Familie baut am Rechenacker in Oberhausen ein Blockhaus

Am Dienstag, den 23. Februar 2016 hat sich Lars Sandig (Brille) den Traum vom Blockhaus aus Holz erfüllt. Finanziell hat ihn die Sparkasse mit Andreas Howeg und Daniela Engel unterstützt.
Am Dienstag, den 23. Februar 2016 hat sich Lars Sandig (Brille) den Traum vom Blockhaus aus Holz erfüllt. Finanziell hat ihn die Sparkasse mit Andreas Howeg und Daniela Engel unterstützt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Hauch von Kanada: Familie Sandig hat ein ausgefallenes Blockbohlenwohnhaus gebaut. Am Rechenacker entstehen architektonisch interessante Gebäude

Oberhausen.. Im Sport schreiben sich Erfolgsgeschichten nur höchst selten längere Zeit fort. Anders ist das auf einem gewissermaßen sportlichen Gelände: Seit 1958 wurde das Areal zwischen Rechenacker und Hiberniastraße, Samlandstraße und Landwehr überwiegend vom SC Rot-Weiß genutzt, seit knapp zwei Jahren vermarktet es die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM). Und von 82 Baugrundstücken, in die die Gesamtfläche parzelliert ist, sind zur Stunde 78 verkauft, wurden und werden bebaut.

Die entstehenden und entstandenen Wohnhäuser – mal freistehend, mal Doppelhaus – sind in gewisser Weise auch Bauherren- und Architektenwettbewerb. Dach- und Firstformen spiegeln Trends und Zeitgeist im und am Bau wie fensterlose oder verglaste Fassaden. Alles ist hier zu besichtigen, und viele gucken zu.

Holz von österreichischen Fichten

Was Spaziergänger sich immer mal anguckten, ist ein Wohnhaus, das in unseren Breiten eher selten, auf dem Gesamtgelände nur dieses eine Mal anzutreffen ist. Es ist das Blockbohlenwohnhaus der Familie Sandig. Was so nach Skandinavien oder Kanada oder Bayern oder Tirol klingt, ist seit Mitte Oktober in ungeheurer Schnelle entstanden – gewachsen wäre wohl das passende Wort, denn die Holzbohlen aus österreichischer Fichte (204 Millimeter stark) wurden gelegt und geschichtet. Das geht binnen zweier Wochen, und Mitte April wird die dreiköpfige Familie voraussichtlich einziehen.

Der Bauherr ist nicht wirklich vom Fach, was das Aufbautempo ein wenig erklären könnte. Nein, er ist IT-Fachmann bei einer Essener Firma, und er hat sich sorgfältig und gründlich und jahrelang informiert. „Ein Hausbau ist ja keine Sache, die man spontan in Angriff nimmt“, meint der Ehemann von Anette Havermann und Vater von Fiete. Den Eheleuten war der Wille zum Holz völlig klar. „Holz zu riechen, Holz zu atmen, Holz anzufassen, das ist was ganz Spezielles“, gibt Sandig sich als Fan des Naturbaustoffes zu erkennen. Vor- und Nachteile wurden aufgeschrieben, abgewogen, bis der Entschluss stand: Blockbohlenwohnhaus.

Ein kleiner Sorgenschatten

Das geht zwar schneller, ist aber nicht billiger als die Massivbauweise. Und hier kommt die Stadtsparkasse ins Spiel, die sich – das kennt man von ihr nicht immer – dem unkonventionellen Begehr nicht verschloss. „Natürlich haben wir gerechnet“, gestehen Daniela Engel und Andreas Howeg von der Stadtsparkasse und loben sich: „Aber die Zustimmung kam ziemlich schnell.“

Ein kleiner Sorgenschatten begleitet Sandig allerdings doch: „Hier stand früher ein Tor“, verweist er auf die Fensterfront zum noch anzulegenden Garten. Wenn Fiete das nicht mal mitkriegt.