Oberhausen fehlt ein Leitkonzept für seine Zukunft

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Was wir bereits wissen
Schon länger spüren Verantwortliche, dass Oberhausen eine gute Zukunftsidee fehlt. Doch bei der Vision 2030 darf man sich nicht verzetteln.

Oberhausen.. Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne) will mit Bürgern eine Vision 2030 für die Zukunft Oberhausens entwickeln; CDU-Oppositionschef Daniel Schranz vermisst eine Gesamtstrategie für unsere alternde Stadt; SPD-Vorsitzender Michael Groschek kündigte bereits 2011 an, mit „vielen schlauen Köpfen in der Stadt“ eine Vision des modernen Oberhausens 2022 zu entwickeln. Nun ja, danach hörte man zwar nicht mehr viel davon, doch die Auflistung zeigt, dass alle Beteiligten schon seit langem spüren, dass Oberhausen ein Leitkonzept für die Stadtentwicklung fehlt.

Außenstehende gewinnen schnell den Eindruck, dass die Verantwortlichen in Oberhausen mehr nach dem Prinzip Zufall agieren: Weil sich hier und da mal eine Gelegenheit bietet, wird akut gehandelt, gekauft, abgerissen, gebaut – oder einfach auch nur so vor sich hin gewerkelt, in der Hoffnung, es werde schon alles gut ausgehen.

Erfolgreicher Strukturwandel

Die letzte große Vision von Oberhausen war die Idee, mit der Neuen Mitte rund um ein Einkaufszentrum ein neues Stadtviertel, ein neues Zentrum für ganz Oberhausen zu bauen. Nun ja, das ist nur zum Teil gelungen, aber es war ein Wurf, der Oberhausen als leuchtendes Beispiel für erfolgreichen Strukturwandel bundesweit bekannt machte. Danach verlor sich einfach zu vieles in klein-klein.

Die Gefahr einer neuen Vision 2030 ist, dass alle möglichen Felder abgegrast werden, um alle örtlichen Interessensgruppen zu befrieden – und man nicht fokussiert genug ist. Doch nur wenn sich Oberhausen klar mit einem einzigartigen Merkmal positioniert, etwa als Tourismus- und Freizeit-Hauptstadt des westlichen Ruhrgebiets, und alle Kräfte danach ausrichtet, kann man überregional bei Investoren, Politikern und Besuchern punkten.