Oberhausener Banken arbeiten Rückforderungen ab

Rund 300.000 Euro an Rückzahlungen  kommen allein auf die Stadtsparkasse zu.
Rund 300.000 Euro an Rückzahlungen kommen allein auf die Stadtsparkasse zu.
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Was wir bereits wissen
Nach dem BGH-Urteil haben mehrere hundert Oberhausener Kunden Anträge auf Erstattung zu Unrecht erhobener Bearbeitungsgebühren gestellt.

Oberhausen.. Viele Oberhausener Bankkunden haben nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) von der Möglichkeit Gebrauch gemacht und die Bearbeitungsgebühr, die von den Banken unrechtmäßig bei Verbraucherkrediten erhoben worden ist, zurückgefordert. Für einige Kreditinstitute bedeutet das eine Rückzahlungen von mehreren Hundertausenden Euro. Bis Ende des vergangenen Jahrs konnten Bankkunden Rückzahlungen einfordern.

So gingen bei der Stadtsparkasse Oberhausen nach dem BGH-Urteil im Oktober 2014 rund 550 „berechtigte“ Anträge auf Rückzahlung ein, sagte ein Sprecher der Stadtsparkasse auf NRZ-Anfrage. All diesen 550 Rückforderungsanträgen wird die Stadtsparkasse nachkommen, bestätigt der Sprecher. Etwa die Hälfte der Kunden, die Anspruch auf die Rückzahlung haben, hat ihre Erstattung in Form einer Einmalzahlung bis jetzt bereits erhalten. Die übrigen Kunden folgen noch. Die Bearbeitung sei aufwendig, erklärt der Sprecher. In der Summe machen die Rückerstattungen der Bearbeitungsgebühr 300.000 Euro für die Stadtsparkasse aus.

Viele Kunden haben um Erstattung gebeten

Die Volksbank Rhein-Ruhr verweist auf ihren Kreditpartner Easycredit. Seit dem 19. Januar 2010 werden hier keine Bearbeitungsgebühren mehr erhoben. Alle Kunden, die sich bis zum 31. Dezember 2014 schriftlich mit einer berechtigten Rückforderung aus der Zeit vor dem 19. Januar 2010 an Easycredit gewandt haben, erhalten ihre Bearbeitungsgebühren per Überweisung auf das eigene Konto zurück, bestätigt eine Sprecherin. Wie viele Kunden betroffen sind, gibt das Unternehmen nicht an.

Konkrete Zahlen und Summen nennt auch die Deutsch Bank nicht. Seit dem BGH-Urteil „haben uns viele Kunden um Erstattung der Bearbeitungsgebühr gebeten“, bestätigt der Oberhausener Filialdirektor Thomas Strippel gegenüber der NRZ. „Die Deutsche Bank prüft und bearbeitet sämtliche Anfragen so schnell wie möglich.“ Ob die Kunden ihr Geld zurückerhalten, prüft das Geldinstitut in jedem Einzelfall. „Diejenigen Kunden, deren Rückforderung im Jahr 2014 bei uns eingegangen ist, bekamen von uns einen entsprechenden Zwischenbescheid, wenn absehbar war, dass sich die Bearbeitung der Rückforderung verzögert“, erklärt Strippel.

Keine Bearbeitungsgebühren von Konsumkrediten

Bei der Sparda-Bank haben sich bis zum Jahreswechsel 58 Kunden gemeldet, also 0,2 Prozent der rund 22.000 Kunden in Oberhausen. Davon habe die Sparda-Bank lediglich acht Anträgen zugestimmt, da in diesen Fällen eine Gebühr in Rechnung gestellt worden sei, so eine Sprecherin. Damit erstattete die Sparde-Bank insgesamt rund 4300 Euro zurück.

Keine der hiesigen Banken erhebt derzeit noch Bearbeitungsgebühren von Konsumkrediten.