Oberhausen sammelt zu wenig Biomüll

Bislang nutzen rund 4300 Haushalte in Oberhausen eine Biotonne.
Bislang nutzen rund 4300 Haushalte in Oberhausen eine Biotonne.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Eine braune Abfalltonne wird in Oberhausen trotzdem nicht zur Pflicht. Für die Grünschnitt-Entsorgung am Wertstoffhof muss der Bürger weiter zahlen.

Oberhausen.. Oberhausen sammelt zu wenig Biomüll. 60 bis 70 Kilogramm sollte die Stadt pro Einwohner und Jahr sammeln. Das sieht der Abfall-Wirtschaftsplan des Landes NRW vor. „Wir sind im Moment bei rund 40 Kilo“, sagt Markus Werntgen-Orman, Leiter des Bereichs Umweltschutz bei der Stadt Oberhausen.

Noch handelt es sich bei den Vorgaben des Landes um einen Leitfaden. Den man nach Möglichkeit jedoch einhalten sollte, um das offiziell gesteckte Ziel zu erreichen: Bis zum Jahr 2021 muss die Stadt Oberhausen 90 Kilo Biomüll pro Einwohner und Jahr sammeln.

90 Kilo bis 2021 sind Pflicht

NRW ist verpflichtet, dem Bund gewisse Sammelmengen zu melden. Grund ist das am 1. Januar in Kraft getretene, neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die Trennung von Biomüll zur Pflicht macht. Bis zum Jahr 2021 müssen pro Bürger und Jahr 150 Kilo Biomüll gesammelt werden. Je nach Stadtgröße und Bevölkerungsdichte berechnet die Landesregierung für jede Stadt einen bestimmten Schnitt. Für Oberhausen sind es eben diese 90 Kilogramm.

Wie die Stadt an mehr Biomüll kommen will, weiß sie noch nicht. „Wir müssen unser System optimieren und sind gerade mitten in den Überlegungen“, sagt Markus Werntgen-Orman. Zwei Dinge könne er aber schon jetzt sagen: Die Biotonne wird auch in absehbarer Zukunft nicht zur Pflicht, sondern bleibt als freiwilliges Angebot bestehen. Und die Abgabe von Grünschnitt beim Oberhausener Wertstoffhof bleibt weiter kostenpflichtig. Werntgen-Orman glaubt nicht, dass die Menge der Bio-Abfälle zunähme, wäre die Abgabe kostenlos.

Stadt macht Werbung für die Biotonne

Bislang nutzen rund 4300 Haushalte in Oberhausen die braune Biotonne. Es könnten mehr sein, sagt Werntgen-Orman. Er weiß aber auch: Der Kreis der Nutzer ist begrenzt. Jemand, der sich eine Biotonne vor die Tür stellt, hat vermutlich einen eigenen Garten. Werbung für die braune Tonne mache die Stadt schon jetzt – auf Stadtfesten etwa.

Obwohl man für die Biotonne eine Gebühr zahlen muss, könnte man mit ihr sparen. Es lohne sich allerdings erst ab einem Drei-Personen-Haushalt, sagt Werntgen-Orman. Grund: Nutzt man die Biotonne, fällt automatisch weniger Hausmüll an. Man könnte also unter Umständen auf eine wöchentliche Abholung verzichten und auf eine Abholung im Zwei-Wochen-Rhythmus wechseln.