Oberhausen muss über 400.000 Euro Sexsteuer zurückzahlen
28.10.2012 | 12:09 Uhr 2012-10-28T12:09:00+0100
Oberhausen. Die Rotlicht-Meile Flaßhofstraße hat erfolgreich gegen die Stadt Oberhausen geklagt. Die Stadt muss über 400.00 Euro Sexsteuer wieder zurückzahlen. Die Richter stuften die Erhebung als rechtswidrig ein. Jetzt will die Stadt Oberhausen die Sexsteuer erneut berechnen.
Die Stadt Oberhausen muss über 400 000 Euro Sexsteuer zurückzahlen. Die fünf Eigentümer der Häuser an der Rotlichtmeile Flaßhofstraße waren vors Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster gezogen, weil sie die eingeforderten sechs Euro pro Frau und Tag nicht zahlen wollten.
Das OVG gab der Klage eines Bordellbetreibers statt. Aber nur, weil sich die Besteuerung nach der Veranstaltungsfläche hätte richten müssen. Statt sechs Euro pro Prostituierter und Tag wären drei Euro pro zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche fällig gewesen. Sind doch Bordelle, laut Rechtsprechung, als „ähnliche Einrichtungen“ im Sinne der Vergnügungssteuersatzung zu besteuern, für die keine personenbezogene Steuer vorgesehen ist. Dies geht aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf hervor.
Gemeinsame Klage gegen die Stadt Oberhausen
Einer der Hauseigentümer schildert, wie er und seine Mitstreiter gegen die Steuerbescheide vorgingen. „Als wir sie erhielten, haben wir uns alle zusammengesetzt.“ Ein Besitzer habe alleine klagen wollen. Die übrigen vier hätten sich entschieden, gemeinsam vor Gericht zu ziehen. Als das OVG Münster dem Einzelkläger Recht gab, habe die Stadt ihre Stellungnahme gegen die übrigen Vier zurückgezogen. Die Sexsteuer war vorerst vom Tisch. Aber längst nicht gestorben. Der zweieinhalb Jahre dauernde Streit zwischen Stadt und Hausbesitzern geht vielmehr in die nächste Runde.
„Jetzt wird neu berechnet“, sagt Ralf Katernberg, Leiter der Abteilung Finanzen bei der Stadtverwaltung Oberhausen. Katernberg: „Die Betreiber der Häuser werden uns sagen, wie viel Fläche für den entsprechenden Zweck vermietet worden ist.“ Ob sie dann mehr oder weniger an Sexsteuer zahlen müssen als nach der personenbezogenen Berechnungsgrundlage ist noch unklar. „Wir werden die Steuern auf jeden Fall rückwirkend erheben“, macht Katernberg indes klar. Bereits in der Hauptschusssitzung am 10. November will er den Vertretern der Fraktionen Zahlen und Fakten auf den Tisch legen.
Dumpingpreise für Sex ohne Kondom
Die Betreiber der Häuser kündigen aber schon jetzt gegen eine neue Besteuerung Widerstand an. Zumindest sagt einer der Hausbesitzer: „Wir wollen auch gegen eine Besteuerung pro Quadratmeter vorgehen.“ Es handele sich schließlich um eine Menge Geld. Das Problem würde verschärft, da die Zahl der Kunden rückläufig sei. „Die Mädchen verdienen weniger“, erklärt er. Deshalb könnten sie ihnen unmöglich zumuten, die sechs Euro selbst zu zahlen.
Von den Kunden könnten die Frauen auch nicht mehr Geld verlangen. Es seien ja gerade Dumpingpreise von 20 Euro für Sex ohne Kondom auf dem Straßenstrich, die den Prostituierten das Geschäft kaputt machten. Statt die Frauen zu schützen und ungeschützten Sex für Prostituierte wie Freier unter Strafe zu stellen, fordere man von ihnen nur Geld.
Für den Hausbesitzer ist die Sexsteuer zudem unterm Strich eine Milchmädchenrechnung der Stadt. „Wenn ich sie zahle, mache ich geringere Gewinne und zahle weniger Gewerbesteuer“, erklärt er.
19:12
Sonderbar #10 hat vollkommen recht,
wie sollte auch eine Stadtverwaltung, die zu dämlich ist Müllgebühren korrekt zu berechnen, ausgerchnet eine Sexsteuer korrekt erheben können?
Geschieht denen nur recht....
15:53
in diesem Land muss man Harz IV Empfänger sein,damit man sich nicht um die Steuerbelastung ärgern muss.
Übrigens warum muss jeder Haushalt fürs den selben Wasserverbrauch sowohl an der Kommune als auch an der Stadtwerke zahlen? Ist das keine Doppelbesteuerung?Aber nein die Stadtwerke ist privatisiert.
Weil die Stadtwerke nur das Frischwasser berechnen und die Stadt das Abwasser abkassiert ;)
Seien sie froh, dass es "nur" nach Frischwasserverbrauch geht und nicht noch alle Getränkekäufe eines Jahres hinzuaddiert werden.
15:34
Wenn man nicht im Stande ist, die Müllgebühren richtig zu berechnen!!!
Warum sollte dann die Sexsteuer korrekt sein ???
Gewinnt die Stadt eigentlich irgendwann auch mal einen Prozeß ? (und, was das mal alles wieder nebenbei gekostet hat) Oberhausen OLE !!!
14:15
Na dann viel Vergnügen beim Erstellen des neuen Abgabenbescheides.
PS.: Im fettgedruckten Anreißer oben fehlt eine Null ...
13:47
Jaja, früher fur jede Nutte nen Porsche - heute ist sie froh wenn sie sich überhaupt ein Auto leisten kann. Schuld daran sind in der Tat die billigen Konkurrentinnen aus diversen östlichen Staaten die praktisch keine Stuern zahlen.
12:51
dieses gewerbe ist das ehrlichste und gewissenhaftigste gegenüber jedermann.also muss es subventionen bekommen.
12:44
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12:37
Liegt wahrscheinlich daran, dass belastbare rechtliche Grundlagen fehlen, und jede Kommune irgendwie selber das Ganze ausloten muss.
Und dann urteilen die unterschiedlichen Verwaltungsgerichte auch noch anders.
Jetzt hat man aber ein Urteil auf dem man aufbauen kann.
Dies hat trickflyer mit seiner - wie immer - ausführlichen einfach strukturierten Meinung bestimmt zum Ausdruck brinegen wollen !?!?
12:27
Hinz und Kunz zahlen Steuern.
Also auch das Rotlichtgewerbe. Aber dann auch richtige berechnen, bitteschön!
11:52
... das ist schon starker Tobak, wenn das ein Gericht feststellt. Und - mit noch so viel "Sexsteuern" lässt sich der morade Haushalt der Stadt Oberhausen auch nicht mehr retten. Die Pleite Oberhausens - und vieler anderer Kommunen - ist nur noch eine Frage der Zeit!