Oberhausener Architekt entwirft weltweit Zoo-Landschaften

Foto: Kerstin Bögeholz
Was wir bereits wissen
Peter Rasbach plant Tierparks in allen Ecken der Welt. Er ist einer der Branchenführer in Deutschland und seit Kindesalter Tierliebhaber.

Oberhausen.. Ein Faible fürs Zeichnen hatte er schon immer. Hinzu kam eine große Leidenschaft für Tiere und ein Vater, der in der Baubranche tätig war. Das vielzitierte Aha-Erlebnis kam mit 14 Jahren: Peter Rasbach bekam 1969 Pläne für das neue Delfinarium im Duisburger Zoo in die Hände – sein Vater war am Innenausbau beteiligt. Heute ist Rasbach Architekt, spezialisiert und in Deutschland führend im Bereich der Zoo-Architektur. Er leitet das Oberhausener Architektenbüro„Rasbach Architekten“.

„Ich bin schon immer gern in den Zoo gegangen“, erzählt der 59-Jährige. Rasbach ist Duisburger und seine Jugendjahre gehörten jeden Sommer dem Zoo der Stadt an Rhein und Ruhr. Fast täglich besuchte er in den Ferien den Tierpark. „Als Kind wollte ich immer Zoodirektor werden“, erinnert er sich. Nach und nach interessierte Rasbach aber auch die Architektur. „Ich habe mich gefragt, was die Tiere brauchen.“ Er fing an, seine Ideen auf Papier zu bringen.

„Die Natur ist unser Vorbild“

Die große Herausforderung an der Zoo-Architektur weiß Rasbach heute, ist es, die Gebäude möglichst gut zu verstecken und Landschaften in den Fokus zu rücken. „Die Natur ist unser Vorbild“, sagt er. Früher in den 1970er und 80er Jahren hätten viel Beton und Glas die Gehege geprägt – das war der Standard. „Heute wollen wir die Tiere in ihrem Lebensraum zeigen. Die Menschen kommen wegen der Tiere.“ Und haben ein Bedürfnis: „Sie wollen die Tiere glücklich sehen, auch wenn das ein sehr subjektiver Eindruck ist.“ Der Anspruch: Besucher und Tiere sollen sich vermeintlich in einer Landschaft bewegen.

Rasbach arbeitet in ganz Deutschland und über die Bundesgrenzen hinaus. Er entwickelt sogenannte Masterpläne für verschiedene Tierparks, die dann meist von ansässigen Architekten und Bauleitern umgesetzt werden. Die Baumaßnahmen werden auf mehrere Jahre hinaus geplant. Die Gehege werden in den Parks meist nach Kontinenten, Klimazonen oder Themen eingeteilt. „Oft hängt es stark von dem jeweiligen Tierbestand ab“, erklärt Rasbach.

Pläne werden laufend angepasst

In Leipzig entwarf er 1998 das „Pongoland“, das mit einer Fläche von drei Hektar die bis heute größte Affenanlage der Welt ist. Bis 2020 laufen dort im gesamten Tierpark immer neue Baumaßnahmen zur Verbesserung. Dabei werden die Pläne ständig neuen Erkenntnissen angepasst. „Wenn irgendwo Unfälle passieren oder ein Tier plötzlich einen fünf Meter Graben überspringt, verändert man die Planungen.“

Mit dem Umbau des Delfinariums in Duisburg 1996 schloss sich erstmals der Kreis in der Vita des Architekten. „1969 habe ich mich noch in die Eröffnung reingeschlichen“, erzählt Rasbach lachend. Im Ausland ist Rasbach oft Ideengeber. Er arbeitete bereits in Kambodscha und ist seit zehn Jahre in Verona, Italien, tätig. Planungen aus dem Oberhauserner Architektenbüro sollen bald in Äthiopien umgesetzt werden.

Überall ist es seine Aufgabe, die Bedürfnisse von den Zoobesuchern, Pflegern und Tieren zu bedenken und unter einen Hut zu bringen. Rasbachs Credo dabei ist aber immer das Gleiche: „Das Tier ist am wichtigsten.“

Peter Rasbachs Weg zum Erfolg

Rasbach studierte von 1977 bis 1981 Architektur in Essen und fing nach seinem Abschluss im „Architekturbüro Sievers“ an zu arbeiten. Noch als Student hatte er dem Büro einen Auftrag für eine Bankengebäude verschafft, indem er einen Wettbewerb gewann. 1987 wurde er Partner, bevor sich Rasbach 1995 selbstständig machte.

In den 1980ern reiste der Architekt immer wieder in die USA, die in Sachen Zoo-Architektur weit voraus waren. „Ich habe viel mit den Augen gestohlen“, sagt Rasbach über seine Inspirations-Suche, bei denen die Kamera steter Begleiter war. Noch heute seien die USA, aber auch die Schweiz und Holland das Non­plus­ul­t­ra.

Zoologische Kenntnisse sind Rasbachs Vorteil

Der„Türöffner“ für seinen heutigen Erfolg bot sich Rasbach 1992. Er bekam den Zuschlag das Koala-Haus im Duisburger Zoo zu entwerfen. Bis dahin hatte er „normale“ Architektur betrieben. Büro- und Gewerbebauten entworfen. Auch heute plant das Büro „Rasbach Architekten“ noch in diesem Bereich.

Das letzte Projekt war das Ärztezentrum in Sterkrade. Das Kerngeschäft sind aber die Tierparks. „Ich glaube mein Wettbewerbsvorteil sind meine zoologischen Kenntnisse“, sagt er. So macht Rasbach den Tierparks auch inhaltliche Vorschläge, indem er Tipps gibt, welche Tiere man zusammenlegen könnte.