch mehr angerannt. Bis die Türen wieder zu sind, ist die Ampel wieder rot und dann kommt noch einer angerannt. Da hast du mal ganz schnell fünf bis zehn Minuten Verspätung. Dann meckern andere, weil der Bus Verspätung hat.“ Mike Strapko

Schwarze Schafe gibt es überall, ich möchte den Job nicht machen. Man wird angepöbelt, bespuckt und geschlagen. Typisch deutsch, immer meckern.“ Sven Ulewski