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Oberhausener gründen Kuriernetzwerk

05.08.2010 | 11:25 Uhr
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
Patrick Schmidt zeigt einen Flyer der Internetseite Chakkr.de. Bild: Udo Milbret

Oberhausen.Wenn einer eine Reise tut, warum soll er dann nicht für einen anderen etwas mitnehmen? Die junge Oberhausener Firma Web2Come hat eine Plattform für Hobbykuriere und private Paketversender geschaffen.

Die Idee ist charmant: Wenn einer eine Reise tut, warum soll er dann nicht für einen anderen etwas mitnehmen? Ein Paket, einen Brief, ein Mitbringsel auf dem Weg zurück? Im Zeitalter des Internets tut sich für solche Gefälligkeiten eine neue Dimension auf: Anzeigen sind schnell geschaltet und ebenso schnell können gewillte Hobbykuriere darauf reagieren. Die junge Oberhausener Firma Web2Come hat mit www.chakkr.de eine Plattform für beide Seiten geschaffen.

Web2Come, das sind drei Informatiker und ein Redakteur, Chakkr.de ihr bisher einziges Produkt. „Das Wort bedeutet auf Indisch ,Rad’. Darum geht es – wir wollen das Rad ans Laufen bringen“, erklärt Patrick Schmidt, Entwicklungsleiter der Firma. Man wolle Menschen zusammenbringen, Kontakte schaffen. Warum aber sollte man privaten Menschen seine Pakete überlassen, wenn DHL, DPD und Co. den Transport auch professionell übernehmen? Nicht nur die Kosten, auch andere Gründe sprechen dafür.

Chakkr.de
Internationale Schlemmer

Von Kreta diesen leckeren Wein mitgebracht und nun ist die Flasche leer? Über Chakkr.de kann man sich auch etwas aus anderen Ländern mitbringen lassen. So sucht „jaypatel1422“ dringend malaysisches Maggi aus Amerika, „nasirnoor“ hätte gerne Mangos aus Pakistan nach Winnipeg in Kanada geliefert und „sunti13“ möchte in seinem heimatlichen Mumbai Tuskeer Bier aus Kenia kosten.

„Manchmal ist ein Paket einfach zu sperrig. Oder es muss schnell ankommen“, erklärt Schmidt. Ajith Kumar, einer der vier Gründer, musste mal einen Brief innerhalb von drei Tagen nach Mumbai in Indien schicken – das konnte kein Kurierdienst leisten. „Und währenddessen fliegt von Düsseldorf jeden Tag ein Flieger nach Mumbai“, so Schmidt. Den Brief musste Kumar dann schließlich doch für 80 Euro per Kurierdienst verschicken. Statt nach versprochenen fünf Tagen kam er nach sieben Tagen an.

13 000 Nutzer haben sich bislang registriert

Über den Preis und andere Details müssen sich Verschicker und Kurier auf Chakkr.de selbst einig werden. Ähnlich wie bei Ebay kann man das Gegenüber auch bewerten. Dass nichts Illegales von Land zu Land oder auch deutschlandweit transportiert werden darf, „darauf weisen wir die Nutzer hin“, sagt Schmidt. Für den Fall der Fälle können Nutzer eine Missbrauchsmeldung abgeben. Wer möchte, kann sein Chakkr-Inserat auch auf einer virtuellen Pinnwand in dem sozialen Netzwerk Facebook erscheinen lassen.

Die 13 000 Nutzer, die sich bisher auf Chakkr.de registriert haben, zahlen für die Dienste der Firma bisher keinen Cent. Später, wenn die Gemeinschaft der Hobbykuriere gewachsen ist, sollen Werbebanner und Premiummitgliedschaften für Einnahmen sorgen.

Investor gesucht

„Es gibt eine gewisse kritische Grenze an Mitgliedern, die wir überschreiten müssen, um Gewinn zu erzielen“, sagt der 30-jährige Schmidt. Die liege bei etwa 100 000 Nutzern. Ein bis fünf Prozent davon nutzten bei solchen Diensten Bezahloptionen. Bisher lebt die kleine Technologiefirma ausschließlich vom Eigenkapital.

Web2Come hatte auch einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) beantragt. Der wurde jedoch abgelehnt, weil zwei der Gründer bereits selbstständig waren und, noch wesentlicher, weil es Voraussetzung für die Kreditvergabe ist, dass mit Hilfe des Kredits die Gewinnzone erreicht wird. Diese Bedingung sah die KFW nicht erfüllt. „Wir stehen jetzt im Gespräch mit einer Bank, aber das sind natürlich andere Konditionen.“ Für die Zeit bis zur schwarzen Null ist man nun auf der Suche nach einem Investor. Schmidt: „Wir sind zwar in Gesprächen, aber es ist noch nichts spruchreif.“

Géraldine Lakermann

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Kommentare
06.08.2010
13:53
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Junge Menschen Wollen alles haben | #9

Für neues job sind es immer gut da kann man sich bewerben um eine arbeitstelle zu bemühen

06.08.2010
13:23
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Dennis | #8

Also, was die geschlossenen Pakete angeht: Auf einer Unterseite von chakkr.de habe ich gelesen, dass als grundlegendes Geschäftsprinzip gilt, dass einem Kurier immer und zu jederzeit der Inhalt eines Pakets offen gelegt werden soll. Finde ich gut, so sind beide Seiten sicher. Und wenn man nicht gerade irgendwelche Pornoheftchen verschicken möchte, sollte es auch kein Problem sein, dem Kurier den Inhalt eines Pakets zu zeigen. ;) Und was die Vertrauensfrage angeht: nehmen wir einfach mal ebay. da überweist man einem Unbekannten einen Betrag X in der Hoffnung, dass er versprochene Ware wirklich losschickt. Und das Prinzip funktioniert! Sogar so gut, dass sich hierüber kaum noch einer Gedanken macht.

