Oberhausen profitiert von Bettensteuer in Duisburg
06.09.2011 | 18:55 Uhr 2011-09-06T18:55:00+0200
Oberhausen/Duisburg. Ein Musical-Ensemble probt wochenlang im Duisburger Theater am Marientor, nächtigt aber in einem Hotel in Oberhausen. Kein Einzelfall. Der naheliegende Grund: Die Duisburger Bettensteuer. Oberhausen hingegen freut sich und plant weitere Hotels.
Für den Chef der Duisburger Marketing-Gesellschaft zeigt diese Episode das ganze Drama: Ein Musical-Ensemble probt wochenlang im Theater am Marientor, nächtigt aber in einem Hotel in Oberhausen.
Und das, weil das die Produktionsgesellschaft selbst inklusive des Pendelverkehrs günstiger kommt. „Das muss uns nachdenklich machen“, sagt Uwe Gerste. Zumal die Macher der „Rocky Horror Show “ in jüngster Zeit offenbar nicht die einzigen waren, die Duisburg links liegen ließen und – oftmals – Oberhausen den Vorzug gaben. Bei der Ursachenforschung liegt eine Antwort nahe: die Bettensteuer .
„Die Firmen sind extrem preissensibel“
Duisburg hat die Abgabe, die auch in Oberhausen intensiv diskutiert wurde, zum 1. November 2010 eingeführt. Fünf Prozent vom Zimmerpreis werden seitdem zusätzlich fällig. „Die Firmen, aber auch die Touristen , sind extrem preissensibel,“ sagt Uschi Wischermann vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Oberhausen, die sich in ihrem Kampf gegen die Steuer bestätigt sieht.
Allein ihre beiden Häuser hätten zwei große Firmen aus Duisburg als Kunden gewonnen. „Davon erhoffen wir uns rund 900 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr.“
Die jüngsten Zahlen des Landesamts für Statistik scheinen Wischermann und ihren Mitstreitern Recht zu geben in der Annahme, dass eine Bettensteuer Kundschaft in großem Umfang abwandern lässt. Duisburg verzeichnete im ersten Halbjahr 2011 einen Rückgang der Übernachtungen um sechs Prozent, die Oberhausener Touristiker freuen sich dagegen über eine Zunahme, die die Statistik sogar mit 61,3 Prozent ausweist, wobei hier erstmals die Gäste des Berufsförderungswerk einbezogen wurden. Rechne man diese Größe heraus, bleibe immer noch ein Plus von 15 bis 20 Prozent, so die Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH (TMO).
"Positive Entwicklung" in Oberhausen
Alles wegen der Bettensteuer in der Nachbarstadt? Wohl kaum. Duisburgs Marketing-Chef Gerste beobachtet schon seit geraumer Zeit die „positive Entwicklung“ in Oberhausen, die sicherlich nach Einführung der Bettensteuer in Duisburg „nochmals eine starke Dynamik erfahren“ habe. Vor allem aber liege dem Trend eine erfolgreiche Planung zugrunde, so Gerste und findet lobende Worte.
Schon seit längerem seien in Oberhausen „moderne Übernachtungskapazitäten“ geschaffen worden, die „der Marktnachfrage nach hochwertiger, jedoch auch bezahlbarer Übernachtungskapazität entsprechen“.
Und wie jüngst zu vernehmen war, will man weitermachen. „Wir sehen in Oberhausen Potenzial für zwei weitere Hotels“, so TMO-Geschäftsführer Burkhard Koch.

10:52
‚Lach’ Sa am wat fahrt ihr denn für nen panorama? Bei allem respekt vor 25 mio. besuchern in eurem disneyland aber ihr seid schon ein lustiges völkchen dort oben im pott. Jetzt is oberhausen also schon die touristenhochburg im pott und bekannter als essen oder dortmund weil sich da ne krake als wahrsager bei der wm2010 aufgespielt hat und rwo der kultclub im revier is. Ja ne is klar ‚lach’ und gelsenkirchen is europaweit bekannt weil schalke im letzten jahr in der champions league gespielt hat. Merkt ihr eigentlich wat ihr für nen stuß schreibt? Die übernachtungen in essen werden selbstverständlich so hingedreht das es für oberhausen paßt. Na einfallsreichtum habter ja ‚lach’. Aus welchem grund die leuts im pott verweilen is mal schnuppe. Und wenn nur noch touristen wegen des messe und kongressgeschäfts nach essen kämen ändert dat nix daran das in essen die meisten touristen im pott übernachten. Tun se aber nich nur denn sie besuchen auch die museen ausstellungen und bühnen. Zollverein und villa hügel in essen sind orte die explizit von touristen besucht werden weil sie bekannt sind und eine bewegte geschichte haben. Also ganz im gegensatz zu eurer betonburg centro.
