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Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel

30.08.2012 | 08:00 Uhr
Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel
Die Kaufkraft der Oberhausener Bürger sinkt, Experten sehen jedoch keinen Grund zur Panik.Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen  Die Einzelhandelskaufkraft der Oberhausener Bürger geht zurück, ergab eine Studie des Konsumforschungsunternehmens GfK. Die Stadt verliert damit im Bundesvergleich weiter an Boden. Der örtliche Einzelhandel muss sich auf die neue Situation einstellen.

Die Oberhausener Bürger haben für den Einkauf von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Waren immer weniger Geld zur Verfügung. Eine aktuelle Studie des Konsumforschungsunternehmens GfK weist eine Einzelhandelskaufkraft von 5095 Euro pro Einwohner für dieses Jahr aus. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 5413 Euro.

Die Oberhausener fallen damit weiter gegenüber den Durchschnittsbürgern in Deutschland zurück: Während die Kaufkraft in Deutschland den Zahlen des GfK Geomarketings zufolge nominal, also nicht um die Inflation bereinigt, seit dem vergangenen Jahr (5329 €) zugelegt hat, ist sie in Oberhausen weiter gesunken. 2011 hatte ein Bürger demnach im Durchschnitt noch 5116 Euro zur Verfügung.

Niveau von Bottrop, Gelsenkirchen oder Herne

Das ist eine Entwicklung, die besonders dem Einzelhandel in der Stadt Kopfzerbrechen bereiten muss: „Oberhausen gehört bei den Einkommen langsam zu den Schlusslichtern im Ruhrgebiet“, sagt Guido Zakrzewski, der Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer Essen, Mülheim, Oberhausen. Die Stadt nähere sich damit dem Niveau von Bottrop, Gelsenkirchen oder Herne an.

Einzelhandelskaufkraft
Lebensmittel, Baumarkt-Artikel und Bekleidung

Von den 5095 Euro, die ein Oberhausener Durchschnittsbürger in diesem Jahr für den Einkauf im Einzelhandel zur Verfügung hat, gibt er der Prognose des GfK-Geomarketings zufolge den größten Teil, nämlich 2068 Euro, für Nahrungs- und Genussmittel aus (Bundesdurchschnitt: 2164 €).

Für Baumarkt-Artikel wendet er 481 Euro (586 €) auf.

Für Bekleidung stehen ihm 446 Euro (468 €) zur Verfügung.

Wenn sich der Rückgang der Kaufkraft weiter so fortsetze, „wäre das nicht gut“, so der IHK-Experte. „Die kaufkräftige Käuferschicht geht in Oberhausen zurück. Darauf muss sich der Handel einstellen.“

Reagieren werde der örtliche Einzelhandel sicher nicht nur über den Preis. Eine reine Billigstrategie wäre Zakrzewskis Ansicht nach auch falsch. Zwar hielten die Kunden ihr Geld beisammen. Wenn sie es aber ausgeben, seien sie vielfach bereit, mehr in ein Produkt zu investieren. Denn die Ansprüche an Qualität, Image oder Nachhaltigkeit steigen. Der Handel spricht hier von „hybriden Kunden“.

Centro dient als Kundenmagnet

Die Händler müssten neue Konzepte entwickeln, die zum Beispiel zusätzlichen Service beinhalten, sagt Zakrzewski. Lebensmittelhändler könnten etwa Waren nach Hause liefern oder als Reaktion auf die Konkurrenz aus dem Internet selbst Onlineshops eröffnen.

Der IHK-Experte sieht für Panik jedoch keine Veranlassung: „Es gibt in Oberhausen keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Die GfK-Zahlen sagten nichts über die Attraktivität aus, die Oberhausen auf Verbraucher ausübt, betont er. Die Stadt binde Kunden in überdurchschnittlichem Maße und ziehe Käufer aus dem Umland ab – durch das Centro als Magneten. Doch auch abseits des Centro gebe es Standorte, die als Nahversorgungszentren gut funktionierten, etwa Königshardt oder Schmachtendorf.

