Oberhausener BVB-Fans diskutieren über den Lieblingsverein

„Weißt du noch, gegen Malaga? “Gerne erinnern sich die BVB-Fans (v.l.) Marcel Weyer, Janine Hense, Marco Blumberg, Tim Koenen und Alexander Deußen bei der Vorstandssitzung des OB-VB 09 an diese magischen vier Minuten.
„Weißt du noch, gegen Malaga? “Gerne erinnern sich die BVB-Fans (v.l.) Marcel Weyer, Janine Hense, Marco Blumberg, Tim Koenen und Alexander Deußen bei der Vorstandssitzung des OB-VB 09 an diese magischen vier Minuten.
Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Oberhausener BVB-Fanclub OB-VB 09 wird oft hitzig diskutiert: Über Vertragsverlängerungen, Sternstunden und Abstiegskampf. Nicht aber über Klopp.

Oberhausen.. Wer bei Marco Blumberg schellt, der weiß sofort, welcher Verein in seinem Haus regiert. Die schwarz-gelbe Fußmatte überschritten, empfängt einen „die gelbe Wand“. Die Borussia-Tribüne auf der Leinwand ist handgemalt. Als das Kunstwerk entstand hieß die Spielstätte noch Westfalenstadion. „Hat meine Mutter für mich gemacht“, sagt Blumberg, als er zur Vorstandssitzung des einzigen Oberhausener Borussia Dortmund-Fanclubs empfängt.

„Der Flur ist nur der Vorgeschmack.“ Er schmunzelt und präsentiert stolz sein farblich perfekt abgestimmtes Wohnzimmer, in dem schon die übrigen Vorstandsmitglieder des Fanclubs OB-VB 09 warten. Es wird gescherzt und gelacht. Noch vor einigen Tagen wäre die Stimmung sicherlich weniger entspannt gewesen, denn die Krise ihres Lieblingsvereins macht auch den fünf Oberhausenern zu schaffen.

Dosenöffner und geplatzter Knoten

„Lange konnten wir uns das gar nicht vorstellen, der BVB im Abstiegskampf: undenkbar“, sagt Alexander Deußen. Schnell entbrennt eine Diskussion. Geht es nach dem Sieg gegen Freiburg endlich wieder bergauf oder waren die drei Punkte nur ein Zwischenhoch? Vom „Dosenöffner“ ist die Rede und dem „geplatzten Knoten“. „In den nächsten vier Spielen müssen zwölf Punkte her“, fordert Tim Koenen­. Gastgeber Marco Blumberg ist ebenfalls optimistisch, vor allem, nachdem Anfang der Woche bekannt wurde, dass sein Namensvetter Marco Reus den Vertrag beim BVB bis 2019 verlängert hat. Blumberg: „Das ist ein schönes Zeichen! An den Verein und an die Fans.“ Der Führerschein-Faux Pas ist längst verziehen und ob es nun eine Ausstiegsklausel beim Abstieg in die 2. Liga gibt, ist den OB-VB 09ern nicht so wichtig. Denn: „Soweit darf es einfach nicht kommen“, sind sich alle einig.

Wer Schuld an der schwachen Hinrunde trägt, das wollen und können sie nicht genau benennen. „Eigentlich ist es eine Verkettung vieler Umstände. Wegen der WM keine richtige Vorbereitung auf die Saison, viele Verletzte, ein paar unglückliche Spiele und schon bist du in so einem Abwärtsstrudel“, erzählt Deußen, der die Auswirkungen einer solchen Negativserie als aktiver Fußballer nur zu gut selber kennt.

Es gibt keinen Liebling

Einer bleibt bei den oft hitzigen Debatten über Team und Taktik meist verschont: „Der Trainer steht nicht zur Diskussion“, sagt Janine Hense, einzige Frau im Vorstandsteam. „Dann schon eher die Spieler“, ergänzt Marcel Weyer, der das Quintett komplettiert.

Einen Liebling haben die fünf nicht, dafür aber ein Rotes Tuch, im wahrsten Sinne: „Dieser Götze“, sagt Deußen, als es um ehemalige Schwarz-Gelbe geht. Sympathie klingt anders. Dass Ex-“Super Mario“ zum Rivalen nach München gewechselt ist, haben ihm die Oberhausener Borussen nicht verziehen. „Erst Vereinstreue heucheln und dann bei den Bayern unterschreiben: Das geht gar nicht“, findet Janine Hense. Einstimmiges Nicken.

"Die vier magischen Minuten gegen Malaga"

Uneins ist sich der Vorstand allerdings über den möglichen Ausgang des bald anstehenden Champions League-Spiels gegen Juventus Turin: von 0:0 über 2:1 bis hin zu einem souveränen 2:0 . Live dabei sein wird Marco Blumberg, dessen Sohn die Vereinsliebe schon in die Wiege gelegt bekam. Die Initialen des kleinen Ben Viktor Blumberg stehen – nein, nicht in schwarz-gelb, sondern glänzend silbern – auf einem Regal. Papa Blumberg kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mama Blumberg trägt’s mit Fassung.

Und das beste Fußballerlebnis? „Die vier magischen Minuten gegen Malaga“, schwärmen die Fünf über den 3:2-Last-Minute-Sieg vor knapp zwei Jahren im Champions League-Viertelfinale. Und genau da wollen sie ihren BVB auch in diesem Jahr wieder sehen.