Oberhausener wollen Schule behalten

Das Banner soll demnächst über der Lothringer Straße in Höhe der St.-Joseph-Kirche hängen. Am Montag hat’s nicht ganz geklappt.
Das Banner soll demnächst über der Lothringer Straße in Höhe der St.-Joseph-Kirche hängen. Am Montag hat’s nicht ganz geklappt.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Protestaktion gegen Verlagerung der Luisenschule an der Lothringer Straße. Elterninitiative, Bürgerverein und Gemeinde kämpfen zusammen.

Oberhausen.. Sie stehen zusammen in Styrum, das wurde am Montagmittag wieder deutlich. Sogar so deutlich, dass kurzfristig gegen 14.14 Uhr der Verkehr auf der Lothringer Straße in Höhe der St.-Joseph-Kirche zum Erliegen kam und einige ganz Ungeduldige (die kamen bestimmt nicht aus Styrum) ein Hupkonzert anstimmten.

Grund für den Stau war eine große Gruppe, bestehend aus Kindern der katholischen Luisenschule, Eltern, Vertretern des Bürgervereins Styrum, Gemeindemitgliedern und Sympathisanten, die ein Banner hochhielten. Das drückt den Protest von Elterninitiative, Schulpflegschaft und Bürgerverein gegen eine Schließung der Luisenschule am Styrumer Standort aus.

Ein Vorschlag des Bildungsplans, über den die Kommunalpolitiker in der Mai-Ratssitzung abstimmen müssen, lautet nämlich: Die Luisenschule wird mit der Ruhrschule zusammengelegt, beide Bekenntnisschulen werden ins Gebäude der ehemaligen Hauptschule Alstaden an der Bebelstraße verlegt, um dort einen „zukunftsfähigen katholischen Standort“ zu bilden. Die Umsetzung wäre zum August 2019 möglich, so der Schulträger – wenn der Oberhausener Rat das so entscheidet.

Stabile Anmeldezahlen

Dass der nicht so entscheidet, dafür kämpfen sie in Styrum, weil sie sich ihren Stadtteil nicht ohne eine eigene Grundschule vorstellen können. Den Schulweg, den die künftigen Grundschüler zurückzulegen hätten bis an die Bebelstraße, „ist nicht machbar“, sagt Luisenschul-Leiterin Roswitha Spitzley. „Die Kinder sollen ihre Schule zu Fuß erreichen können, das ginge dann aber nicht mehr.“ Weil die Strecke zu weit, zu unübersichtlich ist und obendrein noch am Rotlichtviertel vorbeiführe, kritisiert auch Barbara Reisten, Vertreterin der Elterninitiative. Schulleiterin Spitzley erzählt von stabilen Anmeldezahlen an ihrer Schule, zwei Klassen könnten sie an der Glockenstraße immer bilden, „wir hatten für das kommende erste Schuljahr 68 Anmeldungen, 56 Schüler können wir aufnehmen.“

Trotz mancher Signale aus der Oberhausener Politik – zum Beispiel von der SPD, die sich schon klar gegen die Schließung von Schulstandorten positioniert hat – sind sie vorsichtig in Styrum. „Ob die Verlagerungspläne wirklich vom Tisch sind, wissen wir nicht“, sagt Barbara Reisten und auch Roswitha Spitzley ahnt, dass darüber weiter nachgedacht werden könnte. Deswegen gestern das klare Signal von allen, die das „Herzstück“, den Dreiklang aus Kirche, Klinik und Schule für Styrum nicht verlieren wollen.

Das Aufhängen des Banners über der Straße hat übrigens gestern nicht geklappt, aber das wird nachgeholt.