Oberhausen lässt viele Bäume in Parks und Wäldern fällen

An 13 Punkten rücken im Winter die Baumfäll-Teams an.
An 13 Punkten rücken im Winter die Baumfäll-Teams an.
Foto: Jan Woitas / dpa
Was wir bereits wissen
  • Die Oberhausener Stadtverwaltung plant den Einschlag von 1555 Festmetern Holz
  • Auf 13 Flächen in Wäldern und Parks rücken die Einsatzteams mit der Kettensäge an
  • Die Stadt betont: Alles in allem wächst mehr Holz nach, als geerntet wird

Oberhausen..  Für viele Naturfreunde sind solche Aktionen ein rotes Tuch; doch die Stadt sieht günstige, ökologische Wirkungen, ja eine Stärkung des Waldes: An 13 Punkten in Oberhausen rücken in diesem Winterhalbjahr die Einsatzteams mit ihren Kettensägen an und lichten die Waldbestände. Insgesamt ist der Einschlag von 1555 Festmetern geplant. Das Regionalforstamt Ruhrgebiet begleitet die Fällungen. Die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) erstellt die Planungen.

„Vitalen Baumbestand erhalten“

Vorrangiges Ziel sei es, einen vitalen und gesunden Waldbestand in Oberhausen zu erhalten, heißt es in der aktuellen Beschlussvorlage für die kommende Umweltausschuss-Sitzung am 24. Oktober.

In Oberhausen gibt es insgesamt rund 1000 Hektar Wald. Größter Waldbesitzer ist die Stadt mit 466 Hektar. Weitere größere Flächen gehören dem Land Nordrhein-Westfalen (Hiesfelder Wald mit ca. 411 Hektar) oder auch dem Regionalverband Ruhrgebiet (RVR), der Bestände in Grafenbusch und Klosterhardt besitzt.

13 Punkte im Stadtgebiet also: In Sterkrade beispielsweise werden rund 60 Jahre alte Roteichenbestände behutsam „aufgelichtet“, wie es heißt. So soll das Wachstum von Mischbeständen gefördert werden. Im Waldgebiet Hühnerheide trifft es 60 bis 80 Jahre alte Buchenbestände, die durchforstet werden. Hier sollen nur die besten Einzelbäume erhalten bleiben.

Baumfällungen sind auch im nördlichen Teil des Revierparks Vonderort geplant, wo die Durchforstung des 135 Jahre alten Buchenbestandes fortgesetzt werde.

Im Volksgarten wird ein Teilbestand südlich der Sportanlage durchforstet (Robinien). In Grafenbusch soll der 60 Jahre alte Roteichenbestand in einen Laubmischwald überführt werden, der hochwertiger und klimaresistenter sei, wie die Stadt meint.

Zwei Begehungen für Bürger

Die Stadtverwaltung weiß um die Sensibilität von Baumfällungen. Sie bietet daher zwei Ortsbegehungen an, bei denen die Öffentlichkeit über Sinn und Zweck informiert werden soll. So startet eine dieser Begehungen am 8. Dezember um 15 Uhr in der Hühnerheide (am Waldeingang bei der Straßensperre gegenüber dem Wohnhaus Zum Ravenhorst 91); eine weitere Begehung ist am 15. Dezember um 14.30 Uhr im Bereich des Volksgartenweges (zwischen den Sportplätzen im Volksgarten).

Die Stadt erwartet einen Erlös von etwa 23 000 Euro aus der Holzernte des Winterhalbjahres. Das Geld werde für die naturnahe Waldbewirtschaftung verwendet. Und sie weist ausdrücklich darauf hin: Es wird alles in allem viel weniger Holz geerntet, als im gleichen Zeitraum zuwächst: „Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern und sichern gleichzeitig deren ökologische Funktion.“