Oberhausener feiern Weihnachten am andern Ende der Welt

Diego Tenore und Greta Sohr verbringen die Weihnachtstage und Silvester  in Wellington
Diego Tenore und Greta Sohr verbringen die Weihnachtstage und Silvester in Wellington
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Diego Tenore und Greta Sohr erleben in Neuseeland Dekoschnee und Lametta bei 25 Grad – und zu Silvester geht’s an den Strand

Oberhausen.. Vor einem Jahr – durchnässt und frierend bei usseligem Wetter auf dem Weihnachtsmarkt – wünschte sich Diego Tenore plötzlich ans andere Ende der Welt. Dahin, wo’s zur Weihnachtszeit grünt und blüht, nach Neuseeland. Gemeinsam mit seiner Begleiterin Greta Sohr entwickelte er die Idee zum Plan. Seit Anfang Oktober nun sind die beiden in dem Land unterwegs, das mit vielen Drehorten Pate für die Hobbit-Filme Pate stand. Wie’s wirklich ist, Weihnachten zu feiern, wo jetzt Sommer ist, berichtet der ehemalige NRZ-Praktikant jetzt aus erster Hand. Teil 2 seiner Reiseberichte.

Nachdem wir auf der Nordinsel immer weiter runter gereist sind und das bereits bekannte Wwoofing (=Arbeiten auf Bio-Bauernhöfen gegen Kost und Logis, die Red.)weiter verfolgt haben, haben wir sehr schnell den Entschluss gefasst, Weihnachten und Silvester in einem Hostel in der Hauptstadt Wellington zu verbringen.

Weihnachten bei 25 Grad

Am 24. sind wir angekommen, haben schnell eingecheckt und waren danach sofort einkaufen. Wir haben nämlich beschlossen, uns gegenseitig nichts zu schenken, sondern das Geld lieber in gutes Essen zu investieren. Nudelauflauf und Schokoladenkuchen – wahrer Luxus für Rucksackreisende! Am Abend waren wir in einer anglikanischen Mitternachtsmesse. Das war mal was anderes. Obwohl vergleichbar mit einer deutschen Messe, war der authentische Gospel-Gesang echt ein Erlebnis! Doch wie sieht das überhaupt mit der Weihnachtsstimmung aus? Es ist einfach sehr merkwürdig.

Auf der einen Seite haben die „Kiwis“ hier genau die gleichen typischen Dekorationen wie wir auch. Tannenbäume, Schneeflocken, Lametta. Alles schön und gut, wäre es hier nicht so sommerlich warm. Es wirkt alles sehr unpassend und deplatziert. Weihnachten bei 25 Grad, das hat man halt nicht alle Tage! Weihnachten ist Familienzeit, schwierig umzusetzen am anderen Ende der Welt! Aber eine Mitbewohnerin aus dem Hostel hat es sehr schön formuliert: ‘Wir sind hier alle familienlos, doch solange man die Zeit mit netten Leuten und guten Freunden verbringt, ist alles gut.’ Dank Internet wurde natürlich auch nach Hause geskyped, es war uns sehr wichtig, unsere Familien zumindest einmal zu sehen.

Silvester traditionell am Strand

Den Rest der Woche erkunden wir die wunderschöne Stadt. Museum und Zoo-Besuche stehen auf dem Programm (um endlich mal einen echten Kiwi zu sehen!).

Silvester werden wir wahrscheinlich traditionell am Strand verbringen. Da scheinbar 90% der Backpacker hier sind, ist immer was los. Am zweiten Januar haben wir dann das Kapitel Nordinsel komplett abgeschlossen und setzen mit der Fähre auf die Südinsel rüber. Wir suchen schon fleißig nach einer neuen Stelle und sind sehr gespannt auf die Eindrücke, die uns dort erwarten.“