Oberhausener führt die NRW-Jungsozialisten

Frederick Cordes, 28 Jahre jung, gebürtiger Oberhausener, ist seit Oktober 2014 Juso-Landesvorsitzender in NRW.
Frederick Cordes, 28 Jahre jung, gebürtiger Oberhausener, ist seit Oktober 2014 Juso-Landesvorsitzender in NRW.
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Was wir bereits wissen
Frederick Cordes ist der Landesvorsitzende der SPD-Jugendorganisation und ist in diesem Ehrenamt über 30 Stunden pro Woche für die politische Arbeit unterwegs.

Oberhausen.. Mehr Investitionen in Bildung, Ausbau der Infrastruktur, ein vorsorgender Sozialstaat, zusätzliche Gelder für finanzschwache Kommunen – das sind zentrale Forderungen von Frederick Cordes. Der 28-jährige Oberhausener mit Wohnsitz Wuppertal ist seit Ende Oktober Landesvorsitzender der 16.000 Mitglieder zählenden Jungsozialisten in NRW.

Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Juso. „Ich bin familiär vorbelastet. Aber es gab nie einen Zwang, sich politisch zu engagieren“, sagt er mit einem Verweis auf seinen Vater Hubert, der SPD-Ratsherr und Bezirksvertreter in Sterkrade ist.

Immerhin 0,10 Euro pro Kilometer

Engagiert hat sich Frederick Cordes bereits in der Schule, war Klassensprecher, in der Schülervertretung, später auch Juso-Vorsitzender in Oberhausen. Als Landesvorsitzender will er die politischen Ideen der Jusos in die Landespartei tragen, Cordes ist kooptiertes Mitglied im SPD-Landesvorstand.

Der Juso-Vorsitz ist zwar ein Ehrenamt, gleichwohl ist der Arbeits- und Zeitaufwand enorm. 30 Stunden pro Woche und mehr ist er in Sachen Politik unterwegs. „Gespräche führen, an Sitzungen teilnehmen, Anträge schreiben, koordinieren – jedes zweite Wochenende ist verplant.“ Selbstverständlich ist er als Landeschef landesweit viel unterwegs. Immerhin: Als Fahrtkostenzuschuss zahlen ihm die Jusos 0,10 Euro pro Kilometer.

Naturgemäß war in der Zeit zwischen den Jahren weniger los. Dafür waren Frühjahr, Sommer und Herbst 2014 vollgepackt mit Arbeit. Cordes studiert Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement an der Ruhruniversität Bochum.

Normalverdiener zahlen zu viel

Im November hat er seine Masterarbeit abgegeben. Über Weihnachten ist er dann erstmal in Urlaub gefahren. „Jetzt, im neuen Jahr, werde ich mich um meine weitere berufliche Zukunft kümmern“, sagt er. Ein Job in der Politik, vielleicht in einem Abgeordnetenbüro? „Nein. Ich würde lieber im Quartiersmanagement, im Citymanagement, in einer Behörde oder bei einer Wirtschaftsförderung arbeiten.“ Am liebsten wäre ihm eine halbe Stelle, um weiterhin Politik machen zu können.

Kritisch sieht er manche Entwicklung in Oberhausen. Ob Spielhalle und Baumarkt wirklich die richtigen Ansiedlungen auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände waren, da hat er doch seine Zweifel. „Es war ein Fehler, dass man diese Fläche verkauft hat.“ Positiv sei, dass man sich bemühe, marode Immobilien wie etwa den alten Gartendom zu vermarkten.

Kritik an der Mutterpartei übt Cordes in vielerlei Hinsicht: die Steuerentlastungen für Unternehmen unter der rot-grünen Koalition in Berlin oder die Absenkung des Spitzensteuersatzes. Hier sei gegenzusteuern. Es könne und dürfe nicht sein, dass immer mehr Geld in immer weniger privaten Händen sei, während für wichtige staatliche Aufgaben nicht ausreichend Geld zur Verfügung stehe beziehungsweise der normale Steuerzahler immer stärker belastet werde. „Von einer besseren Infrastruktur und einer besseren Bildung profitieren schließlich alle, auch die Besserverdienenden, auch die Firmen.“