Malerbetrieb Brixa aus Oberhausen geht nach Großauftrag pleite

Angelika und Christian Brixa haben das Familienunternehmen „Malerbetrieb Brixa“ in Lirich zuletzt als Mutter und Sohn gemeinsam betrieben.
Angelika und Christian Brixa haben das Familienunternehmen „Malerbetrieb Brixa“ in Lirich zuletzt als Mutter und Sohn gemeinsam betrieben.
Foto: iStock
Was wir bereits wissen
Die Oberhausener Familie Brixa musste ihre Malerfirma mit einem Dutzend Mitarbeitern auflösen. Der Auftraggeber eines Großprojekts hat nicht bezahlt.

Oberhausen.. Die seit Jahrzehnten in Lirich und für ihr Handwerk aktive Familie Brixa hat ihren Malerbetrieb überraschend zum 31. Januar 2016 aufgelöst. Rund ein Dutzend Mitarbeiter haben ihre Anstellung verloren, das vor 41 Jahren gegründete und mühsam aufgebaute Familienunternehmen ist pleite. Grund soll ein einzelnes Großprojekt gewesen sein, dessen Auftraggeber laut Brixa erbrachte Leistungen nicht gezahlt haben soll.

1975 hat Klaus Brixa den Malerbetrieb gegründet, den Ehefrau Angelika und Sohn Christian seit 2012 als Geschäftsführung leiten. Ende 2014 soll die GmbH einen Großauftrag angenommen haben, in einem Wohnkomplex Malerarbeiten zu erledigen. Nach Auskunft des Betriebs sollen ab Herbst 2015 Rechnungen unter verschiedenen Vorwänden nicht mehr gezahlt worden sein; unter anderem sollen der Firma laut Brixa nicht gerechtfertigte Mängel vorgehalten worden sein. Zugleich sei der Betrieb vertraglich verpflichtet gewesen, weiterzuarbeiten. „Wir hatten somit steigende Kosten, aber keine Einnahmen“, sagt Christian Brixa.

Durch Überstunden habe man zwar versucht, die Arbeiten fortzuführen und sogar neue Aufträge ergattert, doch gereicht hat es nicht: Ende 2015 musste Brixa Insolvenz anmelden. Einkalkulierte Einnahmen von mehreren Hunderttausend Euro durch den Großauftrag sollen ausgeblieben sein. Ende Januar wurde das zahlungsunfähige Unternehmen aufgelöst, da es laut Insolvenzverwalterin Tanja Bückmann keine Perspektive auf Fortführung hatte. Übernehmer hatten sich ebenfalls nicht gefunden.

Sehr aktiv im Stadtteil

Die Brixas sind engagiert in der katholischen Kirchgemeinde St. Katharina und in der Liricher Interessengemeinschaft. Seit Langem gehört ihre Familie zu den Akteuren beim beliebten Lichterfest mit rund 3000 Besuchern in jedem Jahr. Angelika Brixa ist im Vorstand der Maler-Innung und sitzt mit ihrem Sohn im Meister-Prüfungsausschuss bei der Handwerkskammer Düsseldorf. Auch bildeten die Brixas bis zuletzt aus. Barbara Pezzei, Geschäftsführerin der Handwerkskammer, nennt Angelika Brixa eine „sehr engagierte Frau und eine Stimme der Vernunft“. Dass der Malerbetrieb dicht machen musste, macht Pezzei betroffen.

Von ihren Posten treten sie und ihr Mann in den kommenden Tagen zurück, sagt Angelika Brixa. Wer mit ihr und ihrem Sohn spricht, merkt, wie nahe der Familie das Aus ihres über Jahre aufgebauten Betriebs geht. „Das ist ein Albtraum.“

Insolvenzverwalterin Bückmann kündigt juristische Schritte gegen den Auftraggeber an. „Ein zentraler Punkt unserer Arbeit ist es, dass die Firma erhält, was ihr zusteht.“ Fälle wie dieser seien nicht ungewöhnlich, „wenn der Unterschied zwischen dem sehr großen Auftraggeber und einem kleinen Auftragnehmer so krass ist“.

Auch der Handwerkskammer sind Vorgehensweisen wie im Fall Brixa nicht unbekannt. Ohne sich konkret zum Liricher Unternehmen zu äußern, sagt Kammer-Geschäftsführerin Pezzei. „Es scheint eine Mode geworden zu sein, Zahlungsziele hinauszuzögern, indem einem Betrieb Mängel vorgehalten werden, die zunächst zu beseitigen seien.“