Oberhausen lobt Friedenspreis aus

Unter dem Eindruck der Kämpfe in der Ukraine, des Bürgerkrieges in Syrien, der weltweiten Flüchtlingswelle und des Terrorakts in Paris ruft Oberbürgermeister Klaus Wehling den Oberhausener Jugendfriedenspreis „Youth for Peace“ (Jugend für Frieden) ins Leben. Der Preis soll junge Menschen animieren, sich in einem Wettbewerb auf künstlerische Art literarisch, filmisch, malerisch oder crossmedial mit dem Thema Frieden und Krieg in der Welt auseinanderzusetzen.

„Wir müssen dringend etwas tun! Wir dürfen nicht nur tatenlos zuschauen! Wir in Oberhausen wollen heute und in Zukunft ein sichtbares Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen. Mein letztes soziales Projekt als Oberbürgermeister heißt darum: Youth for Peace“, sagte der 67-jährige Sozialdemokrat beim diesjährigen Neujahrsempfang in der Luise-Albertz-Halle am gestrigen Dienstagabend vor 450 geladenen Gästen. Mit dabei: Der 89-jährige Sally Perel, der regelmäßig an Oberhausener Schulen aus seinem Buch „Hitlerjunge Salomon“ liest.

In seiner elfjährigen Amtszeit hat Wehling es zur Tradition gemacht, jährlich für ein besonderes Projekt zu Spenden aufzurufen. Bereits seit zehn Jahren läuft der „Mittagstisch für Kinder“, der bedauerlicherweise auch heute noch dringend benötigt wird. Hinzu kamen Spendenprojekte wie der „Generationengarten“ im Kaisergarten, „Lesen erleben“ oder der Besuchsdienst für ältere Menschen.

Sein Projekt „Youth for Peace“ passt nach Ansicht von Wehling besonders gut zu Oberhausen, da die Stadt eine jahrzehntelange Geschichte mit Engagement für den Frieden aufweist.

Die Partner des neuen Jugendfriedenspreises sind überregional beachtete Institutionen: Die Gedenkhalle zur Aufarbeitung der Nazi-Gräueltaten (1962 die erste in der Bundesrepublik), das 1967 gegründete Friedensdorf zur Behandlung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten und die internationale Jugendbegegnung „Multi“. Vierter Partner ist das erst 2012 gegründete Jugendparlament.

Wehling wird im Oktober 2015 seine Amtszeit beenden, zur Wahl am 13. September tritt er nicht mehr an. Daher zog er auf seinem letzten Neujahresempfang schon eine kleine Bilanz: „Das löst besondere Gefühle aus. Da ist ein wenig Wehmut, denn ich übe dieses Amt seit über zehn Jahren mit viel Oberhausener Herzblut aus. Im Laufe der Oberbürgermeister-Jahre habe ich gemeinsam mit vielen Menschen zahlreiche Dinge positiv bewegen können, habe ich neben Kritik viel Unterstützung und manche Anerkennung erfahren.“

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