Oberhausener Ateliertheater steht vor dem Aus

Das Ensemble des Ateliertheaters bei der Probe. So sehr sie ihre kleine Bühne liebt, die Amateurtruppe wird sie vermutlich nicht retten können.
Das Ensemble des Ateliertheaters bei der Probe. So sehr sie ihre kleine Bühne liebt, die Amateurtruppe wird sie vermutlich nicht retten können.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor fünf Jahren als Herzblut-Projekt gestartet, scheint die kleine Oberhausener Bühne „Ateliertheater“ verloren. Es mangelt nicht an Ideen, aber an Geld und einer Vollzeit-Geschäftsführung. Theater-Chefin Angelika Werner schlägt Alarm.

Oberhausen.. Es müsste schon ein kleines Wunder geschehen, damit nicht demnächst im Ateliertheater an der Gutenbergstraße die Lichter für immer ausgehen. Das sagt Angelika Werner, die das kleine Wohnzimmertheater 2010 mit aus der Taufe gehoben hat und seitdem mit viel Herzblut leitet. Sie sieht große Defizite an allen Ecken und Enden: Ohne eine kräftige Geldspritze und einen hauptamtlichen Geschäftsführer sei das idealistische Projekt nicht weiter fortzuführen. So traurig es auch sei: „Ich kann unter den aktuellen Umständen nicht weitermachen.“

Gestartet ist der Verein „Ateliertheater“ bereits 2009 mit Gastspielen im Gdanska. Das Ensemble, bestehend aus Amateuren, brachte in der polnischen Kneipe am Altmarkt Ruhrpott-Komödien auf die Bühne. Als sich die Gelegenheit bot, im Hinterhof der Gutenbergstraße, inzwischen ist das Gebäude in Gdanska-Besitz, ein eigenes kleines Haus zu beziehen, war die Freude groß.

Ensemble unter Druck

Mit viel Eigenarbeit bauten die Vereinsmitglieder eine Bühne ein, verkleideten und verdunkelten den Raum. 2011 folgte ein Umbau, aus 40 wurden 60 Plätze, neue Toiletten wurden eingebaut. Sponsoren halfen, aber es musste auch ein Kredit aufgenommen werden.

In den folgenden Jahren wurden die Zeiten härter, wie Angelika Werner es beschreibt: „Es war sehr schwierig, mit Amateuren einen kontinuierlichen Spielplan zu schaffen.“ Für das Ensemble sei das Theater nun mal ein Hobby, das neue Theater jedoch war darauf angewiesen, regelmäßig neue Stücke zu präsentieren und die Ränge zu füllen. „Ich musste einsehen, das ist kaum zu schaffen“, sagt die Theater-Leiterin. Sie habe versucht, die finanzielle Lage des Hauses mit Gastspielen zu verbessern. „Die liefen aber nicht so gut.“ Ständig dieser „Wahnsinns-Druck“, das sei zermürbend gewesen, für sie und all die anderen, die sich ehrenamtlich stark machten fürs Ateliertheater.

Aber Angelika Werner ließ sich nicht entmutigen – zunächst. Die Theater-Chefin, im eigentlichen Beruf Theaterpädagogin und Schauspielerin, entwickelte die Idee der dreigleisigen Bühne: ein Profi-Ensemble, das Ruhrpott-Komödien mit Lokalkolorit und aktuellem Bezug spielt und Kindertheaterstücke auch im Vormittagsbereich aufführen kann, eine Amateurtruppe, die ohne Druck in großen Zeiträumen neue Stücke einstudiert, plus weiterer Gastspiele.

Der Haken an dem Konzept: Es braucht Geld als Vorschuss und eine hauptamtliche, professionelle Geschäftsführung, die alle Fäden in der Hand hält. Daran, dass das noch klappt, sagt Angelika Werner, habe sie den Glauben verloren.

Die wahrscheinlich letzten Aufführungen

Vermutlich zum letzten Mal zeigt das Ateliertheater an der Gutenbergstraße 8 (Hofeinfahrt) am Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr die Komödie „Hamlet for you“ und am Sonntag, 29. März (15 Uhr), das Kinderstück „Der Räuber Hotzenplotz“.

Eintrittskarten kosten jeweils 12 Euro und sind telefonisch unter 20 56 460 oder an der Tages- beziehungsweise Abendkasse erhältlich.