Christian Icking



Kommentare
30.08.2012
21:39
Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel
von Lichtbogendesigner | #5

*Lach* ist diese Studie abzüglich Diebstahl oder inklusive :-)? Wenn man die Marktstr mal hoch und runterläuft und genau hinsieht, wird man erkennen das fast an jedem Zweiten Geschäft ein Schild hängt mit: Kamera Überwachung, jeder Diebstahl wird angezeigt!
Ein Kleiner Beispiel, ein Blumengeschäft auf der Marktstr. hat etwa 100 bis 150 Euro an Diebstahl die Woche. Noch Fragen?

2 Antworten
Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel
von LiloPuder | #5-1

Ladendiebstahl gibt es überall- in fast jedem Laden in jeder Stadt gibt es Kameras, Hinweisschilder oder, bei größeren Läden, sogar Wachpersonal. Im Gegenteil- dort, wo es richtig voll ist und die Waren hochwertiger sind, wird noch mehr geklaut. Dies hat wenig mit Oberhausen zu tun.

Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel
von Lichtbogendesigner | #5-2

Eigentlich meinte ich damit das Geklaute Ware nicht gekauft wird und je hochwertiger umso schlimmer. Das mit dem Diebstahl ist dieses Jahr auffällig schlimm finde ich.
Natürlich sind ein paar Blümchen kein Vergleich zu hochwertigen Uhren oder Schmuck.
Ich wollte damit auch nur andeuten das die Studie damit beeinflusst sein könnte ;-).
Habe mich wohl falsch ausgedrückt.

30.08.2012
15:25
Oberhausener Bürger haben weniger Geld für Lebensmittel
von schnurri23 | #4

Welche Dumpfbacke gibt für so eine Studie Geld aus ?
Braucht jemand so etwas ?

30.08.2012
11:32
Weniger Geld für Lebensmittel
von Stukkadierta | #3

Es ist ganz einfach- die Stadt Oberhausen greift alle Bürger in der Stadt dermaßen ab, das jeder, der es sich leisten kann, von hier wegzieht. Abgaben, Steuern oder, das Paradebeispiel, Müllgebühren- alles wird erhöht, die Leistung, die dem gegenüber steht, wird immer mehr reduziert. Die ach so tolle Milchmädchenrechnung der Stadt scheint halt nicht aufzugehen. Das zeigt sich auch in anderen Bereichen, etwa der Stoag. Das Streckennetz wird ausgedünnt, die Takte verdünnt und dann wird sich gewundert, wenn Fahrgastzahlen zurückgehen und die Einnahmen wegbrechen. So doof, wie die SPD meint, sind die Bürger eben doch nicht. Nichts desto trotz mach die SPD immer so weiter und hält regelmäßig die Gesichter in die Presse, um die katastrophale Lokal- und Wirtschaftspolitik noch zu verteidigen. Gestern erst hat der Kämmerer ein Interview gegeben und erklärt, warum es als Stadtspitze richtig sei, Oberhausen in den Dreck zu ziehen und die Bürger weiter abzugreifen. Unfassbar.

30.08.2012
10:52
Weniger Geld für Lebensmittel
von rheinruhrlaender | #2

Das schlimme ist, das die Preise in Oberhausen nichtmal niedrig sondern eher hoch sind, im Vergleich zu Städten am Niederrhein oder Düsseldorf, wo die Kaufkraft weit höher ist.
Die Ketten zocken bewusst ab und der Einzelhandel geht drauf. Auch die Läden im Centro sind teurer als die Düsseldorfer Innenstadt. Ich weiss nicht warum das so ist, aber gute Lebensmittel und gute Kleidung ist woanders günstiger als im Ruhrgebiet. Auch Benzin tankt man besser linksrheinisch. Teilweise fast 10 Cent Unterschied zwischen MG und Oberhausen...

30.08.2012
09:24
Weniger Geld für Lebensmittel
von bellis100 | #1

Die Frage stellt sich, warum Oberhausenern immer weniger Geld für den Einkauf zur Verfügung steht. Liegt es an vermehrter Arbeitslosigkeit? Altersarmut? Kann es an der große Anzahl an sozialschwachen Bevölkerungsgruppen liegen, die immer mehr das Erscheinungsbvild Oberhausens prägen?
Natürlich funktionieren die Standorte Königshardt oder Schmachtendorf gut als Nahversorgungszentren, wo z.B. auch der Service der Lebensmittellieferung geboten wird. Wer, mit einem guten Einkommen würde denn in die Oberhausener Innenstadt ziehen?

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