Ma nen paar besucherzahlen: limbecker platz 15 mio guests, weihnachtsmarkt 4,5 mio peoples , zollverein 2,2 mio, messe 1,5 mio, cinemaxx 0,82 mio, die grugahalle 0,5 mio. jährlich. Man net mit eingerechnet die besucher der innenstadt, events etc.. Oh fast vergessen: Da sind mir doch bei meinem letzten besuch die touri-busse in essen aufgefallen die wohl wie ich gesagt bekommen hab 4 x täglich durch die stadt gondeln. Erstaunlich gut besucht auch mit auswärtigen leuts. Kein vergleich zu hamburg oder berlin aber wie oft kurven denn bei euch in der touri-hochburg-des-potts-oberhausen die stadtrundfahrten? Siehste :-)
09:03
#16 #17
Das Thema war hier nicht Essen sondern die Bettensteuer in Duisburg oder!
Ihr Lokalstolz in Ehren, aber Oberhausen ist noch weniger Touristenstadt als Essen. Wie ich schon sagte, steht das Ruhrgebiet gerade erst am Anfang und ist von einer etablierten Touristenregionn noch weit entfernt. Tun Sie sich und den anderen den gefallen und nehmen sich und Ihre Stadt nicht so wichtig.
00:59
@15
ach, Michelino, um Touristenhochburg zu sein, muss eine Stadt auch bekannt sein. Und nun überlegen Sie mal, wieviele Menschen in Deutschland, Europa oder der ganzen Welt die Zeche Zollverein kennen oder den Städtenamen Essen mal gehört haben. Die Zahl wird nicht erwähnenswert sein. Und nun überlegen Sie einmal, wieviele Fernsehsender im vergangenen Jahr aus Oberhausen berichtet haben. Die ganze Welt hat Reporter nach Oberhausen geschickt. Jeder, der einen Fernseher hat und sich für Fußball interessiert, weiß, dass es in Oberhausen ein Aquarium gibt, in dem ein Krake zu Hause war, der jedes Ergebnis der Dt. Nationalmannschaft vorhergesehen hat. Selbst der Tunierausrichter, die FIFA, hat auf seiner Homepage über Paul berichtet. Bei seiner Weltmeistervorhersage waren über 200 Journalisten aus der ganzen Welt in Oberhausen. Das Sealife konnte sich vor Besuchern kaum noch retten und noch heute kommen die Menschen etwa aus Spanien, um die Erinnerungen an Paul zu sehen. Das nenne ich eine gelungene Marketingkampagne, hinter deren Wirkung sich ganz Essen und die komplette Ruhr 2010 verstecken kann. Das Kulturhauptstadtjahr war ein einziges Mal weltweit in den Medien und dies war alles andere, als ein freudiger Anlass.
22:23
@15
In der Waz von Essen war am 23.08.2011 zu lesen, dass in 2010 83% der Essener Hotelgäste beruflich unterwegs waren. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht einmal 250.000 Touristen in der Kulturhaupstadt übernachtet haben.
10:08
Die Bettensteuer ist umstritten, keine Frage. Dass man sie gerade in einer Stadt, die nicht unbedingt als Touristenhochburg bekannt ist, einführt, ist mir unverständlich. In Essen soll die Steuer auch kommen nur da steigen die Übernachtungen und Touristenzahlen wenigstens. Trotzdem auch unverständlich, denn der Tourismus in unserer Region ist noch ein zartes Pflänzchen, was in Ruhe wachsen muss. Für Auswärtige, die das übliche Klischeedenken übers Ruhrgebiet haben, muss die Bettensteuer wie blanker Hohn klingen.
Finde es ein wenig übertrieben, da hier einige so tun, als sei Oberhausen die Touristenhochburg des Ruhrgebietes.
23:17
Ich verstehe die ganze Diskussion hier nicht. In Oberhausen steigen die Übernachtungszahlen, in Duisburg sinken sie hingegen. Das ist Fakt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Und was möchten uns nun einige User, wohl aus Duisburg stammend, über das Centro oder den Gasometer erzählen? Soll Oberhausen es der Stadt Duisburg nachmachen, die inzwischen die Arbeitslosenstatistik in NRW anführt? Die Duisburger sollen die Arbeitslosen bespaßen, wir kümmern uns hier um die Touristen.
