Oberhausener Betreuungseinrichtung hat noch viel Platz

Die Tagesbetreuung für Senioren und Demenzerkrankte " Die gute Stube " würde sich über mehr Anmeldungen freuen.
Die Tagesbetreuung für Senioren und Demenzerkrankte " Die gute Stube " würde sich über mehr Anmeldungen freuen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Senioren- und Demenzbetreuung in Sterkrade sorgt an mehreren Tagen in der Woche für Entlastung bei den Angehörigen. Noch sind viele Plätze frei

Oberhausen.. „Eine Lücke schließen“ – das wollen Volker Engels und Sabine Fundament mit ihrem Projekt „Die Gute Stube“ an der Neumühler Straße in Sterkrade. Das Duo bietet dort eine Tagesbetreuung für Senioren und Demenzerkrankte an.

Entlastung für Angehörige

Dazu gehört das passende Umfeld: Das ehemaligen Ladenlokal wurde mit einem großen Essbereich und mit einer Polsterecke ausgestattet, die beide vom Stil her an das typische Zuhause vieler Senioren anknüpfen sollen. Dort werden die Gäste dann von zertifizierten Betreuern, etwa mit Gedächtnistrainings, gefördert, aber auch Gespräche werden geführt. Zusätzlich gibt es Musik- und Filmvorführungen, bei denen sich die Senioren aktiv einbringen können. Auch ein gemeinsamer Mittagstisch wird angeboten. Das Betreuungsangebot, das bisher an nur zwei Tagen in der Woche besteht, soll bei Bedarf erweitert werden: Neben zusätzlichen Tagen ist auch ein Frühstücksangebot möglich. Wenn gewünscht, kommen Betreuer auch zu den Betroffenen nach Hause. Ebenfalls angeboten wird eine stundenweise Betreuung, etwa bei wichtigen Terminen. „Wir wollen Angehörige mit einer professionellen und sinnvollen Betreuung entlasten,“ sagt Volker Engels .

Noch viele Plätze frei

Während sich die Gründer damit gut aufgestellt sehen, wünschen beide sich aber noch eine bessere Auslastung ihrer Betreuung – während in anderen Einrichtungen Wartelisten geführt werden, sind hier noch 20 Plätze verfügbar.

Dabei wäre eine höhere Gästezahl wünschenswert, um das Angebot langfristig zu etablieren. „Natürlich wollen und müssen wir auch Geld verdienen“, gibt Sabine Fundament offen zu, ergänzt aber, dass „der Gewinngedanke nicht im Vordergrund“ stehe. „Eine individuelle Betreuung wird sichergestellt. Einen Fernseher, um Gäste zu ‘parken’, gibt es hier bewusst nicht,“ sagt Fundament.
Auch, dass die Mitarbeiter alle qualifiziert sind und übertariflich bezahlt werden, ist den beiden wichtig: „Die Betreuer sollen sich ganz auf die Gäste einlassen können,“ wie Engels erklärt. Auch deswegen möchte man unabhängig von großen Trägern bleiben, müsse aber mit dem Nachteil leben, nicht über einen öffentlichkeitswirksamen Namen zu verfügen zu können. Möglicherweise ist aber gerade das eine der Ursachen für die fehlenden Gäste. „Trotzdem“, so der Einwand von Volker Engels, „sei die Stube genauso anerkannt und von den Krankenkassen akzeptiert“ wie die Angebote großer Träger.

Trotzdem wollen beide nun vorsichtig die Öffentlichkeit suchen: „Vielen Betroffenen ist es unangenehm, wenn das Auto einer Demenzbetreuung vor dem Haus parkt,“ erklärt Fundament die bisherige Zurückhaltung. Zunächst soll es eine Internetseite und einen Tag der offenen Tür geben. Auch bei der Stadt haben beide ihr Angebot präsentiert. Das Interesse dort bewerten beide aber als gering: „Unsere Kapazitäten sind bekannt, trotzdem lässt man die Leute scheinbar lieber auf Listen warten, statt sie an uns zu verweisen.“