Oberhausener Kirchengemeinde räumt Kirche für 50 Flüchtlinge

Der Kircheninnenraum soll Platz für 50 Flüchtlinge bieten.
Der Kircheninnenraum soll Platz für 50 Flüchtlinge bieten.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Eine Kirchengemeinde in Oberhausen räumt Bänke, Altar und Kanzel beiseite, damit Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben. Die Stadt nimmt das gerne an.

Oberhausen.. Ein Gotteshaus als Obdach: In einer evangelischen Kirche in Oberhausen werden voraussichtlich nächste Woche rund 50 Flüchtlinge untergebracht. Die Kirchengemeinde Königshardt-Schmachtendorf habe dies der Stadt angeboten, berichtete Stadtsprecher Rainer Suhr am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht des WDR. "Das nehmen wir gerne an." Die Sanitäreinrichtungen mit Waschmaschinen sollen in Containern an der Kirche Platz finden. Die Kirche aus dem Jahr 1906 wird derzeit noch für Gottesdienste genutzt. In der Evangelischen Kirche im Rheinland ist es nach Angaben eines Sprechers das erste Mal, dass eine in normalem Gebrauch befindliche Kirche als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden soll.


Es sind noch Vorarbeiten nötig. So müsse etwa die Bestuhlung weggeräumt werden. Auch Altar, Kanzel und Taufbecken seien beweglich, sagte der Superintendent des Kirchenkreises Oberhausen, Pfarrer Joachim Deterding, der selbst direkt neben der Kirche wohnt. In der Kirche sollen Tischgruppen aufgestellt werden, damit sich die Menschen selbst Frühstück und Abendessen zubereiten könnten. Das Mittagessen werde angeliefert. Auch in der Betreuung wolle sich die Kirchengemeinde engagieren. "Soweit wir das können, wollen wir das tun", sagte der 49-Jährige. Die Gemeinde wolle auch eine Bürgerinitiative um Mithilfe bitten.

"Menschen sind in Not" Soziales

Man wolle helfen, "weil Menschen in Not sind und es unserer Botschaft entspricht", sagte Deterding. Das Angebot an die Stadt sei nicht zeitlich begrenzt. Allerdings könne es sein, dass die Flüchtlinge im Frühjahr in eine derzeit noch im Bau befindliche Unterkunft der Stadt umzögen. Mittelfristig wolle die Gemeinde die Kirche, die derzeit unter Denkmalschutz gestellt werde, ohnehin als Gottesdienststätte aufgeben. Das Gebäude solle aber erhalten bleiben. Die Gemeinde hat noch eine weitere Kirche aus dem Jahr 1958.


In der rheinischen Kirche hätten bereits viele Kirchengemeinden den Kommunen außer Dienst gestellte Kirchen als Unterkünfte angeboten, sagte Kirchensprecher Jens Peter Iven. "Die Städte haben bislang aber darauf verzichtet wegen fehlender Sanitäreinrichtungen." (dpa)