Oberhausen überwacht Schmutz an Schulen mit Handys

Die Reinigungssituation an Schulen ist nicht zufriedenstellend – finden zum Beispiel die Schulleitungen.
Die Reinigungssituation an Schulen ist nicht zufriedenstellend – finden zum Beispiel die Schulleitungen.
Foto: Jörg Schimmel
Was wir bereits wissen
Dreckige Schulen: Oberhausener Stadttochter OGM reagiert auf die Beschwerden von Schulleitern und führt ein Online-Mängel-Meldesystem per Handy ein.

Oberhausen.. Nicht oder schlecht geputzte Klassenräume, dreckige Toiletten, unsaubere Treppenhäuser – Mängel dieser Art sollen die Oberhausener Schulen ab Februar sofort online melden, damit sie möglichst schnell beseitigt werden können.

Jeder Hausmeister oder auch die Schulleitungen haben Zugriff und können über ein modernes Handy die Beschwerde ins „Spartacus“-System eingeben. „Die Meldung wird direkt an die zuständige Firma weitergegeben. Sie muss die Mängel innerhalb einer bestimmten Frist abarbeiten“, stellte Arno Langhals, bei der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) für den Bereich Reinigung zuständig, die neue Praxis im Schulausschuss vor.

Mängel waren zuvor nicht bekannt

Das Online-Beschwerdesystem setzt die OGM seit Januar 2014 bereits in anderen Bereichen ein, nun soll es auf die Reinigung von Schulen ausgeweitet werden. Damit reagiert die städtische Tochterfirma auf die Beschwerden von Oberhausener Schulleitern, die Ende 2014 mehr Sauberkeit in den Schulen gefordert hatten. In einem Brief ans Rathaus hatten sie kritisiert, dass die Reinigung der Schulen unzureichend und sogar gesundheitlich bedenklich sei.

Den Beschwerdebrief habe man bei der OGM, die vorher zwei, seit Anfang 2015 eine Firma mit der Schul-Reinigung beauftragt hat, „mit Erstaunen zur Kenntnis genommen“, so Langhals. Die Mängel seien nicht bekannt gewesen, die an Schulen ausgelegten Mängelbücher würden nicht genutzt.

Mehr Arbeit für die Schuldirektoren

Marc Bücker, Leiter des Hans-Sachs-Berufskollegs, lobte das Beschwerdeportal, das er bereits bei Gebäudereparaturen kennen gelernt hat. „Unsere Erfahrungen damit sind sehr gut, die Reaktionszeiten sind sehr schnell. Wir sollten dem System auch bei der Reinigung eine Chance geben.“ Bücker kritisierte allerdings, dass damit die Überwachung der Sauberkeit und der Vertragserfüllung auf die Schulleitungen verlagert werde: „Das ist nicht hinnehmbar.“ Zumal die Reinigungspläne „sehr kompliziert zu lesen sind, dafür braucht man fast ein Diplom.“ Marc Bücker skizzierte das System der Intervallreinigung: Räume werden dabei nicht täglich, sondern nur in einem bestimmten Rhythmus geputzt.

Susanne Amrehn, Leiterin der Steinbrinkschule, wies nachdrücklich darauf hin, dass aus ihrer Sicht nicht das Kontrollverfahren im Vordergrund stehen sollte, sondern die vereinbarten Reinigungsstandards in den Verträgen: „Die Reinigungskräfte haben gar nicht genügend Zeit, um die Schulen in einen hygienischen Zustand zu versetzen und ihre Arbeit ordentlich zu machen.“