06.08.2010
11:42
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Alstaden9 | #7

Die Möbel-Geschichte von Adam überzeugt mich - ein Fall für Chakkr.

Essen aus China, Zigarren aus Cuba?
DU musst dann erst mal klären, ob man die Sachen überhaupt importieren darf und in welchen Mengen = Zeitaufwand
DU musst dann im anderen Land los und schauen, wo man die Sachen kaufen kann = Zeitaufwand
DU musst dann noch sehen, wie der Besteller seine Ware bekommt und Du Dein Geld = Zeitaufwand

Wer so was mag, bitte Chakkr bemühen.
Es geht aber in den Zeiten des Internets auch einfacher.

06.08.2010
07:10
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Chris80 | #6

Hallo Adam, ich finde das auch eine gute Idee. Einfach mal ausprobieren und dann kann man immer noch sehen ob der Dienst das verspricht was er anpreist. Was ich allerdings nicht verstehe sind eure ganzen Bedenken. Denkt doch mal an die vielen Immigrante, die so ein Stück Heimat durch solche Dienste bekommen können. Leckeres Essen aus China, Zigarren aus Kuba. So kann doch jeder ein interessantes Stück Welt bekommen oder auch ausgefallene Geschenke. Ich werde es jetzt testen.

06.08.2010
00:32
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Adam | #5

Hmm, ich habe mir die Webseite www.chakkr.de gerade mal angeschaut. Noch bisschen gewöhnungsbedürftig die Bedienung der Webseite aber eigentlich ne super-Idee. Für jemanden fremden ein Paket mit unbekannten Inhalt mitzunehmen wäre ich nicht zu haben !!!

Aber als ich damals ein paar Möbel als armer Student ein paar hundert Kilometer transportieren musste hätte ein Dienst wie Chakkr sicherlich weitergeholfen. Die Kosten für Umzugsdienst haben mehr gekostet als die Schlafcouch und Kühlschrank zusammen ! ... na ja, habe die Sachen dann günstig verkaufen müssen und mir neue alte Sachen gekauft.
Ob sich damit für die Betreiber Geld verdienen lässt ist fraglich, aber ich kann es mir schon vorstellen wenn ich mal was sperriges zu verschicken habe dieses Chakkr mal auszuprobieren.

05.08.2010
17:56
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Meierdrei | #4

Die Geschäftsidee mit dem Kurierservice für Briefe und Pakete ist nicht neu und hat gerade in den letzten Tagen große Euphorie und Erwartungen in gewissen Freiberuflerkreisen ausgelöst.

Da gibt es z.B. reihenweise andere junge Männer, die sich auf die Versorgung von Empfängern von geringen nun legalen Mengen Probierpackungen verlegt haben.
Bei diesem Geschäftsmodell kann man, wenn man an einer Abnahmestelle (z.B. Schule/Bhf usw.) für 10,-€ nur 20 Sendungen verkauft, in einer größeren NRW-Stadt bei nur 100 Abnahmestellen schon 20.000,-€ Umsatz pro Tag machen. Also da sind im Monat immerhin 0,6 Mio. € drin und wenn man den Sevice für mehrere Städte gemanagt kriegt, dann kann man sich dafür noch ganz anderen Service gnädig stimmen.

Also ruhig mal seine Geschäftsmodelle durchkalkulieren und an den richtigen Strippen ziehen, um zu gucken was sich so tun lässt.

05.08.2010
16:55
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von Alstaden9 | #3

Auf den ersten Blick erst mal eine super Idee.
Die Bedenken von gutta sind mir allerdings auch sofort gekommen. Durch den Zoll mit Päckchen oder Brief, dessen Inhalt ich nicht kenne? Never!
Zitat Webseite: Du hast zu viel Gepäck, aber dein Flugnachbar reist nur mit Handgepäck. Warum teilt Ihr nicht das Gepäck?
Wie naiv muss man sein, um bei so einer Nummer mitzumachen?
Und die Anfragen auf der Webseite von wieimmermandasausspricht sind auch lustig:
Da möchte ein florian ein einfaches Paket (Max. Gewicht : 3 kg) von Bottrop/Deutschland nach Wuppertal/Deutschland einer ihm unbekannten Person in die Hand geben, und zahlt dafür maximal 15 Euro. Warum???
Die Post holt das Paket billiger bei florian zu Hause ab, und die Fuhre ist auch noch versichert.

05.08.2010
15:12
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von gabii | #2

Univers extended?

05.08.2010
14:34
Oberhausener gründen Kuriernetzwerk
von gutta | #1

Der springende Punkt ist , das man nicht in die Pakete schauen kann.
So würde ich NIE was für eine andere Perosn mit ins Ausland nehmen.
Die Regeln hierfür sind klar, DER der die Sachen bei sich trägt hat die Verantwortung.
Ich empfehle niemandem ein Paket ohne ähnliches unbekanntem Inhalts mit über eine Grenze zunehmen. Dies gilt auch für Anhalter oder unbekannte Mitreisende über Mitfahrzentralen.
An der Grenze : Ausstiegen, selber durch.
Danach gerne wieder einsteigen.

Ist nicht lange her, das ein netter deutscher Autofahrer einen Anhalter mit nach Norwegen genommen hatte.
Der wurde allerdings mit Haftbefehl gesucht....

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