18:19
Tja,so ist es ,wenn man den Hals nicht voll bekommt.Dann machen andere eben das Geschäft.
18:06
Lieber @graphos man kann sehr wohl Äpfel mit Birnen vergleichen - wenn der Maßstab stimmt. Wie auch Ihnen bekannt sein dürfte, handelt es sich bei beiden um Kernobstarten, die man z.B. nach ihrem Vitamin- oder Kaloriengehalt pro 100 Gramm miteinander in Relation setzen kann.
Genau das Gleiche habe ich mit Oberhausen und Duisburg gemacht. Das Ober-Kriterium war Tourismusmagnet, die weiteren Bezugsgrößen a) Musicaltheater, b) Kunstausstellungen und c) Einkaufstempel.
Dass das TaM von Gerstes DMG (noch schlimmer: auch von der Gebag) und nicht von Stage gemanagt wird, ist ja sein Problem. Man kann dieses Problem aber nicht zum Anlass nehmen, den schrecklichen Niedergang des TaM nicht mehr mit dem fulminanten Aufstieg des Metronom-Theaters zu vergleichen. Dieser Aufstieg hat sehr viel mit der Professionalität des Managements zu tun. Und an der mangelt es beim TaM.
Da im Museum Küppersmühle Ausstellungen mit Kunstwerken stattfinden, kann man es sehr wohl mit dem Gasometer vergleichen. Obgleich dieser natürlich kein echtes Museum ist. Meinetwegen können Sie aber auch das Folkwang-Museum in Essen heranziehen. Beide schaffen es immer wieder, echte Publikumsrenner zu organisieren. So etwas gelingt der Küppersmühle nie. Das mag an der Ausrichtung liegen, aber genau die ist dann in Bezug auf mein Oberkriterium Tourismusmagnet ein Problem: die Küppersmühle zieht keine Massen an. Ich finde das außerordentlich schade, weil ich das Museum Küppersmühle für eines der schönsten in Deutschland halte.
Was den Einkaufstempel anbelangt, zieht das Centro nicht nur mehr Leute an als das Forum. Es ist auch bekannter. In Dortmund oder Bochum kennt das Centro jeder - die meisten waren auch schon dort. Das Duisburger Forum aber kennt hier keiner. Die Behauptung, das Centro hätte die Oberhausener Innenstadt kaputt gemacht, ist keine Kritik am Centro, sondern belegt seinen Erfolg. Denn genau das war das Ziel des Centro: Es sollte die neue Mitte Oberhausens werden. Darum heißt es ja auch CentrO.
Die Duisburger gehen einen anderen Weg. Sie versuchen, Ihre alte Innenstadt aufzupäppeln. Der bisherige Erfolg ist widersprüchlich: Einerseits eine reanimierte Königstraße, andererseits vereinsamte Nebenstraßen und eine verkommene Münz- und Beekstraße. Die aufgehübschte Königstraße mag ja alles Mögliche sein. Aber ein Tourismusmagnet von überregionaler Bedeutung ist sie ganz bestimmt nicht. Das verhindert u.a. Dresslers Verdörflichung unserer Innenstadtstraßen. Wer hier mit seinem Auto einmal durchgeschlichen ist, tut das kein zweites Mal.
17:25
#10
Hallo? Der Kubus? Wie kann man Duisburgs Wahrzeichen vergessen! Und Millionen wollen ihn besichtigen!
17:15
@ 8/ 9 graphos
kann es sein, dass Sie einfach nur ein verärgerter Duisburger sind? Sie schreiben völligen Quatsch. Duisburg hat 6% weniger Übernachtungen, Oberhausen 15% mehr. Das ist ja nicht so schlimm, sondern prima für Duisburg. Oder wie darf man ihre Einträge verstehen? Und zum Gasometer - der Gasometer ist keine Disco oder ein Theater, sondern Europas höchste Ausstellungshalle. Vielleicht besuchen Sie ihn mal, dann wissen Sie auch, wovon sie schreiben. In einem Buchladen gibt es auch Lesungen, dennoch bleibt es ein Buchladen. Und es stimmt, der Flughafen, Disneyland, der Eifelturm - alle haben mehr Besucher, als Duisburg. Deswegen hat Oberhausen auch das Centro gebaut. Und Duisburg eben nicht.