Oberhausen lehnt Sterkrader Wohnung für Flüchtlinge ab

Asmaa und Zainab leben mit ihrer Familie bereits in einer privaten Oberhausener  Wohnung. Viele andere Flüchtlinge hoffen ebenfalls darauf.
Asmaa und Zainab leben mit ihrer Familie bereits in einer privaten Oberhausener Wohnung. Viele andere Flüchtlinge hoffen ebenfalls darauf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nur rund ein Drittel der Flüchtlinge, die Oberhausen aufgenommen hat, lebt in privaten Wohnungen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß. Trotzdem lehnte die Stadt das Angebot eines Sterkraders nun ab.

Oberhausen.. „Mehr als 100 Quadratmeter, zwei Balkone, zwei Bäder, drei Toiletten – eine solche Wohnung habe ich der Stadt angeboten und könnte sie für ein bis zwei Jahre für die Unterbringung von Flüchtlingen vermieten,“ sagt WAZ-Leser Alfred Schledorn. Bisher habe er nichts von der Stadt gehört: „Ich habe das Angebot auch an die Kirchen in Oberhausen geschickt. Sie haben sich auch nicht gemeldet.“ Ihn wundert dies angesichts des Mangels an Wohnraum für Flüchtlinge.

„Dieses Mietangebot wurde uns bereits im November übermittelt“, räumt Stadtsprecher Martin Berger ein: „Aufgrund des Grundrisses der Wohnung können wir diese allerdings kaum passgenau vermitteln.“ Somit sei sie für die Stadt nicht geeignet.

Ein Drittel lebt in Wohnungen

Seit 1999 nutzt die Stadt die Möglichkeit, Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen. Rund ein Drittel der zurzeit in Oberhausen lebenden Flüchtlinge befinden sich in privatem Wohnraum: „Das sind derzeit 307 Personen, sagt Berger.

Dabei aber müssten sowohl der Wohnraum als auch die Flüchtlinge bestimmte Voraussetzungen erfüllen: „Ein solches Mietverhältnis soll über das Asylverfahren hinaus für die Flüchtlinge eine solide Perspektive darstellen.“ Beim Wohnraum seien Größe, Zuschnitt und der Mietpreis wesentliche Faktoren: „Insbesondere beim Mietpreis gelten die gleichen Maßstäbe, die das Jobcenter bei der Bewilligung geeigneten Wohnraums anlegt.“

Ferner sollte der Zustand einer Wohnung so sein, dass über übliche Renovierungsarbeiten hinaus keine Investitionen erforderlich sind. Nicht immer sei dies gegeben: „Es kommt vor, dass Wohnraum angeboten wird, der auf dem normalen Markt kaum zu vermitteln ist und bei dem Vermieter vor einem Einzug etwa Heizungssanierungen erwartet. Solche Angebote akzeptieren wir nicht.“

Das sei bei seinem Angebot keineswegs der Fall, sagt Schledorn: „Die Wohnung ist in gutem Zustand, das Haus soll aber in ein, zwei Jahren kernsaniert werden.“

Wer als Flüchtling eine private Wohnung bezieht, sollte „mit wenigen Hilfestellungen zu einer eigenständigen Lebensführung in der Lage sein. Und der Aufenthalt sollte absehbar noch etwa ein Jahr dauern“, führt Stadtsprecher Martin Berger aus. Unterstützt werde die Stadt dabei von zahlreichen Vereinen, Verbänden und den Kirchen: „Letztere haben im vergangenen Jahr sogar einen Rundruf gestartet mit der Aufforderung zu prüfen, ob Wohnraum bereitgestellt werden kann. Das hat uns sehr geholfen.“