Oberhausen profitiert vom Kulturhauptstadtjahr

Bleibende Erinnerung an das Jahr 2010 ist die Rehberger Brücke. Von der Sternstunden-Ausstellung profitiert der Gasometer bis heute.
Bleibende Erinnerung an das Jahr 2010 ist die Rehberger Brücke. Von der Sternstunden-Ausstellung profitiert der Gasometer bis heute.
Foto: WAZ/FotoPool
Was wir bereits wissen
Bahnhofsturm ausgebaut, Slinky-Brücke errichtet, Gasometer bundesweit bekannt gemacht.Ruhr 2010:Branche sieht positive Wirkung.

Oberhausen.. Vor fünf Jahren begann das Kulturhauptstadtjahr. Alle Revierstädte zogen mit, setzten Zeichen und feierten mit Gästen den eigenen großen Lokalhelden-Tag. In Erinnerung bleiben Großereignisse wie die Schachtzeichen, der erste Day of Song, das großartige Fest auf der A 40. Doch beeinflusst 2010 die Oberhausener Kultur weiterhin positiv? Die Branche sagt ja.

„Es ist deutlicher geworden, dass in der Region Kunst und Kultur eine große Rolle spielen“, sagt Christine Vogt, Direktorin der Ludwiggalerie. „Das ist für die Planung von Ausstellungen wichtig. Weltweit renommierte Künstler wie Herlinde Koel­bl stellen bei uns aus. Die Slinky-Brücke wurde gebaut, das Schloss renoviert und das Umfeld aufgewertet. Das Netzwerk aller RuhrkunstMuseen funktioniert bis heute gut. Wir arbeiten eng zusammen und das ist deutschlandweit einmalig.“

„Ohne die Kulturhauptstadt hätten wir keine Info-Lounge“, sagt Gasometer-Geschäftsführerin Jeanette Schmitz. „Dass die Sternstunden um 20 Monate verlängert wurden, hat uns über 500.000 Besucher mehr eingebracht, Einnahmen, die vier Jahre sichern. Dass die Ausstellung der Religionen nicht realisiert werden konnte, ist für uns vielleicht sogar ein Glücksfall. Es war zwar ein tolles Thema, aber wir konnten die Kosten von sechs Millionen Euro nicht stemmen und wissen auch nicht, ob die Ausstellung so gut funktioniert hätte wie die Sternstunden. Der Gasometer hat überregional eine immense Werbung erfahren, die wir ohne Kulturhauptstadt nie hätten leisten können.“

Viele Aktionen seit Kulturhauptstadtjahr durchgeführt

„Das Jahr hat allen, die in der Kultur arbeiten, unglaublich viel Spaß gemacht und es ist viel übrig geblieben“, sagt Kulturbüro- und Musikschulleiter Volker Buchloh. „Dazu gehört zum Beispiel unser Sommer-Kulturprogramm, das wir, angeregt durch den Erfolg des Local-Hero-Tags 2010, seit zwei Jahren anbieten. Viele Verbindungen und Kontakte sind entstanden, wie der zu den türkischen und jüdischen Gemeinden, die sich an der Nacht der offenen Gotteshäuser beteiligen. Jeki (das Programm Jedem Kind ein Instrument) wurde 2010 ins Leben gerufen, bis auf zwei sind alle unsere Grundschulen dabei. Der Day of Song, an dem Oberhausen sich maßgeblich beteiligt, ist geblieben ebenso wie Schiffsparade auf dem Kanal, die am 26. April wieder stattfinden wird.“

„Wir haben ein Fest gefeiert mit unheimlich großer Beteiligung. Über 100 Veranstaltungen, darauf bin ich stolz. Übrig bleibt ein allgemeiner Schwung für die Kultur“, sagt Manfred Flore, SPD-Sprecher im Kulturausschuss. „2010 war ein Impulsgeber für die gegenseitige Unterstützung aller Institutionen. Viele haben sich kennen gelernt. Der Zusammenhalt ist wichtig, weil wir nur so mit dem wenigen Geld, das wir haben, viel erreichen. Ich fänd’s schön, wenn es noch einmal gelänge, so ein großes, revierweites Ereignis auf die Beine zu stellen.“

Kritik aus den Reihen der CDU

Etwas kritischer äußert sich Klaus-Dieter Broß, CDU-Sprecher im Kulturausschuss: „Auch weil sie wegen ihrer Kosten bei manchen Bürgern noch umstritten ist, denkt man als erstes an die Rehberger Brücke. Geblieben sind aus dem Kulturhauptstadtjahr außerdem die Emscherkunst und der Kultursommer. Dass die Ruhrkunst-Museen enger zusammenarbeiten, ist ein großer Fortschritt. Allerdings hätten wir das vielleicht auch ohne die Kulturhauptstadt hinkriegen müssen. Dass die Ruhrtourismus GmbH und das Visitor Center Oberhausen verlassen werden, ist sehr bedauerlich.“

„Ohne Kulturhauptstadt hätte der Bahnhofsturm nicht ausgebaut werden können“, fügt Kulturdezernent Apostolos Tsalastras noch hinzu. Außerdem habe 2010 die Revier-Theater motiviert, stärker miteinander zu kooperieren.