Oberhausener Ehepaar wehrt sich gegen 105

Renate und Ulrich Lütte von der Initiative "“Wir von der Essener Straße“" sind gegen den Ausbau der Linie 105 in Oberhausen.
Renate und Ulrich Lütte von der Initiative "“Wir von der Essener Straße“" sind gegen den Ausbau der Linie 105 in Oberhausen.
Foto: Funke Foto Services
Renate und Ulrich Lütte sehen keinen Mehrwert für Stadt und Gesellschaft durch einen Ausbau der Straßenbahnlinie 105 in Oberhausen.

Oberhausen.. Renate und Ulrich Lütte von der Initiative „Wir an der Essener Straße“ wissen genau, was sie wollen: „Die Leute sollen zur Wahl gehen und gegen die Straßenbahnlinie 105 stimmen.“

Lüttes, deren Haus an der Essener Straße liegt, genau dort, wo die Linie 105 langfahren soll, sagen: „Als betroffenen Anwohnern wirft man uns immer Eigennutz vor, aber wenn wir den Mehrwert der 105 für Stadt und Gesellschaft erkennen würden, wären wir die ersten, die jubeln würden.“

Doch genau diesen Mehrwert erkennen Lüttes nicht. Sie bezweifeln, dass die Bahn mehr Käufer in die Stadtzentren lockt. Sie halten die berechneten Fahrgastzahlen für viel zu hochgegriffen. Und überhaupt: „Es ist immer von einem Lückenschluss die Rede“, sagt Ulrich Lütte. Es gebe aber gar keine Lücke. „Es gibt die Buslinie 185.“ Auch dass man mit der 105 nicht mehr umsteigen müsse, sei Quatsch. „Wie komme ich mit der 105 zum Bahnhof Borbeck? Gar nicht“, nennt Lütte ein Beispiel. Umsteigen müsse man immer.

Teurer Unterhalt

Lüttes monieren die enormen Kosten für die 105. „Verkehrsminister Michael Groschek hat gesagt, dass es die vorrangige Aufgabe der Städte sei, den Menschen Heimat und soziale Geborgenheit zu geben“, erinnert Renate Schütte. Für sie bedeute soziale Geborgenheit auch, der kommenden Generation nicht einen Haufen Schulden zu überlassen. „Die Stoag hat die 13 Millionen Eigenanteil doch nicht, die müssen aufgenommen werden“, sagt Ulrich Schütte. Und wer bezahle das dann? Der Steuerzahler.

Außerdem sei die Straßenbahn in der Unterhaltung auch teurer als ein Gelenkbus. Lüttes ärgert auch, dass sie zwei Tage im Rathaus verbringen mussten, um die standardisierte Bewertung zur 105 zu studieren. Doch das Thema sei so komplex, da müsse man die Unterlagen vorliegen haben. Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk habe sich geweigert, ihnen das Gutachten ausgedruckt zu überlassen. „Warum wurde das nicht online gestellt“, fragt Ulrich Lütte.

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