Oberhausen verliert Unternehmen

Erster Spatenstich für die Firma IMS im Dinslakener Gewerbegebiet Süd: (vl) Bernhard Müter (Geschäftsführer Brüninghoff Projektbau), Gerd Lantermann von der Stadt, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Dagmar Reichert von der Stadt, Rolf Werken und Andreas Breuckmann von IMS sowie Wirtschaftsförderin Svenja Krämer.
Erster Spatenstich für die Firma IMS im Dinslakener Gewerbegebiet Süd: (vl) Bernhard Müter (Geschäftsführer Brüninghoff Projektbau), Gerd Lantermann von der Stadt, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Dagmar Reichert von der Stadt, Rolf Werken und Andreas Breuckmann von IMS sowie Wirtschaftsförderin Svenja Krämer.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Dieselmaschinist IMS baut in Dinslaken neu. Der Grund: Die verfügbare Fläche auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände in Oberhausen sei zu teuer gewesen. Auch die hohe Gewerbesteuer spielt eine Rolle.

Oberhausen.. Nachdem das Traditionsunternehmen Becker Bahn- und Tiefbau im Dezember seinen Wegzug von Oberhausen nach Voerde bekannt gegeben hat, verlässt nun ein zweites Unternehmen Oberhausen in Richtung Kreis Wesel. Das Unternehmen Industrial &Marine Services GmbH (IMS) verlässt seinen jetzigen Firmensitz an der Osterfelder Straße und baut eine neue Zentrale in Dinslaken.

Hier will das Unternehmen, das 2010 als Ein-Mann-Unternehmen in Oberhausen gegründet worden und seitdem auf Expansionskurs ist, seine drei Standorte in Wesel, Voerde und Oberhausen zukünftig bündeln. Werkstatt, Lager und Verwaltung werden in Dinslaken auf rund 8500 Quadratmetern Platz finden. Weitere 1500 Quadratmeter hat sich das Unternehmen reservieren lassen. In Oberhausen verfügt IMS über knapp 3000 Quadratmeter.

IMS investiert in neue Betriebsstätte

Das Hallengebäude soll Ende Juni fertig sein, dann nehmen die ersten Mitarbeiter der Firma „Industrial & Marine Services“ im Gewerbegebiet Süd ihre Arbeit auf. Wenn das Bürogebäude Ende November fertig ist, folgen die weiteren Mitarbeiter der bislang in Oberhausen ansässigen Firma. Rund 25 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen zurzeit, mittel- bis langfristig sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

IMS investiert rund vier Millionen Euro in die neue Betriebsstätte. „Wir haben hier in Dinslaken optimale Voraussetzungen für unseren neuen Unternehmensstandort gefunden. Die vorhandenen Flächen und die gute Anbindung des Grundstücks an die A3 und A59 waren ausschlaggebend“, sagte gestern IMS-Gesellschafter Rolf Werken. Lobende Worte gab es auch für die städtische Wirtschaftsförderung. Aus dem Rathaus hätte man eine große Unterstützung erfahren. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr gut, die Wirtschaftsförderung Dinslaken hat uns als zentraler Ansprechpartner stark unterstützt und beim Umsiedlungsprozess von Anfang an begleitet“, betonte Werken.

Auch in Oberhausen hat sich IMS nach passenden Flächen umgeschaut, denn eigentlich hatte das Unternehmen nicht den Plan, aus Oberhausen, wo es gegründet worden ist, weg zu ziehen. Interessiert war IMS an einer Fläche auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände. Doch die Preise seien viel zu hoch gewesen, sagte Unternehmenssprecher Carsten Peeters auf NRZ-Nachfrage. Ein weiteres Interesse galt dem Thyssen-Grundstück am Waldteich. Das aber will Thyssen selbst nutzen.

Dinslaken liegt ebenfalls verkehrsgünstig

Zum anderen habe bei dem Wegzug auch die Gewerbesteuer eine Rolle gespielt. Während der Hebesatz in Oberhausen bei derzeit 550 Prozent liegt, besteuert Dinslaken die Gewerbe mit 460 Prozent. „Ein bisschen enttäuscht“ sei IMS auch von der hiesigen Wirtschaftsförderung (WFO), sagte Peeters – auch wenn IMS nicht selbst aktiv auf die WFO zugegangen sei. Frank Lichtenheld, Geschäftsführer der WFO, meint, der Grundstückspreis sei entscheidend gewesen. „Wenn die im Bereich von 30 bis 50 Euro liegen – das kann Oberhausen nicht bieten“, sagt er zur NRZ.

Im Stahlwerksgelände müsse man zum Beispiel zwischen 200 und 300 Euro locker machen. Die unternehmerische Entscheidung von IMS könne er daher nachvollziehen, auch wenn er sie bedauert. Mausert sich Dinslaken als ernstzunehmende Konkurrenz zu Oberhausen? „Dinslaken ist für Unternehmen interessant, die keine frequentive Präsenz benötigen“, meint Lichtenheld, und nennt dabei repräsentative Gewerbeflächen in der Neuen Mitte wie Bilfinger Berger. Außerdem liege Dinslaken ebenfalls verkehrsgünstig an der Autobahn und könne zudem günstigere Preise anbieten.